Jörg Dornau
Das mache ich sehr gern. Herr Lippmann, zum Verständnis: Selbstverständlich haben unsere Bauern den Pflanzenschutzmitteleinsatz aus eigenem Interesse sehr stark nach unten gefahren, weil sie verantwortungsbewusst mit diesen Dingen umgehen, weil sie rechnen können, weil sie wirtschaftlich arbeiten müssen; denn das kostet alles Geld. Das sollten Sie wissen. Das ist auch gut so und sollte man anerkennen. Aber was hier in Deutschland, in Europa, in der EU abgeht, dass man seit zehn, 15 Jahren einen Kahlschlag bei den Wirkstoffen macht, ist eindeutig nur politisch motiviert. Es gibt keine Nachweise bei vielen Wirkstoffen, dass die schädlich sind. Ich habe es selbst im Gemüsebau erlebt. Wir haben dort Monitorings gemacht. Die Produkte wurden auf Rückstände auf Pflanzenschutzmittel geprüft. Das meiste Ergebnis war immer n. n.: nicht nachweisbar. Über den AK-LÜCK – das war eine Fachvereinigung, da waren die Industrie, Landwirte und der Handel vertreten, haben die Landwirtschaft und der Gartenbau Geld aus eigener Kasse investiert. Dort hat man Abbau hineingebracht, um die Industrien etwas zu drängen, sich für eine Zulassung in Sonderkulturen einzusetzen, weil sie es nämlich auch nicht tun, weil es vom Umsatz her nicht attraktiv ist. Alles wurde abgebügelt – Umweltbundesamt –, und der Kahlschlag kam damals in der Ära Künast, wo – sage ich mal – Deutschland vom Rinderwahnsinn befallen wurde, vom grünen Wahnsinn. Der Kahlschlag ging weiter; leider sind die ganzen Akteure immer noch da. Wir haben diese Problematik, dass Leute aus dieser Ära heute Özdemir einflüstern. Noch einmal – Herr Winkler hat es hier auch angesprochen, das war ein guter Beitrag –: Wir haben die Problematik, dass wir im Obst- und Gemüsebau Kulturen haben, die es in Deutschland bald nicht mehr geben wird, weil es notwendige Mittel nicht gibt. Noch einmal für Sie: Niemand – auch niemand von der AfD – hat hier irgendetwas gegen ökologischen Landbau. Lesen Sie doch einmal unser Wahlprogramm! Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Herr Dornau, die Redezeit ist beendet.
