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Volkmar Winkler

SPD 01.02.2023 Sitzungen 7/65

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Was bleibt mir als drittem Einbringer noch übrig, außer herzlich Dank zu sagen an Kollegin Kuge und Kollegen Lippmann für die Einbringung unseres guten und als Signal an die sächsischen Winzer geltenden Antrags. Ich möchte Wiederholungen vermeiden. Ich kann das von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern Gesagte unterstreichen. Gestatten Sie mir dennoch folgende Äußerung und Belehrung zu unserem Antrag. Unlängst betitelte die Tagesschau einen Beitrag so: „Neue Rebsorten braucht das Land“. Wenn man sich die Situation in jedem Weinbaugebiet und selbst auf einzelnen Lagen anschaut, dürfte einem klar sein, dass der Klimawandel den Weinbau und logischerweise auch den in Sachsen bereits beeinflusst hat und dies auch in Zukunft tun wird. Der Antrag der Koalition adressiert neben dem Klimawandel auch einige andere Aspekte, die für die Zukunft des sächsischen Weinbaus ebenso eine wichtige Rolle spielen. Ich möchte nur einige ausgewählte nennen: der demografische Wandel in den Betrieben und bei den Arbeits- und Fachkräften, der Anteil neuer Rebsorten, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Frage, welche neuen Technologien und Methoden beispielsweise bei der Entwässerung zum Einsatz kommen und künftig noch stärker genutzt werden sollten. Die Presse in Gestalt der „DNN“ ist bereits auf das Thema Pflichtabgabe für Gebietsweinwerbung aufgesprungen, obwohl wir das im Beschlusstext des Antrags gar nicht fordern, sondern erst einmal in die Begründung geschrieben haben. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Aber auch darüber gilt es nachzudenken, wenngleich mir persönlich noch nicht ganz klar ist, wie das bei den Strukturen und der kleinen Fläche hier in Sachsen insgesamt finanziert werden soll. Ich mache einmal eine Rechnung auf: Wenn wir mit einem durchschnittlichen Abgabewert von einem Euro pro Ar ausgehen würden, wäre das ein Durchschnittswert für Deutschland, und bei einer Größe von 500 Hektar Anbaugebiet kämen wir am Ende auf Einnahmen von 50 000 Euro. Mit diesen Einnahmen kann man nicht werben. Eine persönliche Idee von mir wäre, den Weinbauverband mit dem Obstbauverband, dem Verband Sächsisches Obst, zu fusionieren. Dadurch könnten sich durchaus Synergien ergeben. Aber das möchte ich hier nicht weiter ausführen. Es ist nicht Aufgabe der Politik, darüber zu entscheiden oder hierzu Vorschläge zu machen. Ich möchte gern zum Ausgangspunkt meiner Rede zurückkommen. Als größtes Problem des Weinbaus sehe ich tatsächlich den Klimawandel mit all seinen Folgen. Denn neben dem Qualitätsgewinn von deutschen und sächsischen Weinen stellen sich damit neue Herausforderungen, wie etwa der Verlust der Artenvielfalt in den Bergen, die Zunahme von Extremwetterereignissen mit potenziell verheerenden Schäden, aggressiver Pilzbefall, der vor allem Biowinzern zu schaffen macht, und die Bewässerung in immer heißeren Sommermonaten. Das kann uns alle, die gern Wein und insbesondere sächsische Qualitätsweine trinken, nicht kaltlassen. Als Koalition haben wir den Handlungsbedarf erkannt. Nachdem wir vor ein paar Jahren als SPD-Fraktion einige Aha-Erkenntnisse auf dem Weingut Marienberg bei Meißen hatten, freut es mich besonders, dass wir als Freistaat seit dem Jahr 2022 wieder eine Förderung der Steillagenbewirtschaftung ausreichen und so hoffentlich zum Erhalt dieser traditionellen Kulturtechnik beitragen. Auf die Steillagen haben wir uns explizit im Punkt II des Beschlussteils konzentriert, da wir auch hier nicht einfach die Hände in den Schoß legen wollen. Ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr über die Zukunft des Weinbaus in Sachsen reden, will es aber dabei bewenden lassen. Ich hoffe, dass Sie unserem Antrag zustimmen werden. Herzlichen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der CDU und der SPD) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Volkmar Winkler für die SPD-Fraktion. Für die AfD-Fraktion jetzt bitte Herr Beger.

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