Henning Homann
Das ist für mich eine sehr dankbare Frage; denn der erste Teil der Antwort, wie lange die SPD dafür kämpft, dass es bessere Löhne gibt, lautet: Seitdem es uns gibt, seit über 160 Jahren. (Beifall bei der SPD) Das ist nämlich unsere Kernaufgabe. (Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD) Wir waren vor 160 Jahren in einer Situation, in der die Leute teilweise für nichts arbeiten gingen, in der es Kinderarbeit gab, in der jeden Tag Tausende Menschen während ihrer Arbeit gestorben sind, weil es Ausbeutung war. Es war eine Monarchie, in der es keine Menschen- und Bürgerrechte gab, erst recht nicht für Arbeiterinnen und Arbeiter, und das haben wir seit 160 Jahren verändert. Heute leben wir in einer Demokratie mit all ihren Fehlern, aber es ist auf jeden Fall besser als das, was wir vor 160 Jahren hatten. Der zweite Teil meiner Antwort ist: Wenn Sie einmal in den Sachsen-Monitor hineinschauen, dann stellen Sie fest, dass die Unzufriedenheit mit den Ost-West-Löhnen in diesem Land zwar immer noch der wichtigste Punkt ist, wenn es um die Frage von Gerechtigkeit geht, aber der Punkt ist viel kleiner geworden. In einem zweistelligen Prozentsatz sind weniger Menschen mit dem Lohngefälle zwischen Ost und West unzufrieden, weil sich in den letzten Jahren etwas verändert hat. Das ist das Ergebnis sozialdemokratischer Politik. Mit der Einführung des Mindestlohns hat sich das Gesamtlohngefüge in Sachsen nach oben bewegt, (Zuruf des Abg. Thomas Thumm, AfD – Weitere Zurufe von der AfD) das heißt: In mehr Branchen gibt es zum Glück weniger Unterschiede zwischen Ost- und Westlöhnen. Das ist unser Erfolg. Deshalb an dieser Stelle noch einmal: Wir werden nicht nachlassen. Dass der Unterschied zwischen den Ost-WestLöhnen kleiner geworden ist, ist zwar ein Erfolg, aber er macht uns nicht zufrieden. Wir werden nicht aufhören, an der Seite der Beschäftigten zu kämpfen, bis der Lohnunterschied zwischen Ost und West komplett beseitigt ist, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPD) Deshalb möchte ich jetzt gern, Herr Präsident, zu meinem zweiten Vorschlag kommen. (Zurufe von der AfD) Der zweite Vorschlag heißt: Lassen Sie uns mehr vertrauen! Lassen Sie uns vor allem mehr in die Arbeit der Bürgermeister, der Stadt- und Gemeinderäte und der vielen Engagierten vertrauen. Diese sagen immer wieder: Wir brauchen mehr Freiheit. Bitte gebt uns pauschaler Geld. Wir wissen vor Ort am besten, was zu tun ist. Bitte vertraut uns als Vereine.
