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Geert Mackenroth

CDU 02.05.2024 Sitzungen 7/87

Vielen Dank, Frau Präsidentin. Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Ausschussempfehlung ist auch in diesem Fall wohlüberlegt und gut abgestimmt. Die Koalition wird dafür stimmen. Ich gebe zu, auch wir waren zunächst mit Teilen der Medien kritisch bis teilweise empört. Wir haben uns gefragt: Handelt es sich bei dem Vorgehen der SKD um blinde Political Correctness? Warum tauscht man die beim Museumsbesucher eingefahrenen Namen „Mohr“, „Zigeuner“, „Zwerg“ und anderes aus? Wir haben uns daraufhin allerdings nicht der populistischen und allgemeinen Empörungswelle angeschlossen, auf die Sie sofort aufgesprungen sind, sondern – und das ist die Aufgabe eines Parlaments – wir haben nachgefragt, uns informiert, eine Anhörung im Landtag durchgeführt, schließlich die SKD besucht und uns vor Ort ein Bild gemacht. Danach stellte sich der Sachverhalt völlig anders dar. Neue Erkenntnisse werden sich mitunter auch in der Umbenennung, Neubetitelung oder Kontextualisierung von Werken niederschlagen. Die meisten Kunstwerke der SKD tragen keine Originaltitel von Künstlern, sondern Zu- und Beschreibungen, die ihnen in späterer Zeit zugeordnet wurden. Die SKD eliminieren daher Begriffe vergangener Epochen nicht; die ursprünglichen Titel sind weiterhin verfügbar. Jede undifferenzierte und nicht kontextualisierte Umbenennung lehnen auch die SKD ab. Außerdem: Einmal getroffene Entscheidungen sind nicht für die Ewigkeit. Wenn neue Erkenntnisse gewonnen werden, sind Veränderungen immer möglich. Es kam im Rahmen des Petitionsverfahrens im März zu einer umfangreichen Anhörung. Bei dieser wurde deutlich, dass es überhaupt nur in ganz wenigen Fällen eine richtige Umbenennung eines Kunstwerkes gab. Auch in diesem Fall waren das nicht die SKD, sondern mehrere Museumsmitarbeiter auf der ganzen Welt hatten sich angesichts neuer Erkenntnisse für eine leichte Modifizierung des Titels ausgesprochen. Im Ergebnis – und das Weitere gebe ich gleich zu Protokoll – hat uns das überzeugt und wir haben zur Klarstellung der Beschlussempfehlung an das Hohe Haus den wunderbaren Schlusssatz angefügt – ich zitiere –: Der Petitionsausschuss erwartet, „dass die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bei Umbenennung aus wissenschaftlicher oder museumspädagogischer Begründung die bisherigen, beim Publikum eingeführten alten Namen der Kunstwerke benennen und mit anführen, um eine Wiedererkennung dieser Kunstwerke für das Publikum zu ermöglichen, […].“ Das haben die SKD zugesagt. Damit hat eigentlich auch die AfD ihr Ziel erreicht – jedenfalls das Ziel, das sie im Petitionsausschuss immer wieder vorgetragen hat. In Ihrem Vorschlag findet sich nämlich der Schlusssatz – ich referiere –: Die Umbenennungen seien nicht gerechtfertigt. Die von der Petentin beanstandeten Titel sollten daher so belassen werden, wie die sächsischen Bürger sie seit Langem als ihr kulturelles Erbe kennen. Es solle den SKD freistehen, Ergänzungen der historischen Titel und weitere Erläuterungen vorzunehmen, wenn die SKD sich von bestimmten Begriffen distanzieren oder neue Erkenntnisse zu den Werken kundtun möchte. Nicht mehr und nicht weniger sagt die Beschlussempfehlung aus. Die AfD hat bekommen, was sie wollte, und wir bleiben bei der Wahrheit. Ich bitte der Beschlussempfehlung zu folgen. Vielen Dank. (Beifall der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD)

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