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Petra Čagalj Sejdi

GRÜNE 27.04.2023 Sitzungen 7/70

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Nachhaltigkeit – das können Sie sich sicherlich vorstellen – ist für uns GRÜNE in allen Lebenslagen immer ein wichtiges Thema. So ist uns auch eine nachhaltige Krankenhauslandschaft in Sachsen besonders wichtig. Unter einer nachhaltigen Krankenhauslandschaft verstehen wir vor allem eine hohe qualitative Versorgung von Patienten. Wir verstehen darunter aber auch die nachhaltige Ausstattung von Krankenhäusern. Was die qualitative Versorgung angeht, ist es besonders wichtig, dass wir darauf achten, dass die Standards gesichert sind; und dass wir zum Beispiel darauf achten, dass Krebspatienten nur dort behandelt werden, für deren Einrichtung eine Zertifizierung der deutschen Krebsgesellschaft vorliegt. Allein so könnte man in Deutschland statistisch gesehen 4 700 Krebstote vermeiden. Ähnlich ist es mit der Behandlung von Schlaganfallpatienten. Hier sind wir viel stärker auf sogenannte Stroke Units angewiesen, die eine bessere Behandlung ergeben und sehr viele Todesfälle vermeiden würden. Wir wollen in Sachsen eine bedarfsgerechte Versorgung. Wir wollen, dass komplizierte Eingriffe eben nur dort durchgeführt werden, wo auch spezialisiertes Personal ist. Wir wollen, dass die Menschen die Möglichkeit haben, zum Spezialisten zu gehen, und nicht dort behandelt werden müssen, wo man ihre Krankheit und ihr Krankheitsbild nicht genau kennt. Nachhaltige Krankenhauslandschaft meint aber nicht nur die Patientenversorgung. Nachhaltigkeit in der Krankenhauslandschaft bedeutet auch soziale Nachhaltigkeit im Hinblick auf das Personal. Wir haben das eben beim Thema Fachkräftemangel gehört. Als wichtiger Punkt spielt natürlich mit hinein, dass die Arbeit im Krankenhaus bessere Arbeitsbedingungen braucht. Wir brauchen leistungsgerechte Bezahlungen, wir brauchen Arbeitsbedingungen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser ermöglichen. Wir brauchen Entbürokratisierung. Wir brauchen Weiterbildungsangebote. Das bloße Beifallklatschen, das wir zur Corona-Zeit hatten, hilft uns hier nicht wirklich weiter. Wir müssen stärker darüber nachdenken, wie wir das Personal in Krankenhäusern halten können. Ich merke das ganz oft, Stichwort Fachkräftezuwanderung: Ich kenne viele Pflegekräfte, zum Beispiel aus Bulgarien, die hierher zu uns nach Leipzig kommen, aber nach einem Jahr nach Hessen oder Nordrhein-Westfalen gehen, weil eben bestimmte Aspekte bei uns fehlen. Da müssen wir auf jeden Fall nachsteuern. Ganz besonders wichtig ist aber, dass wir auf Bundesebene endlich das Fallpauschalensystem reformieren, denn nur so kommt man doch aus dem Hamsterrad mit immer mehr Patientenfällen und stärkerer Überlastung des Personals heraus. (Susanne Schaper, DIE LINKE: Da ist nichts zu reformieren! Das muss weg!) – So kann man es natürlich auch sehen. Ich möchte jetzt gar nicht bestreiten, dass das eigentlich wegmüsste. (Zuruf des Abg. Alexander Dierks, CDU) Eine nachhaltige Krankenhauslandschaft – ich habe es vorhin schon angedeutet – bedeutet für uns GRÜNE natürlich auch eine ökologische Krankenhauslandschaft: Green Hospital, das muss etabliert werden. Wir müssen Krankenhäuser dabei unterstützen, dass sie energetisch saniert werden, dass Photovoltaikanlagen aufs Dach kommen, dass Wasser und Abwasser wieder auf den Prüfstand kommen, dass Abfallvermeidung und umweltgerechte Entsorgung stattfinden. Auch das bedeutet Nachhaltigkeit in der Krankenhauslandschaft. Ich möchte noch einen Punkt ansprechen, der ebenfalls besonders wichtig für uns ist: die ambulante Versorgung. Wir bekommen es mit: Immer mehr operative Eingriffe könnten auch ambulant stattfinden. Viele Patientinnen und Patienten möchten das auch gerne. Wir sollten also überlegen, inwieweit wir stationäre Betten reduzieren und stärker auf die Versorgungszentren schauen, um diese Versorgung in den Regionen sicherzustellen. Aber auch dafür braucht es ausreichende Finanzierungen; das Thema hatten wir heute schon. Wir sind gehalten, darauf zu achten, im nächsten Doppelhaushalt daran zu denken und ausreichende Finanzierungen zu ermöglichen. Das Gesundheitssystem und die Krankenhauslandschaft müssen weiterentwickelt werden – das haben wir heute in allen Redebeiträgen gehört. Die Punkte, die uns besonders wichtig sind, habe ich aufgezählt und fasse sie hier gern noch einmal zusammen: Das sind die bedarfsgerechte Versorgung, ein stärkeres Achten auf das Personal und die bessere soziale Versorgung von Personal. Natürlich ist das auch die ökologische Nachhaltigkeit in unseren sächsischen Krankenhäusern. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die SPDFraktion Frau Abg. Lang. Bitte.

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