Jörg Markert
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kirste, manchmal hilft schon ein Blick in den Geschäftsverteilungsplan der Staatsregierung, um festzustellen, dass Denkmalförderungen in all ihren Facetten nicht zum Geschäftsbereich unserer Staatsministerin Klepsch gehören. (Beifall bei der CDU, den LINKEN und der SPD) Zum anderen haben wir bislang auch noch nichts zum Thema Tourismus von Ihnen gehört. Ich danke Frau Staatsministerin Klepsch für Ihre Worte und die wichtige Botschaft, dass Kultur und Tourismus zwei wichtige Imageträger unseres Landes sind und ganz wesentlich das Bild von Sachsen in der Welt prägen. (Beifall bei der CDU) Kultur und Tourismus gehören in Sachsen einfach zusammen. Beide Bereiche profitieren voneinander und ergänzen sich. Eigentlich bilden sie zusammen den Rahmen für einen Urlaubsgenuss in unserer schönen Heimat. Ich möchte meine Ausführungen vor allem zum Bereich Tourismus machen. Auf den Bereich Kultur wird meine Kollegin in einer weiteren Runde eingehen. Der Tourismus ist eine unverzichtbare Wirtschaftskraft in Sachsen, die zum Standortfaktor und zu einem wichtigen Beitrag für Stabilität geworden ist. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Dafür hat dieses Hohe Haus kürzlich die Weichen gestellt. Doch schauen wir zunächst einmal, woher wir kommen. Nach über zwei Jahren Pandemie hat der Tourismus in unserem Reiseland langsam wieder Fahrt aufgenommen. Die Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen und Probleme verstärkt, aber auch Zukunftsängste geweckt. Dabei sind Themen wie Digitalisierung, die Fachkräftesituation, Nachhaltigkeit und Resilienz stärker ins Bewusstsein gerückt. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Branche eng beieinandersteht, gemeinsam ihre Interessen formuliert und bei den Ansprechpartnern in Politik und Gesellschaft offene Ohren findet. Die Tourismusbranche hat am frühesten und am längsten mit den Auswirkungen der Pandemie zu tun gehabt. Rückblickend muss man sagen, dass die verschiedenen Hilfsprogramme und das Zusammenwirken von Bund und Land, aber auch neue Ideen, wie unsere Tourismuswettbewerbe, dazu führten, dass zum einen Unterstützung gewährt, zum anderen in der Krise Hoffnungen und weitere Ideen produziert wurden, die die Branche bis heute tragen. Es ist gut, wie die Akteure Herausforderungen annehmen und sich auf Veränderungen einlassen und dabei ihre Chancen nutzen. Leider setzen sich die Krisen fort. Das sind neben den weltweiten Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine auch die Konsumzurückhaltung, die Inflation, die Energiekrise, der Fachkräftemangel, Digitalisierungsdefizite und eine Veränderung der Angebots- und Nachfrageseite oder lokale Katastrophen wie die Waldbrände im letzten Jahr. Sie sehen, es sind sehr viele Dinge, die den Tourismus beeinflussen. Aber, meine Damen und Herren, in jeder Krise liegt eine Chance und davon bin ich auch ganz fest überzeugt. So ist es sehr erfreulich, dass gemeinsam mit den vielen Verbänden große Anstrengungen unternommen wurden, um die Folgen abzumildern oder mit neuen Ideen nach vorn zu schauen. An dieser Stelle danke ich allen Akteuren im Tourismus, vor allem den Destinationsmanagement-Organisationen, also den Tourismusregionen vor Ort, der Tourismusmarketinggesellschaft Sachsen, dem Landestourismusverband Sachsen, dem DEHOGA Sachsen, den IHKs und vielen anderen, die sich täglich dafür einsetzen, dass wir wieder eine Perspektive haben und Sachsen als Reiseland zu alter Stärke zurückfindet. Ihnen allen gebührt unser Dank! (Beifall bei der CDU) Allein die vielen Ideen, die die Tourismuswettbewerbe hervorgebracht haben, sind ein kleiner Schatz, mit dem man arbeiten kann. Das ist auch genau