Jörg Dornau
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn die GRÜNEN hier eine Debatte zum Trinkwasser vom Zaun brechen, (Valentin Lippmann und Franziska Schubert, BÜNDNISGRÜNE: Vom Zaun brechen?!) dann geht mir als Unternehmer, als Landwirt, das Barometer auf die Alarmstufe dunkelrot. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Barometer?) Was bezwecken Sie mit Ihrer Debatte? Lassen Sie uns doch mal zur Elbe schauen: Die Elbe ist heute gut gefüllt. Vor wenigen Tagen, als starke Niederschläge gemeldet wurden, machten sich die Anwohner zu Recht Sorgen vor einem Hochwasser. Die Dresdner wissen darum. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Hochwasserschutz ist wichtig. Genauso werden wir es aber bei der Elbe erleben, dass wir wieder Niedrigwasser haben; das wird es immer geben. Wir werden damit leben, wir werden damit leben müssen. Wasser ist Leben und ohne Wasser würden wir hier alle nicht sitzen. Darüber sind wir uns ja einig. (Lachen der Abg. Sabine Friedel, SPD) Wie schon gesagt, Dürren und Hochwasser hat es in der Vergangenheit immer gegeben. Sie werden uns auch in Zukunft begegnen. Unsere Aufgabe ist es daher, unsere Infrastruktur klug und vorausschauend zu planen. Der Bergbau wurde bereits angesprochen. Sachsen ist ein Bergbauland. Wir haben das westsächsische Kohlerevier, und wir haben die Lausitz. Über 100 Jahre hat natürlich auch der Bergbau den Stand unseres Grundwassers beeinflusst. Das Wasser musste abgepumpt werden, um die Kohle zu fördern. Nach Abschluss der Tagebaue stiegen Grundwasserstände wieder; beides – die Absenkung, aber auch der Anstieg – hat Einfluss auf die Grundwasserleiter. Es hat Einfluss auf das Trinkwasser – das ist ganz klar –, aber auch auf bauliche Dinge: Setzungsrisse in Häusern sind bekannt. Der Bergbau und die Braunkohle waren über 100 Jahre lang der Garant für den Wohlstand und für das Wachstum in diesem Land sowie für eine sichere Energieversorgung. Das muss auch mal dargestellt werden. (Beifall bei der AfD) Wenn Sie, Herr Zschocke, davon reden, dass Brauchwasser aus der Mulde abgepumpt wird, um Industrieanlagen im Leipziger Raum zu versorgen, dann muss ich sagen: Na klar ist das so; na klar brauchen die Industrie, die chemische Industrie, aber auch andere Industriezweige Brauchwasser. Diesen Wassertransfer gibt es schon seit längerer Zeit. Den wird es und den muss es auch in Zukunft geben. (Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Es sei denn, Sie ziehen ihre Deindustrialisierung hier mit der Axt durch. (Vereinzelt Beifall bei der AfD –
