Stephan Hösl
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen! Wer kennt es nicht? Wenn man Schulklassen begleitet, kommt irgendwann die Frage: Wie stehen Sie als Abgeordneter zur Cannabislegalisierung? Heute sind ja auch viele Jugendliche hier im Saal; da ist das immer eine Thematik. Die Jugendlichen sind meist unter 18 Jahre alt und haben ein Interesse daran, wie man als Abgeordneter damit umgeht. Wenn man negativ in diese Thematik hineingeht, bekommt man auch gleich die Buhrufe. Im Gegenteil: Aus meinem Wahlkreis heraus habe ich sehr viele positive Meinungen zu meiner ablehnenden Haltung gegenüber der Cannabislegalisierung bekommen. Ich hatte es bereits vorhin bei der Zwischenfrage ausgeführt: Es gibt Studien, die belegen, dass die Thematik sehr diffizil ist. Krankenkassen warnen davor, dass Cannabis keine weiche Droge und nicht einfach zu handhaben ist. Das Potenzial zur Abhängigkeit mit seinen körperlichen und psychischen Nebenwirkungen wird oft genug ausgeblendet. Die Legalisierung führt zu einer Verharmlosung einer Droge, die nachweislich abhängig macht und sich schädlich auf Körper, Psyche und das Sozialverhalten des Konsumenten auswirkt. Studien belegen die Gefahr der Abhängigkeit bei regelmäßigem Konsum allgemein, vor allem im jugendlichen Alter. Die Entwicklung in den Ländern, in denen es bereits eine Legalisierung gab, zeigt daneben, dass der illegalen Beschaffung nicht wirkungsvoll begegnet werden kann. Eine Studie aus Kanada belegt, dass ausschließlich legal 66 % verkauft werden, in Uruguay sind es ausschließlich legal unter 50 %. Eine Cannabislegalisierung wird daher in unserem Land keinen durchschlagenden Erfolg erzielen und kann damit nicht in Aussicht gestellt werden. Sinnvolle Prävention und Hilfsangebote halte ich daher für einen besseren Weg. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Vereinzelt Beifall bei der CDU)
