Markus Scholz
Von „Fachkräften!“) – Von Herrn Weigand? Dazu kann ich nur sagen: Ich warne davor. – Das ist das Erste. Das Zweite: Ich möchte eines klarstellen: Ich weiß gar nicht, wie man darauf kommen kann, dass wir die Schule nur als „Spaßort“ sehen. (Sebastian Wippel, AfD: Vielleicht liegt es an dem Titel!) Das ist gar nicht der Punkt. Vielleicht unterscheidet uns eines: dass es hier erstens nicht um Spaß, sondern um Freude am Lernen geht, und wir zweitens Schule nicht nur als Lernort begreifen. In der Tat – zumindest sage ich das als Mama – verbringt mein Sohn mehr Zeit in der Schule als zu Hause. Das heißt, dass die Schule nicht nur ein Lernort, sondern auch ein Lebensort ist. (Lachen bei der AfD) Das ist der Punkt. Das muss man einfach zur Kenntnis nehmen und dafür müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen. Das nächste ist Bildungsland 2030. Dazu haben wir uns bereits unterhalten. Im Übrigen stimmt Ihr Vorwurf, dass ich zu dem Teil gehören würde, der immer alles schlechtredet, einfach nicht. Ich habe mich in den letzten vier Jahren anders verhalten und kann nur sagen: Erstens ist es die Aufgabe der Opposition, zu kritisieren, und wenn ich – zweitens – Dinge gut finde, dann habe ich das auch mitgeteilt. Das habe ich im Übrigen vorhin gesagt. Ich finde den Prozess Bildungsland 2030 an sich völlig okay. Wir müssen aber schauen, dass wir ihn umsetzen. Wenn wir über Zukunft reden, muss klar sein, dass beispielsweise Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler wissen wollen – wenn das Ganztagsmodell kommt und das rechtlich verpflichtend ist usw. –, wie wir das in Sachsen organisieren und wer das macht; denn alle wissen, dass das ein Problem wird, weil wir bereits jetzt Schwierigkeiten haben. Das sind Dinge, über die wir diskutieren müssen. Ich finde, sie gehören in dieses Hohe Haus, und dafür braucht es Konzeptionen und Lösungsvorschläge. Letzter Punkt. Ich bleibe dabei, dass es ganz wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche gern in die Schule gehen. Ich behaupte, das ist die Abkehr von der These, es müsse bitter schmecken, sonst nütze es nichts. Kinder und Jugendliche sagen, sie hätten keinen Bock mehr und wollten überhaupt nicht mehr in die Schule gehen. Ärzte müssen aufgesucht werden usw. usf. Der Ruf nach Schulsozialarbeit, der im Schulgesetz steht, hängt nicht nur damit zusammen, dass wir ein bisschen Schulsozialarbeit brauchen, sondern dass an den Schulen manifeste Probleme existieren. Darüber müssen wir diskutieren und dafür brauchen wir Lösungen; besonders wenn ich mir anschaue, dass Schulsozialarbeit an Gymnasien nur zur Hälfte abgedeckt ist. Herr Dr. Weigand, das Problem des Internets – und generell des Infrastrukturausbaus – ausschließlich auf den ländlichen Raum zu schieben, dazu kann ich nur sagen: Mir sind Schulen in der großen Stadt Leipzig bekannt, wo gesagt wird: Wir schauen mal, ob wir dort 2025 Glasfaser anlegen können. Zu glauben, dass wir Beamte in den ländlichen Raum schieben können, dazu kann ich nur sagen: Dann haben Sie nicht verstanden, dass der Lehrkräftebedarf nicht nur im ländlichen Raum groß ist, sondern inzwischen auch in den Großstädten; (Zuruf der Abg. Martina Jost, AfD) nicht nur in Sachsen, sondern bundesweit. Das Verschieben von Beamten hilft an dieser Stelle meiner Meinung nach überhaupt nicht. Danke schön. (Beifall bei den LINKEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gibt es noch Redebedarf vonseiten der Fraktionen? Ich frage zunächst die CDU, damit wir die Reihenfolge einhalten. – Nein. Herr Dr. Weigand, bitte. Sie haben noch 2 Minuten 39 Sekunden.
