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René Hein

AfD 20.09.2023 Sitzungen 7/76

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen! Ich möchte, bevor ich zu meinem eigentlichen Anliegen komme, noch kurz auf Herrn von Breitenbuch eingehen. Das, was er zuletzt gesagt hat, fand ich schon ganz faszinierend. Was mich besonders fasziniert hat, ist dieser Begriff „Akademische Naturelite“. Ich möchte das vielleicht ein bisschen umdeuten: Es ist eher eine erkenntnisfreie, praxisferne Möchtegern-Elite, die meistens in der Stadt wohnt und überhaupt keine Ahnung von den ganzen Themen hat. (Beifall bei der AfD) Zum Zweiten ist Herr von Breitenbuch auf die Zertifizierung eingegangen. Das fand ich auch dahin gehend spannend: Wir hatten dazu auch schon einen Redebeitrag, in dem es um die Frage ging, ob diese Zertifizierung nur auf drei kleine Bezirke angewandt wird. Daraufhin kam die Antwort: Sie wissen schon, dass es nur die drei Bezirke sind. – Ich sagte daraufhin: Aber wir wissen, wo die Reise hingeht. Das hat sich nun eher bewahrheitet als gedacht. Tut mir leid; wir hatten wieder einmal recht. Es ist so, dass die Probleme in der Forstwirtschaft zunehmen. Wir haben einen grünen Minister. Was erwartet man? Aber gut. Holz nachhaltig und effizient zu nutzen, ist möglich, aber nur mit einer rationalen Forstpolitik und einem geschlossenen Wirtschaftskreislauf. Beides haben wir in Sachsen nicht. Holz ist zwar vorhanden, aber einerseits verrottet es – das klingt ein bisschen spannend, was er gesagt hat, aber ist so, weil politisch gewollt – ungenutzt in den Wäldern und andererseits fehlen uns schlicht die Verarbeitungskapazitäten. Großsägewerke gibt es hier kaum. (Zuruf von der AfD: So ist es!) Sachsen ist in den letzten Jahrzehnten zum Rohstofflieferanten für Bayern und Thüringen geworden. Deren attraktivere Förderung für die Verarbeitungsinfrastruktur in der Vergangenheit sind aber nur ein Teil der Erklärung. Sägewerke – das weiß jeder, der Unternehmer ist – brauchen Planungssicherheit. Ein Sägewerk amortisiert sich nach 40 Jahren; ein Unternehmer denkt in Jahrzehnten und braucht Rohstoffsicherheit heute und in 40 Jahren. Flächenstilllegungsverbote und weitere Einschränkungen sind die Totengräber für die Rohstoffsicherheit. Das Haus von Staatsminister Günther hat vor einem Jahr zum Beispiel den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Staatswald per Erlass grundsätzlich untersagt – und das inmitten der größten Borkenkäferplage. Seit Jahrzehnten sind diese nur noch im begründeten Einzelfall möglich. Die GRÜNEN wollen eine Urwald-Offensive. Das fand ich auch spannend. Kollege von Breitenbuch sprach von „Sachsensümpfchen von der CDU“; okay, schöne Anspielung – gefällt mir. Manch einer sieht den Borkenkäfer dabei gar als Freund und Helfer an; schön für die GRÜNEN, schlecht für die bedrohten Nadelholzbestände und ein Wink mit dem Zaunpfahl für die Holzindustrie. Das geht bei den forstpolitischen Zielsetzungen weiter. Wenn wir vom Holz von morgen reden, dann reden wir vom Waldbau von heute. Heute ernten wir das, was unsere Urgroßeltern gepflanzt haben. Falsche Entscheidungen in der Gegenwart sind der Holzimport von morgen. Dieser ist weder regional noch umweltfreundlich. Der Waldumbau hin zu mehr Laubholz – aus ökologischer Sicht durchaus wünschenswert – muss aber mit Augenmaß erfolgen. Wir brauchen zukünftig marktgängige Nadelholzsortimente. Damit die Privatwaldbesitzer Geld aus der „Förderrichtlinie Wald und Forst“ bekommen, muss der Waldholzanteil bei der Aufforstung mindestens – das wissen Sie – 50 % betragen. Das ist die aktuelle Förderrichtlinie. Entlang von Wiesen und Wegen müssen Sträucher und Obstbäume gepflanzt werden. Für die meisten Waldbesitzer ist das eine Zumutung. Das geht auch am künftigen Bedarf vorbei. Wie so eine politische Einflussnahme aussieht, sehen wir gerade bei VW in Zwickau. Das Betriebsmodell der Privatwaldbesitzer ist nun einmal die Schnittholzproduktion und die Verbrennung des Restholzes. Das Schnittholz trägt, das Brennholz wärmt. Bei der Ausgestaltung von Förderrichtlinien muss mehr auf die gezielte Förderung von Baumarten geachtet werden, die bei der Ernte auf dem Markt gängig sind. Zugleich muss der Walderhaltung ein größerer Stellenwert zukommen. Wir haben die Möglichkeit, versauerte Böden mittels der Bodenschutzkalkung zu sanieren und deren wertvolle Bestände zu schützen. Langzeitversuche aus dem Holzland Baden-Württemberg zeigen, dass eine regelmäßig durchgeführte Kalkung die Bestände nachweislich robuster gegen Trockenheit und Stürme macht.

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