Thomas Thumm
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn eine 89- jährige Frau vor ihrem Apotheker steht und das Herzmedikament, welches sie seit 30 Jahren nimmt, nicht mehr bekommt, wenn Tausende Frauen ihre Krebstherapie nicht fortsetzen können, weil der Wirkstoff Tamoxifen nicht lieferbar ist, wenn Fiebersaft für Kinder nicht erhältlich ist, wenn Apothekenpersonal und Ärzte viele Stunden pro Woche ihre wertvolle Arbeitszeit damit verbringen, Medikamente zu organisieren oder selbst anzurühren – dann, meine Damen und Herren, leben wir nicht im besten Deutschland aller Zeiten, nein, wir befinden uns direkt auf dem Weg zu einem Entwicklungsland oder sind in Teilen längst dort angekommen. (Beifall bei der AfD) Wenn ich die Äußerungen von der CDU in der ersten Rederunde einordne, Herr Dierks, komme ich zu dem Ergebnis: Ihre Worte sind als theatralische Heuchelei zu bezeichnen; denn bereits im Jahr 2020 führten wir im Landtag eine Debatte über Lieferengpässe und darüber, dass bestimmte Medikamente und Wirkstoffe nicht verfügbar sind. Damals wie heute möchte ich dazu das „Ärzteblatt“ aus dem Jahr – bitte zuhören – 2019 zitieren: „Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Ein Missstand, der nicht mehr hinnehmbar ist.“ Schon damals – also im Jahr 2019, Herr Dierks – fehlten 250 Wirkstoffe oder Medikamente. Und, Herr Dierks, das war vor Corona. (Carsten Hütter, AfD: Hört, hört!) Unser Vorschlag in der Debatte im Jahr 2020, Grundgüter von Arzneiwirkstoffen und von Medikamenten wieder nach Deutschland, notfalls in die Europäische Union, zurückzuholen, fand hier keine Zustimmung – wahrscheinlich, weil der damalige Bundesgesundheitsminister dasselbe Parteibuch hat wie der Ministerpräsident. Was hat die Staatsregierung eigentlich in den vergangenen vier Jahren unternommen? Herr Kretschmer, ich finde es schon erstaunlich, dass Sie sich vergangene Woche in der „Sächsischen Zeitung“ abbilden ließen und die Forderungen der AfD aus dem Jahr 2020 übernahmen: (Oh-Rufe von der CDU –
