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Holger Gasse

CDU 21.09.2023 Sitzungen 7/77

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wenn ich Ihnen den Wunsch damit erfülle, Frau Neuhaus-Wartenberg: (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Oh!) Es ist in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht worden, es sind sicher auch irgendwann einmal Fehler begangen worden und es ist auch nicht alles gut; das habe ich auch nie behauptet. Vor allem ist in der Vergangenheit der Fehler – das wird immer vergessen – gemacht worden, dass in den Neunzigerjahren über einen langen Zeitraum keine jungen Lehrer eingestellt wurden, weil diese Absenkung in einer Verhandlung mit den Gewerkschaften bedeutet hat, dass über einen gewissen Zeitraum keine neuen Lehrer ins System eingestellt werden durften, solange nicht alle anderen Lehrer ein Angebot bekommen haben, wieder auf ihr ursprüngliches Stundenniveau hoch zu kommen. (Lachen und Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE: Die Gewerkschaften sind schuld?) Das hat zu einer Alterspyramide geführt, die besonders in den letzten Jahren zu einem erhöhten Abgang geführt hat. Das verschärft das Problem bzw. ist eines der Probleme. Wir haben den ganzen Tag über Personalmangel geredet. Besonders Sie, Herr Kollege Gebhardt, haben am Dienstag vor den Handwerkern und in Anwesenheit von Kollegin Neuhaus-Wartenberg deutlich ausgeführt und richtig erkannt, wie die Situation ist. Es gibt aktuell und in den nächsten Jahren weniger Fachkräfte – nein, weniger Arbeitskräfte –, und das über alle Branchen hinweg; das gilt auch für Lehrer. Das stellt uns vor Probleme und Herausforderungen, doch das können wir nicht ändern. Wir können uns die neuen Lehrer ja nicht backen. (Luise Neuhaus-Wartenberg, DIE LINKE: Deshalb müssen wir damit umgehen!) Doch wir müssen damit leben. Wenn man diese Erkenntnis hat, frage ich mich: Warum immer das ständige Schlechtreden dieser Anstrengungen? Auch solch ein Protesttag führt dazu, dass ein Bild vermittelt wird, als sei alles völlig schrecklich. Er führt am Ende vielleicht auch dazu, dass Menschen keine Lehrer in Sachsen werden wollen. (Antonia Mertsching, DIE LINKE: Ach so, daran liegt das!) Wir tun unser Bestes, insbesondere in Sachsen, um Schülerinnen und Schülern eine bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Grundsätzlich sollte es bei diesen Debatten Aufgabe aller Beteiligten sein – auch der Bildungsgewerkschaften und sehr gern auch von Ihnen von den LINKEN –, positiv und gemeinsam für den Lehrerberuf zu werben und ihn gesellschaftlich nicht negativ zu belegen. Nur so kann es uns am Ende gelingen, junge Menschen für diesen abwechslungsreichen und in der Gesellschaft doch sehr anerkannten Beruf im Sinne guter Bildung für unsere Kinder zu werben und dafür zu begeistern. Diese Debatte, insbesondere der Debattentitel, ist dafür nicht hilfreich. Wenn darin „Bildungswende“ steht – ich hatte es eingangs bereits erklärt –, bedeutet das für mich ein Umdrehen in eine völlig andere Richtung. Es verkennt die Anstrengungen, die in Sachsen unternommen wurden, um diese Herausforderungen zu meistern. Wir haben mit dem Bildungsland 2030 – Sie haben es alle bereits angesprochen – einen Dialogprozess mit allen an Bildung Beteiligten gestartet – auf Augenhöhe, genau so, wie es dort gefordert wird. Deshalb sagte ich eingangs in meiner Rede: Wir können einen Haken dahinter machen; das ist passiert. Wenn wir uns darüber im Klaren werden wollen, was dieser Prozess erreichen soll: Natürlich wollen wir den Unterricht modernisieren, wollen über Digitalisierung sprechen, methodisch und didaktisch nachdenken, was man besser machen kann. Natürlich wollen wir auch die Lehrpläne überprüfen. Doch dieser Prozess ist in Deutschland nach meinem Dafürhalten einmalig und zeigt, dass sich der Freistaat an dieser Stelle besonders auf den Weg gemacht hat, um einen Bildungsgipfel, wie es genannt wird, auf Augenhöhe zu initiieren. Oberstes Ziel muss es sein, die Unterrichtsversorgung zu stabilisieren. Das gelingt uns nur, indem wir junge Lehramtsstudenten erfolgreich durch ein grundständiges Studium begleiten, diese dann an den Schulen haben und diese Ressourcen möglichst effizient und im Interesse eines guten Unterrichts einsetzen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU und der SPD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Wünscht die AfD das Wort? – Bitte.

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