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Albrecht Pallas

SPD 12.02.2025 Sitzungen 8/7

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte in der zweiten Runde das Bild der Gesellschaftsrelevanz des Sports noch ein wenig untermalen. Es ist nicht zuletzt der Landesssportbund in Sachsen, der auf einige dieser Themen immer und immer wieder hinweist. Auch in den sportpolitischen Debatten dieses Hauses spielt es immer wieder eine große Rolle. Es klang vorhin schon an: Die sinkenden motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen in der heutigen Zeit sind ein Thema, das von enormer Relevanz ist. Die ganz einfache Rechnung heißt: Wenn sich junge Menschen nicht gut bewegen können, können sie es als Erwachsene auch nicht, was logischerweise Folgen für ihre Gesundheit hat. Diese Problematik bildet sich bereits in der Entwicklung bestimmter Erkrankungen ab. Die Frage, wie intensiv wir Sport unter diesem Aspekt betrachten, wie intensiv wir die Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche in Bewegung zu bringen, in den Blick nehmen, ist ganz entscheidend für unsere gesamtgesellschaftliche Situation im Bereich der Gesundheit. Deshalb ist es lohnenswert – und das kann man vielleicht mit gar nicht so viel Förder- oder Steuergeld ermöglichen –, dass wir über Dinge reden, zum Beispiel die stärkere Verbindung zwischen dem Ganztagsbereich an Schulen und dem Sport, oder auch insgesamt, wie wir den Kinder- und Jugendbereich im Sport privilegieren. Es sind schon steuerliche Erleichterungen angesprochen worden – das ist im Übrigen auch eine Forderung des DFB – etc. pp. Man kann sich bestimmt auf einige Sachen einigen, die wir auch in Sachsen umsetzen können. Es wurden vorhin DFB-Erfolge in der Zahlenreihe von Herrn Gumprecht angesprochen. Nun, in Ihrer Aufzählung fehlt noch die Zahl zwei. Denn immerhin ist es die Frauennationalmannschaft, die bereits zwei Weltmeisterschaftstitel errungen hat, und das darf nicht unter den Tisch fallen. Zu Recht ist die Männerdomäne angesprochen worden, und der Bedarf der Förderung des Frauenfußballs liegt auf der Hand, umso mehr als dass unsere Fußballfrauen schon so erfolgreich sind. Ich halte Sport auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt für wirksam. Hier treffen sich regelmäßig alle gesellschaftlichen Gruppen auf Augenhöhe. Es wird natürlich über alles Mögliche, auch über Politik, diskutiert. Es findet sozusagen auch Demokratie statt. Es ist ein wichtiger Ort für unsere Gesellschaft. Hier erlernen Kinder und Jugendliche bereits von Tag eins an wichtige Grundwerte: Fairness, wie wir miteinander umgehen als Menschen, egal, welchen Hintergrund man hat. Schließlich ist es ein Bereich, in dem so wirksam wie in kaum einem anderen Bereich Integration in unserer Gesellschaft stattfindet. Im Sport bildet sich eben auch Gesellschaft ab. Das ist vielleicht ein anderes Bild als das, das Herr Gumprecht vorhin gewählt hat. Ich finde schon, dass die Nationalmannschaft in dieser Hinsicht die deutsche Gesellschaft gut abbildet. Ich kann diesbezüglich keinen Fehler erkennen. Wenn man diesbezüglich etwas angehen möchte, sehe ich eher einen anderen Punkt; denn die Zahl der ostdeutschen Spielerinnen und Spieler in den Nationalmannschaften ist unterproportional. Das hat auch konkrete Gründe. Wir haben weniger ostdeutsche Vereine in den Profiligen. Dadurch haben wir weniger Leistungszentren und weniger Talentförderung. Das bildet sich dann in der Nationalmannschaft ab. Ich glaube, das ist ein Punkt, an dem man durchaus wirksam ansetzen kann und sollte. Das heißt für uns, dass wir diese Basis für die spätere Spitzenleistung – sprich: den Breitensport im Kinder- und Jugendbereich – nicht vernachlässigen, sondern immer weiter stärken müssen und damit in der Entwicklung der letzten Jahre bleiben und das auch fortsetzen. Herr Kollege Böhme hat das Thema Ehrenamt angesprochen und Äußerungen in diesem Haus in Richtung Sonntagsreden gerückt. Das nehme ich mir gar nicht an; denn wenn man sieht, was wir in den letzten Jahren im Bereich Sport in Sachsen gemacht haben, dann ist das nicht nur aller Ehren wert, sondern besonders für das Ehrenamt sehr wirksam. Ich will es noch einmal an dem hier schon zitierten Förderprogramm „Ehrenamt stärken im Sport“ verdeutlichen. Es geht darum, verschiedenste Formen von Ehrenamt im Sportverein zu unterstützen, und zwar durch Finanzierung von Erstausstattungen und durch einfache, unbürokratische Finanzierung von Fortbildungen. Das müssen nicht zwingend Trainerscheine sein. Das können auch andere Fähigkeiten sein, die man im Verein braucht, der Kassenwert beispielsweise oder anderes. Dass dieses Förderprogramm den Nerv getroffen hat, zeigt, wie schnell das Programm nicht nur nachgefragt, sondern auch ausgebucht war. Deshalb finde ich es sehr schön, dass überlegt wird, diese Art der Förderung in den Regelstrukturen des Breitensports weiterzuführen. Als letzten Punkt will ich dem Bild von Herrn Kollegen Nguyen entgegenwirken – Zweiter Vizepräsident André Wendt: Ihre Redezeit ist abgelaufen.

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