Dirk Panter
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Diese schöne Debatte gibt uns die Chance, einmal gemeinsam über Sport zu reden. Auf meinem Platz liegt der „Sachsensport“, die Verbandszeitschrift des Landessportbundes. In diesem Bereich kann man einige erfolgreiche Entwicklungen sehen – zum Beispiel, dass in Sachsen erstmals mehr als 700 000 Mitglieder in Sportvereinen organisiert sind. Die Mitgliederzahlen sind also gestiegen, die befürchteten Coronafolgen sind zum Glück nicht eingetreten. Dies freut mich sehr. Was aber der Blick in die Sportlandschaft auch zeigt, ist, dass wir ein Problem haben, den Sport überhaupt betreiben zu können. Die Zahl der ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer wächst nicht so stark wie die Mitgliedszahlen. Im Gegenteil: Im Fußball werden händeringend Trainerinnen und Trainer gesucht, im Handball genauso – das weiß ich auch als Aufsichtsratsmitglied des SC DHfK aus Gesprächen. Dabei sind es doch die Ehrenamtlichen, die das Rückgrat der Sportlandschaft in Sachsen bilden. Ohne sie läuft nichts – übrigens auch nicht bei der diesjährigen EM in Leipzig. 1500 Volunteers werden dort eingesetzt, damit die EM in Leipzig ein großer Erfolg werden kann. Diese Rahmenbedingungen für den Breiten- und Spitzensport zu schaffen ist auch unser landespolitischer Auftrag. Wir können das Geld im Sporthaushalt natürlich nur einmal ausgeben. Deshalb müssen wir es klug ausgeben. Ein gutes Beispiel ist ganz in der Nähe: das neu sanierte HeinzSteyer-Stadion. Dieses wird dem Breiten- bis Spitzensport ein Zuhause bieten. Vom Fußball über Liga 6 bis zu internationalen Leichtathletikmeetings. Das sieht man auch gerade bei lokalen Spitzensportlern, die dadurch gefördert werden, wie Karl Bebendorf, der gerade eine EM-Bronzemedaille gewonnen hat und aus Dresden kommt. Das Heinz-Steyer-Stadion wird in der Top 3 der deutschen Leichtathletikstadien spielen, und es wird schon kräftig an einem ISTAF-Meeting hier in Dresden gebastelt; das freut mich. Leider ist diese Internationalität eine Seltenheit geworden ist. Wir freuen uns natürlich über die vielen friedlichen Fußballfans aus aller Welt, die in Leipzig miteinander feiern werden. Aber zur Handball-EM, die kürzlich im eigenen Land stattgefunden hat, haben wir wieder schmerzlich gesehen: Im gesamten Osten außerhalb Berlins gibt es einfach keine Halle für internationale Groß-Events. Man stelle sich einmal vor, wir bewerben uns für eine Spielstätte der Basketball-WM in Deutschland und Sachsen geht leer aus, obwohl gerade Chemnitz international für Furore gesorgt hat. (Vereinzelt Beifall bei der SPD) Fakt ist: Wir brauchen eine Halle für internationale Sportund Groß-Events. Ich frage: Wo kann diese besser stehen als in Leipzig auf dem Sportforum? – Natürlich wünschen wir den Fußballern bei der EM viel Erfolg, aber das können wir nur wünschen. Was wir machen können, sind Investitionen in den Sport in Sachsen, in Sporthallen, Sportplätze, in gute Bedingungen für Sportlerinnen und Sportler, Trainerinnen und Trainer. Daher sollten wir einmal aus dem Startblock kommen und Meter machen. Wir geben da gern als SPD das Tempo vor, und wir lösen dafür auch gern gemeinsam die Schuldenbremse, wenn nötig. (Heiterkeit bei der LINKEN – Beifall bei der SPD, den BÜNDNISGRÜNEN und den LINKEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Jetzt erhält die CDU-Fraktion das Wort. Herr Abg. Nowak, bitte.
