Albrecht Pallas
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich komme hier aus Dresden, auch bei uns gibt es sehr viele Sportvereine. Einen kenne ich ganz besonders gut: Es ist der Fußballverein Dresden Süd-West, dort hat mein Sohn bis vor ein paar Jahren gekickt. Bis vor wenigen Jahren war die Anlage, zumindest bei den Gastmannschaften, nicht sonderlich beliebt. Fast trotzig mutet das Vereinsmotto an „Frischer Wind aus Südwest“. Und tatsächlich ist der Sportplatz ziemlich windig und zugig auf dem Berg gelegen, im Schatten einer Brauerei. Ziemlich lange waren die Umkleidekabinen und Duschen in kalten Containern. Spielerinnen und Spieler sind kurz vor dem Spiel rein, haben das Spiel absolviert und wollten schnell wieder weg. Heute ist das anders: Die Sportanlage hat ein neues Sozialgebäude, einen schicken Kunstrasen – dafür haben sich viele Stadträtinnen und Stadträte in Dresden und auch Landtagsabgeordnete eingesetzt –, und es ist ein Ort geworden, an dem man gerne länger bleibt. Das war letzten Sommer, beim 60-jährigen Vereinsjubiläum, gut zu erleben. Schon davor hatten die Ehrenamtlichen alles getan, um den Sportlerinnen und Sportlern ein schönes Umfeld zu bieten. Heute fällt es ihnen leichter; dafür musste investiert werden. Diese Rahmenbedingungen für den Breiten- und Spitzensport zu schaffen ist auch unser erster landespolitischer Auftrag; denn es gibt keinen Spitzensport ohne Breitensport. Es gibt keinen Breitensport ohne Ehrenamt und es gibt kein Ehrenamt ohne ordentliche Bedingungen. Diese müssen Menschen motivieren, sich zu engagieren, müssen ihnen Anerkennung für ihr Engagement zeigen und sie dabei unterstützen. Wir können das Geld im Sporthaushalt nur einmal ausgeben – klar. Jedoch können wird das Geld so ausgeben, dass möglichst viele etwas davon haben. Das gilt auch für die Sportstätten im Freistaat, die von allen genutzt werden, seien es die schon angesprochenen Wintersportanlagen oder die Sportzentren, in denen auch die Breitensportvereine ihre Trainingslager bestreiten, zum Beispiel der Rabenberg. Dieses Sportzentrum kommt allen zu Gute, dem Breitensport und dem Leistungssport. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Das ist doch im Erzgebirge!) – Richtig.– Deswegen fördern wir es auch; ohne Investition in die Sportstätten geht es nicht. Aber: Die Sportstätten sind nur die Hülle, der Rahmen. Das Herz der Sportstätten sind die Menschen, die Sportlerinnen und Sportler, die Ehrenamtlichen, und sie zu fördern ist die zweite, große Aufgabe. Ein gutes Beispiel dafür ist das Förderprogramm „Ehrenamt stärken im Sport“; es wurde bereits angesprochen. Wir investieren in Rahmenbedingungen für unsere Vereine, für unsere Sportfreundinnen und Sportfreunde an der Basis. Es geht um Trainer(innen), Übungsleiter(innen), Kampf- und Schiedsrichter(innen), Aktive im Verein, die zum Beispiel Kinder- und Jugendarbeit, Integrationsarbeit im Sport machen oder die Finanzen des Vereins im Blick behalten. Wir wollen, dass in ein paar Jahren auch ein Spieler auf den Platz an der Stuttgarter Straße beim FV Dresden Süd-West kommt, dem die Kinder aus der E-Jugend zujubeln und nacheifern, weil er es an die Spitze geschafft hat, und der dann zu Recht sagt: Hier wurde die Basis für meine Karriere gelegt, sie wurde auf einer tollen Sportanlage zum Leben erweckt durch gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer, deren Lizenzlehrgänge der Verein vom Freistaat Sachsen gefördert bekommen hat. – Das ist mir sehr wichtig, meine Damen und Herren, und dafür habe ich mich starkgemacht. (Vereinzelt Beifall bei der SPD und den BÜNDNISGRÜNEN – Beifall des Staatsminister Armin Schuster) Wenn ich einen letzten persönlichen Wunsch äußern darf: Der Verein soll auch seinen Trainerinnen und Trainern sagen können: Nehmt euch doch einfach die fünf Tage Bildungszeit für den Lizenzlehrgang; denn das, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind Gelingensbedingungen für ein erfolgreiches Sportland Sachsen, von der Basis bis zur Spitze, vom ehrenamtlichen Breitensport für Tausende Kinder und Jugendliche in Sachsen bis hin zu den Olympia-Stützpunkten in den verschiedenen Sportarten – auf dem Hügel beim FV Dresden Süd-West ebenso wie auf der Bobbahn in Altenberg und im gesamten Freistaat. Sport frei! Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, den BÜNDNISGRÜNEN und der CDU)
