Lars Wurzler
Sehr geehrter Herr Landtagspräsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Kollegin Firmenich, meine Emotionalität kommt vor allem daher, dass ich für dieses Thema brenne. Und wenn ich in das Rund blicke, sehe ich auch Abgeordnete, die jetzt schon gelangweilt sind, dass wir in eine dritte und vierte Runde einsteigen. Da frage ich mich, wo Bildung für diese Leute wirklich steht. Das nur einmal vorab. Das hat nichts mit Ihnen persönlich zu tun, sondern allgemein gibt es Menschen, die glauben, Bildung gehe sie nichts an. (Beifall BSW) Zur Kollegin Neuhaus-Wartenberg, die gerade nicht im Raum ist – zumindest sehe ich sie gerade nicht –: Ja, tatsächlich, wir werden morgen, wenn wir uns um die 21 Punkte des Herrn Ministers kümmern werden, ganz klar Lösungsvorschläge anbieten. Dafür ist heute nicht der Raum. Doch zurück zu meinem Text. Dritter Satz des Präludiums Bildung: Es waren nun drei Rederunden, es gab viele, mal mehr, mal weniger sinnhafte Worte mit Bezug auf Bildung und Lehrkräfte und andere Akteure. Dabei wurden viele Themen erst gar nicht angesprochen: das schon länger nicht mehr in vollem Umfang gültige Bildungsmonopol des Staates mit Blick auf immer mehr Privatschulen, das gemeinsame längere Lernen – die AfD hat es bereits angesprochen –, Bildungsungerechtigkeiten, das angeblich ach so durchlässige Bildungssystem und die mehrfach wissenschaftlich belegte Unsinnigkeit und alle damit verbundenen Folgeerscheinungen der unsäglichen Selektion nach Klasse 4 und vieles mehr. Wie Sie sehen konnten, war und ist das Thema Bildung so groß, so wichtig, dass wir heute, wenn überhaupt, nur an der Oberfläche gekratzt haben, geschweige denn konnten wir große Lösungsansätze diskutieren. Auch wenn einen Teil von Ihnen das Thema langweilt – ich werde das Thema wieder auf die Tagesordnung bringen, so oft es mir irgendwie möglich ist. (Beifall BSW und Matthias Berger, fraktionslos) Bildung – das ist mir zum Abschluss wirklich wichtig – geht alle an; denn alle sind davon betroffen. Egal, ob Kinder oder Jugendliche, ältere Menschen, hier Geborene oder aus anderen Ländern jetzt hier lebend, im Betrieb, im Supermarkt, als Ingenieur, Arzt oder Schreiner – über Bildung findet die Gesellschaft zusammen und kann besser werden, sich weiterentwickeln. Um an die Worte der Kollegin Voigt anzuknüpfen: Kinder sind der beste Weg in die Zukunft. Ich komme zum Schluss, weil meine Redezeit schon wieder zu Ende ist. Wenn das Ziel ist und heute war – ja, es bleibt richtig und wichtig, eine zweite Debatte zum Thema Bildung durchzuführen –, all jene aufzurütteln, die aus Altersgründen oder aus Ignoranz das Bild des Lehrers „Vormittag recht, Nachmittag frei, Schule ist das Eintrichtern von Wissen im 45-Minuten-Takt und Bildung beginnt erst mit der Grundschule“ im Kopf haben, dann, sage ich, haben wir versucht, das Ziel zu erreichen, dies zu ändern. Wenn wir es geschafft haben, nur einen Einzigen hier in diesem Raum dazu zu bringen, seine Haltung zur Bildung zu überdenken, haben wir alles richtig gemacht. Zum Abschluss noch ein Zitat, diesmal Nelson Mandela: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern.“ Vielen Dank. (Beifall BSW und Matthias Berger, fraktionslos)
