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Markus Scholz

GRÜNE 20.03.2024 Sitzungen 7/85

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir diskutieren heute über einen Antrag, der vorgibt, die Zukunft unserer Familien und damit die Zukunft Sachsens sichern zu wollen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass der Antrag keine substanziellen Lösungen für die Herausforderungen des demografischen Wandels bietet. Es ist unbestritten, dass Familien das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden. Doch eines ist ebenso klar: Familien gibt es in allen Formen und in allen Größen. Ein Blick in die Zweite Sozialberichterstattung zeigt die Realität sächsischer Familien. Nur 53 % der Familien mit Kindern unter 18 Jahren in Sachsen bestehen aus Ehepaaren. Alleinerziehende machen 24 % aus, während 23 % in nicht ehelichen Lebensgemeinschaften zusammenleben, beispielweise auch in Patchworkfamilien oder in Regenbogenfamilien. Ebenso erleben wir, dass immer mehr Menschen keinen Kontakt mehr zu ihrer leiblichen Familie haben – entweder, weil sie keinen Kontakt mehr wollen oder die räumliche oder emotionale Entfernung zu groß ist oder schlicht, weil keine Verwandten mehr am Leben sind. Eine Form der Familie, in der in solchen Fällen dennoch Liebe, Hingabe und Verantwortungsübernahme geschehen, sind Wahlfamilien. Dies zeigt deutlich, dass die Vielfalt von Lebensformen in unserer Gesellschaft eine Realität ist, die Sie in Ihrem Antrag ignorieren. Der vorgelegte Antrag versucht ein Familienbild zu zeichnen, das die Lebenswirklichkeit der Hälfte der Familien in Sachsen ignoriert. Unsere Aufgabe ist es, alle Formen von Familien zu unterstützen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es jeder Familie ermöglicht, ihren individuellen Weg zu gehen. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Gestatten Sie eine Zwischenfrage an Mikrofon 6?

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