das, was uns Sachsen im Blut liegt, nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern Dinge entwickeln, nach vorn schauen und weitermachen. Damit das möglich ist, bin ich dem Hohen Hause sehr dankbar, dass wir bereits im letzten Doppelhaushalt, aber auch im aktuellen, die dafür notwendigen Weichen gestellt haben. Wir investieren wieder in Tourismus, stärken unsere Tourismusorganisationen vor Ort, die mit einer Vielfalt an Projekten und Marketingmaßnahmen auf sich aufmerksam machen und um Gäste werben. Vor allem haben wir mit dem Haushalt die Grundlage für das Investitionsprogramm Ganzjahrestourismus gelegt. Das ist ein richtiges Signal in diesen Tagen. Das wird vor Ort helfen und die Resilienz fördern. Aber auch die Aktivitäten unserer Tourismusmarketinggesellschaft, die weltweit für uns unterwegs ist und Gäste und Reiseveranstalter auf Sachsen aufmerksam macht, können sich sehen lassen. Erst im letzten Herbst waren Reiseveranstalter zu Gast in Sachsen, die die Schönheit Sachsens im Herzen mit nach Hause genommen haben. Jetzt gehen wir fest davon aus, dass sich das auch in Reiseangeboten niederschlägt – Kultur und Tourismus eröffnen eben Perspektiven. Wir unterstützen auch den Landestourismusverband Sachsen als Dachorganisation, der viele aktuelle Themen wie Wandern und Pilgern, Digitalisierung sowie die Fachkräftegewinnung mit seinen Partnern voranbringt und vor Ort berät. Die Wander- und Pilgerakademie Sachsen ist in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landeskirche eine einmalige Initiative in Deutschland. Hier treffen wir auf den Puls der Zeit. Aber auch mit Mountainbiking, Radtourismus und naturnahem Tourismus setzen wir auf Zukunftstrends. Das ist eine richtige Entscheidung, die wir unterstützen. Wir wollen auch weiterhin ganz vorn im Deutschlandtourismus mitmachen; dazu ist eine gute Vernetzung notwendig. Ich danke daher unserer Staatsministerin Barbara Klepsch, dass sie dafür jeden Tag unterwegs ist und sich hier vor Ort ebenso wie beim Bund für diese Belange einsetzt. (Beifall bei der CDU und bei den BÜNDNISGRÜNEN) Woran müssen wir aber noch denken, wenn wir nach vorn schauen? Es ist gut und richtig, dass der Masterplan Tourismus entwickelt wird, dass die Branche hier eng mit eingebunden wird und daran mitarbeiten kann. Wir müssen aber auch darauf achten, dass die interministerielle Arbeitsgruppe hilft, Alltagshürden abzubauen, damit wir über Ressortgrenzen hinweg den Tourismus etwas weiter nach vorn bringen können. Dazu gehören für mich auch Themen wie die touristische Gewässernutzung sowie Sportaktivitäten auf unseren schönen Seen in Sachsen. Hier wollen wir Neues ermöglichen und dabei interessengerecht abwägen. Ebenso müssen wir uns über Haftungsfragen bei der naturnahen Nutzung durch touristische Aktivitäten austauschen – dazu gibt es anderenorts gute Beispiele. Weiterhin wollen wir die Möglichkeiten, Sachsen mit dem Caravan oder mit dem Wohnmobil zu erkunden, verbessern. Hier müssen wir unsere Stellplatzkapazitäten deutlich ausbauen. Wir wollen dieses Marktsegment stärken und zeigen, wie schön Sachsen ist und sein kann – Urlaub im eigenen Land liegt schließlich voll im Trend. Meine Damen und Herren, wir haben mit diesem Doppelhaushalt einen Rekord-Tourismushaushalt geschaffen – und das mit großer Unterstützung dieses Hauses. Das ist ein Zeichen, das uns Mut macht. Ich danke der Staatsregierung für die Möglichkeit, dass wir heute hier darüber debattieren können und danke allen Partnern im Tourismus für ihre Arbeit und ihren Einsatz. Wir werden an dieser Stelle Sachsen weiter voranbringen und der Branche den Rücken stärken. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall bei der CDU und bei den BÜNDNISGRÜNEN)
