Mirko Schultze
Nein, ich werde Herrn Wippel jetzt keine Redezeit einräumen. – Sie reden über Integration? – Herr Wippel ist gerade an das Rednerpult gegangen; wir kommen beide aus demselben Landkreis. (Sebastian Wippel, AfD: Sogar aus derselben Stadt!) Es gäbe im Übrigen Städte wie Herrnhut oder Niesky – für all die, die es wissen wollen: Das ist die Stadt, aus der unter anderem die Losungen oder die Herrnhuter Sterne herkommen – nicht, wenn nicht damals Graf von Zinzendorf entschieden hätte, dass Menschen angesiedelt werden, dass man sie integriert und ihnen Arbeit gibt, damit sie sich dort verwirklichen können. (Zuruf des Abg. Sebastian Wippel, AfD) Hätte Herr Graf von Zinzendorf damals Ihre Vorstellung von Integration gehabt, dann hätte er die Grenzen Richtung Böhmen zugemacht und es gäbe diese Integration heute nicht. Dort, wo wir leben, Herr Wippel – Entschuldigung – ist in großen Teilen sorbisches Siedlungsgebiet. Eine Integrationsgeschichte ohne Ende: die slawischen Völker raus, die germanischen Stämme rein, die slawischen wieder rein, die germanischen raus. (Zuruf des Abg. Sebastian Wippel, AfD) Diese Welt lebt seit Jahrzehnten davon, dass es einen Austausch zwischen verschiedenen Menschen gibt, die aus verschiedenen Gegenden zuziehen. (Sebastian Wippel, AfD: Aber es ging immer mit Kampf und Gewalt einher!) Ich denke, das ist die große Errungenschaft, die wir mit Europa erreicht haben: dass wir nach der Zeit, in der Nationalstaaten ihre Wichtigkeit hatten, da sie wichtig für soziale und andere Entwicklungen waren, nun in einer Zeit sind, in der die Nationalstaaten durch Projekte wie Europa überwunden werden. Und das ist gut so. Deshalb bleiben wir proeuropäisch und pro Integration und nicht wie Sie: Zweiter Vizepräsident André Wendt: Die Redezeit.
