Henning Homann
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sachsen ist seit Jahrzehnten das Autoland in Ostdeutschland. (Zuruf von der AfD: Na!) Unser gemeinsames Ziel ist – ich bin sicher, dass wir das erreichen –, dass Sachsen auch in Zukunft das Autoland bleibt – und zwar nicht nur das Autoland der Traditionen, sondern eben auch das Autoland der Zukunft. Damit haben wir die Chance, nicht nur das Autoland für Ostdeutschland zu sein, sondern das Autoland für ganz Deutschland, das Autoland für Europa. (Kerstin Köditz, DIE LINKE: Ach nein! – Oh-Rufe von der AfD) Genau deshalb setzen wir auf Elektromobilität, weil es eine Erfolgsgeschichte ist. Die großen Automobilhersteller haben sich zu Sachsen bekannt. VW hat über 1,2 Milliarden Euro investiert, Porsche 600 Millionen Euro. BMW investiert jetzt 800 Millionen Euro in eine moderne Batteriefabrik. Dadurch war es möglich, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben: dass wir in Sachsen die Autos der Zukunft bauen. Ja, das bedeutet, dass fast die Hälfte aller Elektroautos, die in Deutschland produziert werden, aus Sachsen kommen. Das ist etwas, worüber wir froh sein sollten. Ich möchte an dieser Stelle sagen: Ein ganz großes Verdienst daran haben die Beschäftigten, die in den Werken bei VW, bei Porsche, bei BMW arbeiten; denn sie haben sich darauf eingelassen, sich noch einmal auf eine neue Technologie umzuschulen. Sie haben gesagt: Wir nehmen die Herausforderung Elektromobilität an! (Zuruf von der AfD: Sie sind gezwungen worden! – Thomas Thumm, AfD: Das sind keine Beschäftigtenentscheidungen gewesen, Herr Homann! Kommen Sie mal aus Ihrem Gewerkschaftssprech heraus!) Sie haben gesagt: Wir sind bereit, dafür zu sorgen, dass wir die Autos der Zukunft bauen und damit die Arbeitsplätze der Zukunft sichern. Vielen Dank an die Beschäftigten, die diese Herausforderung angenommen haben! (Beifall bei der SPD sowie vereinzelt bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN – Zurufe von der AfD) Den größten Fehler, den wir als Politiker machen können, ist, diesem Innovationsgeist, diesem klaren Bekenntnis sowohl der Beschäftigen als auch der Automobilkonzerne an dieser Stelle jetzt Stöcke in die Speichen zu werfen. Das wäre das Schlechteste, was wir machen könnten. Deshalb lassen Sie mich ganz klar sagen: Es ist richtig, auf die Elektromobilität zu setzen. Denn wenn wir Ihrem Weg als AfD folgen würden, (Roberto Kuhnert, AfD: Natürlich!) wenn wir weiterhin auf Verbrennungsmotoren setzen würden, wissen Sie, was dann passieren würde? (Roberto Kuhnert, AfD: Na, was denn?) Wir würden im Jahr 2030 oder 2035 keine Autos mehr exportieren (Lachen bei der AfD) in die großen Exportmärkte dieser Welt, (Roberto Kuhnert, AfD: Quatsch!) weil solche Autos dort nicht mehr zugelassen werden. (Beifall bei der SPD sowie vereinzelt bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN – Unruhe bei der AfD) Deshalb ist Ihre Antwort eine, die nur auf Deutschland schaut, nur auf Sachsen. Das ist ein Fehler. Wir leben in einer globalen Welt. Wir wollen unsere Autos nicht nur in Deutschland verkaufen, wir wollen unsere Autos auf der ganzen Welt verkaufen, weil sie gut sind.
