landtag.sachsen.de ↗

André Barth

AfD 21.03.2024 Sitzungen 7/86

Herr Piwarz, wieder reinquatschen!) Die frühkindliche Bildung und Erziehung – egal, ob zu Hause oder in der Kita – ist viel mehr als nur die Beschäftigung oder Betreuung unserer kleinen Kinder. (Zuruf des Abg. André Barth, AfD – Gegenruf des Staatsministers Christian Piwarz: Sie erzählen Unsinn, Herr Barth!) Was Kinder in der Kita nicht lernen, das fehlt ihnen später auf ihrem gesamten Lebens- und Bildungsweg. Die Staatsregierung hätte die Chance nutzen können und unsere Forderung nach einer flächendeckenden Unterstützung für sprachauffällige Kinder umsetzen müssen und sollen. Aber es reicht nicht, unsere Kinder einfach nur in die Kita zu stecken, und damit ist es getan. Das ist zu wenig. Übrigens gehen fast 95 % aller fünf- bis siebenjährigen Kinder in die Vorschule. Wir fordern, dass die frühkindliche Bildung nicht nur auf dem Papier, sondern auch vollumfänglich als erste Stufe des Bildungssystems in Sachsen verankert wird. Das heißt konkret: Wir wollen strukturierte Tagesabläufe und feste Regeln. Wir wollen verbindliche Mindestanforderungen für die Schulreife. Wir wollen eine intensive Förderung bei Schwierigkeiten und Besonderheiten dieser Kinder. Und dazu gehört selbstverständlich eine umfassende Sprachausbildung für alle Kinder. (Beifall bei der AfD) Werte Abgeordnete! Die allermeisten Kinder gehen mit viel Freude, unbegrenzter Neugier und großer Motivation in die Grundschule. Endlich Schulkind! Ein Erlebnis, das wir alle erlebt haben – es war wunderbar. Sie wollen lesen lernen, sie wollen schreiben lernen und sie wollen richtig rechnen lernen. Umso mehr muss es unser Ziel sein, dass alle Kinder nach der Grundschulzeit ordentlich lesen, schreiben und rechnen können. Bei Kürzungen der wöchentlichen Schulstunden werden wir das aber nicht erreichen. Mit Kindern, die in den Grundschulklassen nur ihre Zeit absitzen und kein Wort deutsch sprechen, werden wir das ebenfalls nicht erreichen. Mit dem immer größer werdenden ideologischen Ballast, der in unsere Lehrpläne Einzug hält, werden wir dieses Ziel ebenfalls nicht erreichen. Werte Staatsregierung, werte Koalition, seien Sie endlich ehrlich zu sich selbst und zu den Bürgern! An dieser Stelle, Herr Piwarz, ein Lob: Sie haben ebenfalls gemerkt, dass die Kürzung der Grundlagenfächer falsch war, (Staatsminister Christian Piwarz: Welche Kürzungen?) dass die Anforderungen, die wir haben, nicht immer weiter nach unten geschraubt werden dürfen, dass es falsch ist, Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse in volle Klassen zu setzen, dass es ebenfalls falsch ist, Lehrer zu Lehrbegleitern zu machen, und dass die übertriebene Akademisierung bzw. dieser Anspruch an unsere Kinder ebenfalls der falsche Weg ist. Leider tragen einige Eltern immer wieder durch falschen Ehrgeiz für ihre Kinder dazu bei; denn sie müssen unbedingt aufs Gymnasium geschickt werden, egal, ob die Kinder dem gewachsen sind oder nicht. Da müssen wir uns fragen: Warum ist das so? – Weil man jahrelang uns und den Kindern eingeredet hat, dass man nur mit einem Abitur durchs Leben käme, und damit die praktische Ausbildung, die wir brauchen – Lehrberufe –, immer mehr vernachlässigt hat. Selbst Abiturienten beklagen, man würde ihnen in der Schule sagen, sie seien bessergestellt und die praktischen Dinge des Lebens seien nicht so wichtig; denn dafür gebe es ja Handwerker und die könnten sie ja anrufen. Hinzu kommt, dass insbesondere in Oberschulen und Förderschulen Lehrer fehlen. Dort, wo praxis- und lebensnahe Bildung vermittelt werden soll, wurde gespart. Es ist die Frage: Können wir uns das leisten, zukünftig auf Kfz-Mechaniker, Bäcker, Lehrkräfte, Pflegekräfte zu verzichten? Nein, ich denke, das können wir nicht. Werte Abgeordnete, wir von der AfD fordern deshalb schon lange, dass nicht nur die Naturwissenschaften, Technik, Informatik, sondern auch grundlegendes Wirtschaftswissen an allen weiterführenden Schulen ausgebaut und dieses Wissen unseren Kindern vermittelt wird. Die berufliche Orientierung und das Erkennen von Begabungen und Neigungen für bestimmte Berufe und Tätigkeiten muss viel früher Bestandteil an unseren Schulen sein. Damit meine ich alle Schulen. Gerade Schüler an Gymnasien müssen doch auch fürs Leben fit gemacht werden; denn es ist beschämend, wenn Schulabgänger nach zwölf Jahren Schule nicht in der Lage sind, ihr Leben zu organisieren, und die Mitarbeiter der Studentenwerke fragen müssen, wie man eine Wohnung anmietet. Glücklicherweise sind Schüler von Oberschulen und Förderschulen hier besser aufgestellt. Aber gerade an diesen Schulen fallen immer mehr Jugendliche am Ende leider durchs Raster, obwohl sie trotz praktischer Talente oftmals nicht den notwendigen Lernwillen besitzen. Es muss unser Ziel sein, dass wir alle Schüler mitnehmen und dass wir diese Schüler zumindest für eine ordentliche Berufsausbildung begeistern können. Mehr dazu in der zweiten Rederunde. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Peschel sprach für die AfD. Nun spricht Kollege Gasse für die CDU-Fraktion; bitte schön.

Alle Reden von André Barth Protokoll ↗