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Volkmar Winkler

SPD 01.02.2024 Sitzungen 7/83

Danke, Frau Präsidentin. Sehr geehrter Herr Staatsminister! Ich möchte an die Frage der Kollegin Kummer anknüpfen. Mir geht es nicht nur um das Forschungszentrum. Sachsen gelingt es immer wieder, Großunternehmen anzusiedeln, zuletzt der Hersteller aus Taiwan. Mit den Ansiedlungen generell sowie mit neuen Ansiedlungen, die noch kommen, geht ein ungeheurer Fachkräftebedarf einher; nicht nur aus der Region, ich denke, auch aus dem Ausland. Gleichzeitig benötigen wir jedoch auch in Sachsen Fachkräfte für unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wir laufen hier Gefahr, von dort Fachkräfte abzuziehen. Wie sehen Sie vor, diesen Fachkräftebedarf in Zukunft zu decken? Gibt es Strategien, die dabei eine Rolle spielen, um diesen ungeheuren Fachkräftebedarf letztendlich abzusichern, und das nicht zulasten unserer kleinen und mittelständischen Unternehmen? Oliver Schenk, Chef der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien: Vielen Dank, Herr Winkler. Ich glaube, das ist eine der ganz zentralen Fragen. Wenn heute Standortentscheidungen von Unternehmen getroffen werden, schauen diese sich ganz genau an, wie es sich um das Arbeitskräftepotenzial in der Region verhält. Wenn wir einmal bei diesem großen Chiphersteller TSMC bleiben – Sie können aber auch Infineon oder GlobalFoundries als Beispiel nehmen –, dann entsteht im gesamten Bereich der Mikroelektronik ein enormer Bedarf an Fachkräften in den nächsten Jahren: 6 000, 7 000, 8 000; das ist nicht ganz genau zu prognostizieren. Dazu kommen dann auch Familien. Es ist eine enorme Herausforderung, insbesondere für die Kommunal- und Regionalpolitik, die Voraussetzungen infrastruktureller Art für die Menschen in diesem Großraum zu schaffen. Das sind in den nächsten zehn, 15 Jahren vielleicht 20 000 bis 30 000 zusätzliche Menschen. Die Frage ist: Wo kommen die her? Es gibt die Fachleute, die Experten. Das ist ein internationaler Markt. Darüber brauchen wir uns, glaube ich, keine Sorgen zu machen. Sie werden akquiriert, ziehen dann für fünf Jahre hierher und dann ziehen sie auch wieder an den nächsten Standort weiter. Die Frage ist: Wer wird wirklich in der Lage sein, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche eine solche Fabrik zu fahren? Dafür brauchen wir Kräfte, die in der Region zu Hause sind, die hier beheimatet sind, die mit ihren Familien hier wohnen. Hierzu gibt es eine interessante Initiative, angestoßen aus der Wirtschaft selbst heraus, ein neues Ausbildungszentrum zu schaffen, indem man deutschlandweit Personal gewinnt, indem wir die jungen Menschen ausbilden und ihnen auch Wohnmöglichkeiten schaffen. Es geht gerade um die Frage, wo ein solcher Standort sein kann. Es muss irgendwo hier im Umfeld sein, damit die Nähe zu diesen Chipherstellern gegeben ist. Das schließt auch ein, Personal aus dem Ausland zu gewinnen. Das können unsere Nachbarländer sein – Polen oder die Tschechische Republik –, aus denen wir bereits heute große Pendlerströme zu uns sehen, aber es muss darüber hinausgehen. Denn auch diese Länder sind, genau wie wir, demografisch sehr herausgefordert. Deshalb sind die Instrumente, die die Staatsregierung sich gegeben habt, angefangen von dem ZEFAS als neue Einrichtung bis hin zur Identifizierung von Ländern, mit denen man ganz gezielt Ausbildungsprogramme durchführt, auch im Hochschulbereich, in dem es jetzt extra für diese Fragestellung Kooperationen mit Hochschulen im Ausland gibt. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt. Dabei dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, wie es mit den Betrieben hier, mit dem Handwerk, mit den KMUs aussieht, die auch einen enormen Bedarf haben. Deshalb ist das Thema berufliche Qualifizierung, sehr früh Schule mit Ausbildung zusammenzubringen, sehr wichtig, um hier eine vernünftige Orientierung hinzubekommen. Ich finde, es gibt dazu hervorragende Ansätze. Es gibt auch im Schulbereich tolle Ansätze, die dieses Thema stärken. Doch wir müssen diese gemeinsam auch weiter ausbauen. Ich glaube, das ist eine der zentralen Gestaltungsaufgaben für dieses Hohe Haus, für die Staatsregierung, für die Wirtschaft: das gemeinsam auf den Weg zu bringen. Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Vielen Dank. Wir kommen jetzt wieder zur CDU-Fraktion. Herr Kollege Hippold, bitte, an Mikrofon 5.

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