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Ingo Flemming

CDU 01.02.2023 Sitzungen 7/65

Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich will noch einmal auf den Beitrag von Herrn Zwerg von der AfD eingehen. Was ich verstanden habe aus Ihrem Redebeitrag, ist, dass eigentlich alles so bleiben kann, wie es ist: In der Bauwirtschaft ist alles in Ordnung; sie wird nur durch grüne Zukunftsfantasien behindert – so habe ich das vernommen. Ich denke, das ist ein bisschen einfach. Natürlich kann auch in der Bauindustrie und Bauwirtschaft nicht alles so bleiben, wie es ist. Natürlich müssen sich da die gesellschaftlichen Notwendigkeiten abbilden – Nachhaltigkeit, Reaktion auf demografischen Wandel –, was sowohl das Planen als auch das Umsetzen betrifft. Natürlich spielt auch die Arbeitskräftesituation und die Notwendigkeit zur Digitalisierung – ebenfalls aufgrund des Mangels an Fachkräften – eine Rolle. Davon habe ich bei Ihnen kein Wort gehört. Ihre Vergleiche, dass anderswo in der Welt die Dinge in Sachen CO -Emissionen noch viel exzessiver laufen, helfen uns nicht weiter. Ich glaube, wir müssen uns hier auch selbst an die eigene Nase fassen. (Beifall des Abg. Marko Schiemann, CDU) Da ist die ausschließliche Beharrung, dabei zu bleiben, wie es heute ist, wenig hilfreich. Es wurden schon ein paar Stichpunkte genannt, wie man da weiterkommen kann – zum Beispiel beim Thema Recycling. Vielleicht liegt nicht nur in der Wiederverwendung benutzter Baustoffe eine Lösung, sondern zum Beispiel auch in der Verwendung von Recyclingmaterialien, um sogenannte Rezyklate, also neue Arten von Baustoffen, zu entwickeln. Die Kreislaufwirtschaft wurde ebenfalls schon von Herrn Kollegen Zschocke angesprochen. Diese funktioniert, weil sich die Bauindustrie entwickelt, heute auch schon sehr viel besser als noch vor 20 Jahren. Heute landen weit weniger Bauabfälle auf Deponien als noch vor vielen Jahren, weil sich die Bauindustrie weiterentwickelt hat. Das Thema „neue Baustoffe“ hatte ich soeben schon angesprochen. Bei dem Thema Großforschungszentren, die im Rahmen des Strukturwandels in Sachsen entstehen, hat sich in der Lausitz in Konkurrenz das Thema Astrophysik durchgesetzt. Gleich dahinter landete das Projekt LAB – Lausitz Art of Building –, also das Entwickeln des Bauens von morgen mit neuen Baustoffen, mit neuen Technologien und mit neuen Arten des Planens. Der Freistaat ist jetzt dabei, auch dieses Thema zu entwickeln. Es ist wichtig, das nicht einfach wegfallen zu lassen, sondern diesem neuen Bauen Chancen zu geben und auch diesem Projekt eine Chance einzuräumen, in der Lausitz zum Zuge zu kommen. Das sind doch die Antworten, die wir finden müssen. Die Branche ist innovativ – sie ist es schon aus Eigeninteresse heraus. Wer mit Vertretern dieser Branche spricht, der weiß, dass die Erreichung von Sparsamkeit und die Umsetzung von Klimaschutz nur gelingen kann, wenn wir beispielsweise innovative serielle Produktionsmethoden, aber eben auch den gesamten Prozess von der Planung über die Vorfertigung bis zur Baustelle neu überdenken und neu entwickeln. Das muss durch uns begleitet werden. Wir werden dies als CDU unterstützen. Das muss der Weg sein – und nicht darauf beharren, dass alles so bleibt, wie es ist! (Vereinzelt Beifall bei der CDU) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Flemming sprach für die CDU-Fraktion. Herr Kollege Zwerg hat jetzt vermutlich eine Kurzintervention.

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