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Henning Homann

SPD 26.04.2023 Sitzungen 7/69

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, jetzt haben alle mitbekommen, dass Sie – egal ob es 150 Millionen Euro oder 45 Millionen Euro für Ihren populistischen Vorschlag wären – wirklich nur null Euro gegenfinanziert haben. Damit ist Ihr Vorschlag schlichtweg nicht zu finanzieren. (Thomas Thumm, AfD: Warten Sie doch einmal ab, wir haben noch Redezeit!) Das müssen Sie an der Stelle doch zugeben. Ich bitte Sie, sich an dieser Stelle ein wenig mit der Realität zu beschäftigen. Die ist schon schwierig genug. Ich glaube, dass wir als Gesellschaft darüber nachdenken müssen, wenn wir Stand März 2023 9 500 Menschen in diesem Land haben, die nach einer Ausbildungsstelle suchen und keine finden, dem aber auf der anderen Seite 12 000 offene Ausbildungsstellen gegenüberstehen. Da passt offensichtlich etwas nicht zusammen. Ich glaube, dass der Schluss, den Sie hier nahelegen, dass die 9 500 jungen Menschen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz noch nicht fündig geworden sind, ihn deshalb noch nicht gefunden haben, weil sie keinen Führerschein besitzen, falsch ist. Das bestätigt keine der Studien. Dabei ist das ein sehr gut erforschtes Feld, weil wir natürlich wissen, dass wir für die Zukunft unseres Freistaates jeden und jede brauchen. Deshalb schauen wir sehr genau hin, warum es junge Menschen in dieser Gesellschaft gibt, die keinen Ausbildungsplatz finden. Diese Vermittlungshemmnisse haben wir sehr stark im Blick. Deshalb investieren wir in den Ausbau der Berufsorientierung, und zwar nicht nur an der Oberschule, sondern auch am Gymnasium, um zu erreichen, dass junge Menschen wissen, was sie eigentlich wollen. Deshalb investieren wir in Jugendberufsagenturen, die junge Menschen im Blick haben und sie auch, wenn eine Ausbildung scheitert, motivieren, damit sie nach Möglichkeit gleich einen zweiten Versuch unternehmen. Bitte lassen Sie uns ein vorhandenes Problem nicht bagatellisieren, indem Sie versuchen, es mit einer populistischen, aber falschen Antwort zu lösen. Wenn wir diese jungen Menschen ernst nehmen, müssen wir uns deren Lebenssituation genau anschauen. Darauf ist Ihre Antwort leider keine Antwort. (Zurufe von der AfD) Das Zweite, was Sie an dieser Stelle machen, ist, dass Sie junge Auszubildende am Anfang ihrer Berufskarriere zu Bittstellern machen. Sie sagen: Geht doch bitte zum Staat und holt euch die Hälfte des Geldes wieder, das ihr für den Führerschein braucht. (Carsten Hütter, AfD: Das ist ja völlig falsch! –

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