Oliver Fritzsche
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf setzen wir eines der zentralen hochschulpolitischen Vorhaben des Koalitionsvertrags um. Ziel dieser Weiterentwicklung ist es, die Berufsakademie Sachsen zu einer vollwertigen Hochschule weiterzuentwickeln, die damit gleichberechtigt neben den Universitäten, den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und den Kunst- und Musikhochschulen hier im Freistaat Sachsen bestehen soll. (Beifall bei der CDU und des Staatsministers Sebastian Gemkow) Mit der Weiterentwicklung der BA zur Dualen Hochschule wird unsere sächsische Hochschullandschaft nicht nur erweitert, wir passen sie auch an die aktuellen Erfordernisse an. Die Berufsakademie Sachsen ist seit mehr als 30 Jahren nicht nur ein verlässlicher Partner für die sächsischen Unternehmen, sie sichert zudem wichtige Fachkräfte, und das insbesondere durch das duale Prinzip der Verknüpfung von akademischer Theorie und betrieblicher Praxis. An ihren sieben Standorten hier im Freistaat – in Bautzen, in Breitenbrunn, in Dresden, in Glauchau, in Leipzig, in Plauen und in Riesa – leistet sie eine hervorragende Arbeit und einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Gerade im ländlichen Raum sind die Standorte eine wichtige Säule der akademischen Ausbildung. Mit dem Gesetzentwurf und der Umwandlung erhöhen wir die Sichtbarkeit der Dualen Hochschule und schaffen gleichberechtige Voraussetzungen in unserer Hochschullandschaft. Zudem steigt die Qualität des Studiums – davon waren auch die Sachverständigen in der Anhörung überzeugt. Die Zahl der Studentinnen und Studenten, die ihr Studium an der Berufsakademie absolvieren, steigt seit Jahren kontinuierlich an. (Beifall bei der CDU und des Staatsministers Sebastian Gemkow) Am 1. April 2024 soll die Gründungsphase starten, die die Umwandlung der Berufsakademie Sachsen zur dualen Hochschule vorbereitet, und am 1. Januar 2025 soll die Duale Hochschule Sachsen kraft Gesetzes errichtet werden und ihren Regelbetrieb beginnen. (Beifall bei der CDU und des Staatsministers Sebastian Gemkow) Damit erfüllen wir die Vereinbarungen, die wir uns gemeinsam in der Koalition im Koalitionsvertrag gesetzt haben. Dort heißt es: „Die Koalitionsparteien werden die Berufsakademie Sachsen schrittweise zur Dualen Hochschule Sachsen weiterentwickeln. Dabei sollen das eigenständige Profil mit einem dualen Studium und die Verbundenheit zur mittelständischen Wirtschaft erhalten bleiben, um Wissenstransfer in der Region sicherzustellen.“ (Beifall bei der CDU und des Staatsministers Sebastian Gemkow) Zur Umsetzung der Weiterentwicklung bedarf es neben einem Errichtungsgesetz – also dem Gesetz über die Duale Hochschule Sachsen – insbesondere einiger Anpassungen im Sächsischen Hochschulgesetz, um die Duale Hochschule Sachsen gleichberechtigt in die sächsische Hochschullandschaft zu integrieren, wobei ihr besonderes duales System berücksichtigt wird. Zentrale Aufgabe der Dualen Hochschule Sachsen wird die Entwicklung, das Angebot und die Umsetzung dualer praxisintegrierender Bachelorstudiengänge – und in der Perspektive auch von Masterstudiengängen – sein, und zwar immer im Zusammenwirken mit dualen Praxispartnern nach dem Modell der bisherigen Berufsakademie. Das grenzt sie von den Hochschulen für angewandte Wissenschaften ab, die auch weiterhin ihre dualen Studiengänge – sofern sie sie anbieten – insbesondere, aber eben nicht nur ausbildungsintegrierend anbieten können. Durch die Verleihung des Hochschulstatus wird dieser Form der dualen Bildung überregional und international Anerkennung verschafft; denn bei der positiven Entwicklung der Anerkennung der Berufsabschlüsse der Berufsakademie in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass der derzeitige Status der Berufsakademie Sachsen für eine weitere Entwicklung nicht mehr ausreichend tragfähig ist. Daher diese Weiterentwicklung, zu der wir heute einen gesetzlichen Auftrag erteilen. (Beifall bei der CDU und des Staatsministers Sebastian Gemkow) Mit dieser Weiterentwicklung wird das bisherige Studium aufgewertet, und es ermöglicht auch der sächsischen Wirtschaft, den Fachkräftebedarf noch zielgerichteter zu decken. Damit trägt es auch zur Weiterentwicklung unseres Freistaates sowohl als Wissenschafts- als auch als Wirtschaftsstandort bei. (Marko Schiemann, CDU: Sehr gut! –
