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Sandra Gockel

CDU 13.02.2025 Sitzungen 8/8

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! In dieser Aktuellen Debatte wollen wir uns mit der europäischen Kulturhauptstadt 2025, mit unserem Chemnitz, befassen. Zugleich wollen wir die Frage nach dem Danach aufwerfen. Gelingt es, Kultur und Gesellschaft über das Kulturhauptstadtjahr 2025 in Chemnitz hinaus nachhaltig miteinander zu verbinden? Wir denken, der Zeitpunkt dieser Debatte ist gut gewählt; denn mit der Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres haben wir schon einen Eindruck davon bekommen, was uns und Europa in Chemnitz und in der Region erwartet. Der Ausruf einer Kulturhauptstadt rückt einen Ort in den Mittelpunkt des Interesses. Es geht aber nicht nur darum, auf den Ort aufmerksam zu machen, sondern auch darum, im Ort, im Land nachhaltig Spuren zu hinterlassen. Es geht jetzt darum, das Jahr nicht an uns vorübergehen zu lassen und dann Bilanz zu ziehen, sondern die Erfahrungen anderer Städte und Regionen einzubeziehen und die entscheidende Frage zu stellen: Wie sichern wir die Nachhaltigkeit von dem, was jetzt begonnen wurde? Diese Frage muss auch an die Organisatoren gerichtet werden. Es geht um mehr als um ein Ereignis. Es geht um mehr als nur um ein Projekt, dem weitere folgen. Es bleibt für Chemnitz und die umliegenden Kommunen eine Aufgabe, daraus langfristig einen Mehrwert zu schöpfen. Vieles von dem, was das Besondere von Chemnitz ausmacht – ich weiß, wovon ich spreche, weil ich aus der Region ursprünglich stamme –, wird in Erinnerung bleiben. Was, das wissen wir nicht. Allein die Menschen vor Ort werden darüber entscheiden, was angenommen und weitergeführt werden wird. Wir stehen jetzt vor den Haushaltsverhandlungen. Ich hoffe, dass all diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren für das Projekt eingesetzt haben, nun auch bereit dazu sind, die Idee nachhaltig zu Ende zu bringen. Fährt man in andere Kulturhauptstädte und spricht mit den Akteuren der Vergangenheit, so ist es wenig überraschend, dass letztlich das Interesse aus der Ferne an dem Ort erlahmt, wenn in der Zeit des besonderen öffentlichen Interesses, im Jahr der Kulturhauptstadt, nicht eine Geschichte entsteht, die weiterhin neugierig macht und Spannung erzeugt. Derzeit sehe ich vor allem Begeisterung über das, was stattfindet, aber unklare Entwicklungen bei den Dingen, die über den Tag hinausreichen. Debatte Chemnitz 2025 – Kultur nachhaltig verbinden Fraktion CDU Wir haben die Debatte aufgerufen, um die notwendige Agenda zu definieren und um nicht erst am Ende Bilanz zu ziehen, welche Dinge weitergeführt werden sollten. Es ist bei Kulturprojekten immer eine Herausforderung, vorher darüber zu entscheiden, was diesen wichtigen Beitrag leistet und was eher eine Gelegenheit war, worüber die Zeit hinweggeht. Aus unserer Sicht kommt es darauf an, dass aus den unzähligen Ideen jene erkannt werden, die fortwirken und es wert sind, fortgeführt zu werden. Vieles scheint sich durch mediale Resonanz und Wiederhall in den geschlossenen Räumen des Kulturbetriebes zu empfehlen. Fragen zu stellen, wo das Jahr im Grunde erst begonnen hat, heißt nicht, infrage zu stellen. Die Kunstund Kulturfreiheit brauchen die Debatte, und sie braucht die Reflexion. Erst dann erfährt sie Resonanz und Relevanz. Dies sind jedoch nicht immer jene Debatten, die die Initiatoren initiiert haben. Nun lässt sich für den Augenblick auch festhalten, dass „C the Unseen“ – als das Ungesehene, vielleicht auch Übersehene zu sehen und vor allem zu erleben – nicht nur ein geschriebener Titel ist, sondern dem Anspruch an ein wirkliches Programm auch gerecht wird; denn es steht für die Umsetzung des Vorhabens an eine nachhaltige Investition und einen Impuls für die Stadt sowie für die Region und unseren gesamten Freistaat. Dabei sollen besonders die Menschen im Mittelpunkt stehen. Wer die Festreden von Oberbürgermeister Sven Schulze und dem Bundespräsidenten bei der Eröffnungsfeier gesehen oder verfolgt hat, hat wahrgenommen, dass Chemnitz viel zu bieten hat, und fühlt sich als Teilnehmer an dieser Reise, wie sie vom Oberbürgermeister beschrieben wurde, mitgenommen. Chemnitz ist ein Stück weit Teil unser aller kultureller Identität, und es steht mit Chemnitz – ich erinnere an die allseits bekannte Namensänderung – auch eine Struktur, die die Identität beeinflusst hat, in besonderer Weise, und zwar für die vielen Umbrüche, die aufeinander folgten. Die vielen Menschen, auch über unsere Region hinaus, die die Wechselwirkung der Transformation erlebt haben, können sich mit ihren Biografien in besonderem Maße damit verbunden fühlen. Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ist auch eine ganz besondere Ehre. Dritter Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Scheibe: Frau Gockel, Ihre Redezeit ist zu Ende.

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