Marko Schiemann
Zum jetzigen Zeitpunkt nein. – Ich möchte meinen zweiten Punkt noch einmal wiederholen, damit er im Gedächtnis bleibt. Es ist nicht so, dass es jedem in Deutschland gefallen hat. Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sehr deutlich und sehr zeitig darüber gesprochen, dass es zu einer diplomatischen Lösung kommen muss, damit Menschenleben gerettet werden können. Menschenleben, die in den letzten drei Jahren in den Städten und Dörfern und auf dem Schlachtfeld verloren gegangen und gestorben sind, haben das unermessliche Leid potenziert. Wenn der Wunsch vorhanden ist, in Krisenzeiten und in Kriegen das Gespräch wenigstens zu versuchen, dann sollte man das machen. Das hat der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen entsprechend getan. (Beifall CDU und Staatsregierung) Ich habe heute ganz bewusst das Beispiel vom Taucherwald in der Nähe von Bischofswerda angesprochen. Ich habe bewusst die dortige Stationierung der Atomraketen der sowjetischen Armee angesprochen, acht Raketen mit einer Sprengkraft von 35 Kilotonnen mit einem Wirkungskreis der Vernichtung von über 100 Kilometer pro Rakete. Das war 1984. Wir sind nicht mehr im Jahr 1984. Die Zeit hat sich weiterentwickelt. Die Technologien sind andere geworden. Ich gehe einmal davon aus, dass die Radien mit dieser Sprengkraft noch größer geworden sind und in der Welt viele tausend Raketen – wie viele, weiß ich nicht – mit dieser Sprengkraft existieren. Die Welt muss sich fragen, ob sie das dauerhaft als Risikofaktor behalten möchte. Mich hat die Zeit der friedlichen Revolution geprägt. Ich möchte immer wieder daran erinnern, wie wir damals zur Frauenkirche in Dresden gegangen sind. Das wichtigste Signal hat der Landesjugendpfarrer Harald Bretschneider hier in Dresden gesetzt, das allerwichtigste. Aus meiner Sicht könnte man nicht genügend Orden zusammensammeln, um sie Harald Bretschneider zu geben. In einer so schwierigen Zeit hat er den Jugendlichen in den Achtzigerjahren des vorhergehenden Jahrhunderts – so komisch das klingt, zumindest nach 1980 – das Zeichen, welches an der UNO steht, „Schwerter zu Pflugscharen“, in der Friedensdekade zur Diskussion gestellt. Die Jugendlichen in der ehemaligen DDR haben dieses Zeichen als Aufnäher an ihre Taschen und Jacken genäht. (Rico Gebhardt, Die Linke: Jeansjacken!) Sie sind dadurch von der staatlichen Macht beschimpft worden. Es sind auch Schüler von Schulen relegiert worden. (Zuruf AfD: Von der SED!) Man sollte sich daran erinnern, auch in schwierigen Zeiten, dieses Symbol nicht zu vergessen. Das wollte ich ansprechen. Ich bin dankbar dafür, dass mir jemand einen kleinen Anstecker geschenkt hat. Micha 4, Schwerter zu Pflugscharen, Landesjugendpfarrer Harald Bretschneider. Die Zukunft für uns und für die Menschen in der Ukraine genauso wie für uns in Europa kann nur im Frieden liegen. (Beifall CDU und Staatsregierung – Jörg Urban, AfD, steht am Mikrofon.) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Schiemann sprach für die CDU-Fraktion. Nun sehe ich an Mikrofon 6 Herrn Kollegen Urban. Geht es um eine Kurzintervention oder einen Redebeitrag?
