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Albrecht Pallas

SPD 12.02.2025 Sitzungen 8/7

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Am 28. Januar 1900 wurde der Deutsche Fußball-Bund in Leipzig gegründet. Vor einigen Tagen fand völlig zu Recht eine große Jubiläumsfeier der immerhin größten Sportbewegung, die wir in Deutschland haben, statt. Ich will hier nicht die Geschichte des Fußballs in Deutschland referieren, sondern mich mit aktuellen Herausforderungen im Sport, konkret: im Fußball, beschäftigen. Der DFB selbst hat zuletzt viele Reformen angestoßen, um Kinder wieder in Bewegung zu bringen; sozusagen als eine wichtige Grundlage dafür, dass später weitere Spitzenleistungen folgen können. Der DFB erwartet von seinen Trainerinnen und Trainern Anpassungsfähigkeit, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten, und die größtenteils ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer machen das. Sie gehen gewissermaßen in Vorleistung. Das steht im krassen Gegensatz zum Zustand vieler Fußballplätze in unserem Land; denn viele Sportplätze, auch in Sachsen – das zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse der Sportstättenstatistik, die vor einigen Tagen vom Innenministerium veröffentlicht wurden –, sind in keinem guten Zustand. Das wissen wir – jetzt haben wir es etwas genauer –, und es haben noch nicht einmal alle Kreise und Gemeinden Daten geliefert. Dennoch beläuft sich der Sanierungsbedarf insgesamt auf 376 Millionen Euro, was eine ziemlich krasse Stange Geld ist. Das Jubiläum des DFB ist daher ein guter Ausgangspunkt, sich generell über die Lage des Sports – nicht nur bei den Sportstätten – in Sachsen Gedanken zu machen. Wir wissen um die Haushaltslage; wir haben es heute in der Aussprache zu der Regierungserklärung schon miteinander diskutiert. Auch in der letzten Aktuellen Debatte hat es bei der Frage des Sozialbereichs eine Rolle gespielt. Ich bin daher froh, dass wir im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD auf die besonders gesellschaftsrelevante und deshalb schützenswerte Rolle des Sports hinweisen. Wir haben dabei viele wichtige Dinge miteinander vereinbart, die wir meines Erachtens trotz der angespannten Haushaltslage versuchen müssen anzugehen bzw. sollten wir es versuchen. Da sind die Zuwendungen an den Landessportbund und damit der Breitensport in Sachsen als das Rückgrat des gesamten Systems, der Struktur Sport. Die Stärkung des Ehrenamts steht dabei im Mittelpunkt, auch die bedarfsgerechte Förderung der Fanprojekte. Aber wir finden auch Debatte in Leipzig – Nach der Feier und Sportvereine stärken! Fraktion SPD das Thema Landesinvestitionsprogramm „Sportstätten“. Und auch wenn wir in den nächsten Jahren vielleicht insgesamt weniger Geld in den Sport stecken können, ist es ein wichtiger Grundsatz, Strukturen erhalten zu wollen und zu müssen – und wir wollen Strukturen im Sport erhalten. Das wird unsere Aufgabe hier im Landtag bei den Haushaltsverhandlungen im Parlament sein, und es ist jetzt die Aufgabe der Staatsregierung und des Innenministeriums bei der Erarbeitung des Haushaltsentwurfs. Wir wollen insbesondere alles dafür tun, dass unsere Ehrenamtlichen ihre wichtige Arbeit weiterhin ausüben können; denn ohne Ehrenamt gibt es keinen Breitensport, und ohne Breitensport gibt es keinen Spitzensport. Ehrenamt braucht gute Rahmenbedingungen. Klar ist auch: Manche Sportarten haben mehr Möglichkeiten als andere, weil viel mehr Geld dahintersteckt. Dazu gehört auch der Fußball. Deshalb sind auch die Verbände gefordert, ihren Teil beizutragen. Vielleicht kann man das in einen Appell in Richtung des DFB, vielleicht auch in Richtung des Sächsischen Fußball-Verbands packen, der lautet, die eigenen Möglichkeiten zur Förderung von Vereinen, von Sportstätten und Ehrenamt zu nutzen und nicht alles vom Staat zu erwarten. Mit Blick auf den Haushalt befinden wir uns als Landespolitik aktuell leider eher in der Defensive, um mit der Fußball-Metapher weiterzumachen. Wir verteidigen unser Tor, das heißt, die Strukturen im Sport, die Förderung des Ehrenamts, die nicht wegbrechen dürfen. Doch wir müssen schon jetzt das Umschaltspiel planen. Wir müssen uns vorbereiten auf den Moment, in dem wieder mehr geht – haushälterisch und vielleicht auch mit politischen Mehrheiten. Mit der Sportstättenstatistik wissen wir ganz genau, in welche Sportplätze wir investieren müssen. Das müssen wir jetzt angehen. Vereine, Kommunen, Landes- und Kreissportbünde, Sportverbände können planen, Projekte vorbereiten, sie anarbeiten, damit wir dann wieder in die Offensive kommen und sofort loslegen können, wenn die finanzielle Lage besser ist. Das ist unser Auftrag. Das ist der Spielplan der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. Das steht auch im Koalitionsvertrag – ungefähr zumindest – mit einem Landesinvestitionsprogramm Sportstätten, und zwar in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Großsportstätten, kommunalen und Vereinssportstätten, insbesondere im ländlichen Raum. Ich lade Sie ein: Spielen Sie gern mit in unserem Team! Vielen Dank. Sport frei! (Beifall SPD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Pallas sprach für die SPD-Fraktion. Für die Fraktion der CDU spricht nun Kollege Rost.

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