Juliane Nagel
Also noch einmal der Punkt: Entkriminalisierung versetzt uns in die Lage, die Gesundheit von Menschen zu schützen, einen Gesundheitsschutz zu entwickeln. Entkriminalisierung an und für sich ist Gesundheitsschutz; aber sie hilft auch, einen souveränen Umgang zu befördern, der Menschen dazu befähigt, stark mit Substanzen umzugehen, die einfach vorhanden sind. (Roberto Kuhnert, AfD: Habt ihr sonst keine Probleme?) Schauen wir uns doch die Zahlen an. In Sachsen – das habe ich vorhin schon gesagt – konsumieren 22 % der 18-bis25-Jährigen trotz des Verbots Cannabis. Wenn wir die Zahlen weiterspinnen – dann können Sie sich vielleicht zurücklehnen und entspannen –, sagen die Statistiken, dass der Cannabiskonsum mit Ende 20 zurückgeht. Dann geht er auf ein Maß zurück, das im einstelligen Prozentbereich liegt. Das können wir doch einfach annehmen. Wir können dafür sorgen, dass Menschen weniger Cannabis konsumieren oder es nicht konsumieren. Wir können sie aber vor allem mündig machen, und wir können den Konsum – unter bestimmten Bedingungen – sicher machen. Ich möchte darauf hinweisen, dass jährlich 80 000 Menschen an Alkoholschäden sterben. Das ist bekannt. Opfer durch den Konsum von Cannabis sind nicht bekannt. Sie müssen dann doch einmal erklären – wenn Sie sich hier hinstellen und gegen die Entkriminalisierung wettern –, wie diese Doppelmoral zustande kommt. (Beifall der Abg. Antonia Mertsching und Anna Gorskih, DIE LINKE) Das wollen wir nicht akzeptieren. Wir sind für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Substanz Cannabis. Damit darf das nicht zu Ende sein; das ist vollkommen klar. Wir appellieren jedoch auch an SPD und GRÜNE: Zu sagen, dass Präventionsangebote, Beratungsangebote und die ambulante Suchthilfe gestärkt werden müssen, reicht nicht; es muss auch passieren. (Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD) Die Vereine, die Initiativen stehen auf der Matte und wollen sich darauf vorbereiten, diesen Paradigmenwechsel auszugestalten. Dafür brauchen sie Unterstützung, vor allem finanzielle Unterstützung. Das ist unsere Forderung. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: So, gibt es weiteren Redebedarf vonseiten der Fraktionen? – Die AfDFraktion bitte, Herr Ulbrich. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Ach, herrje! –
