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Lars Wurzler

BSW 21.05.2025 Sitzungen 8/13

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! „Flexibel, praxisnah, attraktiv – Lehrerbildung in Sachsen neu denken“. So lautet der Titel des Antrags, und wir haben geprüft, ob der Inhalt hält, was die Überschrift verspricht. Ungeachtet verschiedener Misstöne von außen werde ich in gewohnter Art diesen Antrag sachlich besprechen und anschließend das Verhalten meiner Fraktion zu diesem Antrag mitteilen. (Zuruf Christian Hartmann, CDU) Gehen wir noch mal zurück zur Überschrift. Hierzu eine kleine Anmerkung: Da Sie in Ihrem Antrag vom Lehramtsstudium – Lehramtsausbildung, zu diesem Begriff kommen wir gleich – sowie Aus- und Weiterbildung sprechen, müsste es korrekterweise statt Lehrerbildung formal Lehrkräftebildung heißen; das aber nur als Petitesse und kleine Fußnote. Lassen Sie uns beginnen. Die von Ihnen unter I. getroffenen Aussagen sind dem Grunde nach Binsenweisheiten, aber das bedeutet nicht, dass sie falsch sind. Dass Sie nur von Kindern und nicht von Jugendlichen sprechen, ist aus unserer Sicht zu kurz gedacht. Sie sprechen im Text von allen Schularten; das schließt auch jene Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse sowie der Berufsschulzentren ein. Diesbezüglich noch von Kindern zu sprechen, wird der genannten Gruppe wohl kaum gerecht; aber das nur am Rande. Welche Botschaft Sie damit senden wollen, ist klar. Aber das ist heute nicht das Thema. Woran hingegen nichts falsch ist, sind die Aussagen des zweiten Absatzes unter I. Auch die Fraktion BSW ist davon überzeugt, dass eine Reform der Lehrkräftebildung dringend erfolgen muss, um der aktuellen Situation zu begegnen und entsprechend zu handeln, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen. (Beifall BSW und Matthias Berger, fraktionslos) Kommen wir zu II. Was sich besonders charmant liest, ist die von Ihnen benannte Zeitvorgabe, der 31. August 2025 – aus Sicht mancher sicher zu kurz, aber notwendig, da sonst wieder Monate ins Land gehen, ohne dass irgendetwas passiert und weiter Probleme bestehen. Was zusätzlich gut ist, ist, dass Sie diesmal nicht mit der Brechstange arbeiten, sondern es sich um einen Prüf- und Berichtsauftrag handelt. Gehen wir weiter im Text zu II.1. Leider ist uns nicht ganz klargeworden, was Sie genau mit – Zitat – „Welche Fächer für welche Schularten […]“ meinen. Heißt das, dass Sie davon ausgehen, dass es nur für bestimmte Fächer und Schularten möglich ist bzw. ist das größer gedacht? Stellen Sie damit ganz grundsätzlich infrage, ob das Lehramtsstudium Ihrer Idee nach zukünftig gar kein Studium, sondern ein Ausbildungsberuf wie Kfz.-Mechatroniker oder Bürokaufmann sein soll, und verfolgt man die Idee konsequent weiter, dass man letztlich auch kein Abitur mehr braucht, um den Beruf als Lehrer auszuüben? Wir sind uns nicht sicher. Punkt 2 Ihrer Aufzählung ist richtig und sinnhaft und bedarf keiner weiteren Erklärung. Punkt 3 ist insgesamt nicht im Detail klar, weil sich nicht erschließt, worauf Sie hinauswollen mit „tatsächlichen Anforderungen in den einzelnen Schularten“. Punkt 4 ist inhaltlich auch unklar. Was genau meinen Sie mit Lehramtsausbildung? Der Begriff legt nahe, der Beruf des Lehrers wäre eine Ausbildung und kein Studium nebst Vorbereitungsdienst; ich sprach das schon an. Dass es zu hohen Abbrecherquoten kommt und man im Freistaat gar nicht sicher sagen kann, warum die jungen Menschen gehen, abbrechen oder die Studienrichtung wechseln, ist hingegen die Wahrheit, und es sollte intensiv geprüft werden, welche Gründe es dafür gibt. Punkt 5 ist nicht falsch, und wir – sofern Ihr Antrag heute eine Mehrheit erhalten sollte – sind sehr gespannt auf die Ergebnisse der Staatsregierung. Zu Ihrem letzten Punkt, III. So sinnhaft der Ansatz ist und der Praxisanteil im Lehramtsstudium zwingend massiv ausgebaut und erhöht werden muss, so zweifelhaft ist leider auch, ob der verkrusteten Strukturen und des krampfhaften Festhaltens am Alten es den Akteuren überhaupt möglich ist, realistisch diese Forderungen in kurzer Zeit umzusetzen. Ungeachtet dessen muss darüber gesprochen werden – Kollegin Firmenich hat es gerade schon erwähnt –, und es müssen aus unserer Sicht zeitnah auch bei Veränderungen herbeigeführt werden. Schlussbetrachtung: Anders als man es von Ihnen zuweilen kennt und der eine oder andere es erwartet, sind Ihre Forderungen auch mit den genannten Schwierigkeiten in der Gesamtheit nicht falsch, an den Haaren herbeigezogen oder konstruiert, sondern legen bei der Lehrkräftebildung in allen Bereichen den Finger in die Wunde. (Roberto Kuhnert, AfD: Danke!) Das heißt, beim Lehramtsstudium – und diese Begrifflichkeit ist mir wichtig –, beim Vorbereitungsdienst, bei der Fort- und Weiterbildung sowie beim Umgang mit den Seiteneinsteigern müssten Inhalte, Aufbau und Struktur dringend reformiert werden. Es darf kein „Weiter-so!“ geben. Es ist Zeit zu handeln, denn der Lehrermangel wird nicht, wie schon mehrfach gesagt, wie von Zauberhand verschwinden, und es wird sich auch nicht alles in Wohlgefallen auflösen, auch nicht in fünf Jahren. In der Bewertung der Gesamtheit Ihrer Forderungen wird die Fraktion BSW Ihrem Antrag zustimmen. Vielen Dank. (Beifall BSW und AfD) Vierter Vizepräsident Albrecht Pallas: Das war der Abg. Wurzler von der Fraktion Bündnis Sahra Wagenknecht, und es ergreift in der ersten Runde Kollege Gerald Eisenblätter für die SPD-Fraktion das Wort; bitte schön.

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