Albrecht Pallas
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die CDU-Fraktion spricht vom Schutz unserer Kinder und suggeriert, mit einem weiteren Verbot würde alles gut werden. Schauen wir uns doch einmal die Fakten an, wozu uns diese konservative, diese CDU-Verbotspolitik in den letzten Jahren geführt hat. (Widerspruch bei der CDU) Sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Jugendlichen ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Die Zahlen bei den 12- bis 17-Jährigen und die Zahlen bei den 18- bis 25-Jährigen steigen seit Jahren an. Entsprechend steigen die Fallzahlen der Behandlung in Zusammenhang mit Cannabisabhängigkeit. Die Bandbreite an Produkten, die auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind, hat deutlich zugenommen, deren Qualität leider nicht. Wir haben hochpotente Neuzüchtungen, Streckmittel, Verunreinigungen und damit viel höhere Gefahren für Konsumentinnen und Konsumenten, die nicht darüber informiert sind und die nicht davor gewarnt wurden, welche Inhaltsstoffe in diesen auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Produkten sind. Zusammenfassend: Jugendliche und Erwachsene konsumieren also bereits Cannabis, momentan jedoch noch vollkommen unkontrolliert und unreguliert, allen Verboten und Strafverfolgungen zum Trotz. (Beifall der Abg. Sabine Friedel, SPD) Wir haben größere Gesundheitsrisiken durch Verunreinigungen, da diese Stoffe die Wirkung der Drogen verstärken und unkontrollierbar machen. Man kann nur zu dem Schluss kommen, dass die Verbotspolitik der CDU an dieser Stelle gescheitert ist. (Beifall bei der SPD) Deswegen ist es gut, meine Damen und Herren, dass der Bundestag am 23. Februar mit großer Mehrheit das Cannabisgesetz beschlossen hat und damit endlich einen neuen, einen richtigen Weg einschlägt.
