Ingo Flemming
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Es geht um den Holzbau im Hochbau. Meine Damen und Herren, kennen Sie Oodi – Oodi mit Doppel-o? (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Ich kenne nur OBI!) Ich will auch nicht Rätsel raten. Mitten im Zentrum von Helsinki steht Oodi, direkt gegenüber dem Parlamentsgebäude. Es ist die neue Zentralbibliothek der finnischen Hauptstadt namens Oodi, das schlicht übersetzt Ode heißt. Beschrieben wird sie als eine Ode an das Lernen, aber auch als eine Idee des modernen Zusammenlebens im 21. Jahrhundert. Ich durfte mir diese Bibliothek im Juni letzten Jahres anschauen. Es war beeindruckend und ich kann das nur weiterempfehlen. Es geht um Arbeiten, Lernen, Interaktion, Gaming, Meetingräume und ein Urban-Workshop, Musik machen, Nähen, natürlich auch das Lesen im klassischen Sinne, wie das für eine Bibliothek üblich ist. Was hat das Oodi nun mit dem hier vorliegenden Antrag zu tun? Oodi besteht aus Glas, Stahl und vor allem aus sehr viel Holz, nämlich Holz in seiner schönsten Form, vor allem Holz aus finnischen Wäldern. Denn ein nachhaltig bewirtschafteter Wald, aus dem der klimafreundliche Rohstoff Holz gewonnen wird, ist gelebter Klimaschutz. (Beifall bei der CDU) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Für die CDUFraktion sprach Frau Kollegin Kuge. Gibt es weiteren Redebedarf zum Entschließungsantrag? – Das sehe ich nicht. Dann stimmen wir über diesen Entschließungsantrag ab. Wer diesem Entschließungsantrag die Zustimmung geben möchte, den bitte ich jetzt um das Handzeichen. – Vielen Dank. Die Gegenstimmen? – Danke schön. Stimmenthaltungen? – Eine Stimmenthaltung, viele Dafür-Stimmen, eine Mehrheit an Gegenstimmen. Somit ist dieser Entschließungsantrag nicht beschlossen worden. Die Behandlung der Großen Anfrage ist somit beendet. Meine Damen und Herren, ich rufe auf fortsetzen und befördern CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD, der Staatsregierung Das Verbauen von Holz in langlebigen Produkten wie Dachstühlen oder in anderen Bauelementen bindet das CO langfristig. Das Bauen mit Holz ist deshalb eine echte Klimasenke und wichtig für das Bemühen gegen den Klimawandel. Das Bauen mit Holz wird daher noch stärker an Bedeutung gewinnen, um die gesteckten Klimaziele erreichen zu können. Gleichzeitig ist es notwendig, den heimischen Holzabsatz zu steigern und damit die regionale Wertschöpfung bei uns vor Ort in Sachsen zu sichern. Das ist Förderung des ländlichen Raumes, und das ist auch Wirtschaftsförderung. In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche Bedingungen, die das Bauen mit Holz erleichtern, verbessert. Wir haben die Sächsische Bauordnung angepasst, finanzielle Mittel wurden zur Verfügung gestellt, zum Beispiel für unser Holzbaukompetenzzentrum. Der Bund hat bereits 2021 zwei Förderrichtlinien in Kraft gesetzt, mit denen unter anderem Beratungsleistungen für Holzwirtschaftsunternehmen sowie Innovationscluster im Bereich Holzbau gefördert werden. All dies sind Signale sowohl für mehr Klimaschutz als auch dafür, dass wir an der Seite unserer Forstwirtinnen und Forstwirte stehen. Trockenheit, Stürme und Schädlinge haben den Wäldern in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Wer mit offenen Augen durchs Land fährt, der sieht das auch. Das daraus resultierende Schadholz überschwemmte in den letzten Jahren den heimischen Holzmarkt und sorgte für Niedrigpreise. Mittlerweile hat sich der Holzpreis wieder ein wenig stabilisiert, beispielsweise mit plus 11 % zum Vorjahr im Moment. Aber die Zukunft des Sektors Forst und Holz hängt stark von der Entwicklung des inländischen Holzabsatzes ab, und hier kommt dem Bausektor eine Schlüsselrolle zu. Wenn es nach uns, der Union, geht, dann muss die Verwendung von Holz als Baustoff im Freistaat Sachsen in Pilotprojekten, die Möglichkeiten des modernen Holzbaus darstellen, weiter forciert werden. Daneben muss geprüft werden, welche rechtlichen Hürden es noch hinsichtlich der Holzverwendung auf Bundes- und auch auf Landesebene gibt. Ich nenne nur beispielhaft die Musterholzbaurichtlinie. Da müssen noch weitere Hürden abgebaut werden. Um das Bauen mit Holz zu stärken, bedarf es zudem weiterer Fördermöglichkeiten, welche die Leistungen für den Baustoff Holz im Bereich des Klimaschutzes anerkennen. Modellvorhaben im Bereich des Holzbaus sollten durch den Freistaat Sachsen in Zukunft verstärkt unterstützt werden. Im Moment haben wir als Beispielprojekt das Punkthochhaus für Wohnzwecke in Leipzig. Es deutet sich an, dass wir ein weiteres innovatives Projekt hier in Dresden umsetzen könnten. Das Krankenhaus Friedrichstadt möchte ein neues Parkhaus haben. Es wird im Moment überlegt, auch in Zusammenarbeit mit dem Holzbaukompetenzzentrum, das in Holzbauweise zu errichten und sogar noch eins draufzutun und es als flexibel wandelbares Gebäude zu errichten, das in Zukunft eventuell sogar zu Wohnzwecken umfunktioniert werden könnte. Das wäre dann mal wirklich was echt Nachhaltiges. Des Weiteren ist von übermäßigen Flächenstilllegungen, vom Prozessschutz sowie von Wildnisgebieten in der im Moment vom SMEKUL geplanten Form abzusehen. Ich will das hier ganz deutlich sagen: Maßnahmen, die die Holzproduktion aus der aktiven Waldbewirtschaftung untersagen, sind in erheblichem Maße gesamtgesellschaftlich kontraproduktiv. Sie führen neben einer absehbaren Schwächung der ländlichen Regionen zu einer Verknappung des einheimischen Holzangebots, des Rohstoffes Holz und damit zu einer unmittelbaren Verteuerung. Die Folge wäre eine Substitution durch den Import außereuropäischer Hölzer. Von denen wissen wir, dass sie nicht regelmäßig nachhaltig produziert werden. Eine andere Folge wäre die Verwendung von energieaufwendigeren Baustoffen wie Beton und Stahl. Das wollen wir aber verändern. Das können wir nicht wollen und deshalb unsere Forderung: Die Verwendung von Holz als Baustoff und das Bauen mit Holz sind im Rahmen einer Holzbauinitiative weiter zu stärken und mit konkreten vorbildlichen Beispielen zu belegen. In diesem Zusammenhang sind Ausschreibungsbedingungen anzupassen, Preise auszuloben und Schulungen von Multiplikatoren anzubieten, also von Architekten, planenden Ingenieuren oder kommunalen Bauträgern. Entsprechende Modellvorhaben sollten auch in Zukunft vom Freistaat Sachsen unterstützt werden. Eine enge Zusammenarbeit des Holzbaukompetenzzentrums mit den zuständigen Ministerien, dem Finanzministerium, dem Regionalentwicklungsministerium und dem Umweltministerium ist zu befördern und wird von uns unterstützt werden. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Flemming sprach für die CDU-Fraktion. Kollege Löser spricht nun für die Fraktion BÜNDNISGRÜNE.
