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René Hein

AfD 16.12.2022 Sitzungen 7/63

Herr Präsident! Werte Kollegen! Lieber Kollege von Breitenbuch! Mit Freuden höre ich Ihre Worte, allein an Glauben fehlt es mir. Ich möchte auf die Wolfsmanagementverordnung in Sachsen eingehen. Die ist vom Ansatz her ganz gut gedacht, aber sie ist mit der Realität schon seit langem nicht mehr vereinbar. Quizfrage! Auffällige Wölfe können entnommen werden. Kollege Zschocke sprach bereits darüber. Wie viele wurden denn tatsächlich entnommen? Keiner. Gab es auffällige Wölfe? Ich denke, schon. Die Wolfsmanagementverordnung ist für eine konfliktarme Koexistenz – und darum geht es eigentlich – aus unserer Sicht kaum wirksam. 20 Jahre CDU-Regierung in Sachsen, 16 Jahre CDU in der Bundesregierung. Seit fast 20 Jahren kommen die EU-Kommissionspräsidenten von den Christdemokraten. Es ist schon ein CDU-Problem, Kollege von Breitenbuch. Auf jeden Fall sind Sie mit beteiligt. Sie waren an der Macht und hätten das Problem politisch lösen können. Aber, wie ich schon sagte, der politische Wille ist nicht ganz so ausgeprägt. Jetzt einen Paradigmenwechsel zu verlangen, die Geschichte mit dem Wolf an die Realität anzupassen, klingt wohlfeil, aber Sie müssen es natürlich nicht durchsetzen. Opposition hat den Vorteil, dass man im Endeffekt nicht unbedingt zu seinen Worten stehen muss. Die CDU-Fraktion redet von Bejagung, bei der Abstimmung hat sie aber meistens das Gegenteil getan. Ich möchte auf Kollegen Zschocke eingehen. Die Weidetierhaltung muss erhalten bleiben, da sind wir uns vollkommen einig. Kollege Zschocke sagte, dass die Wölfe vergrämt und Problemwölfe entnommen werden müssen. Das ist schön, aber praktisch eine kaum durchführbare Sache. So etwas kann man bei Standwild machen. Bei einem Biber, der seinen Bau hat, kann man das beantragen und sagen, der ist immer dort. Der Wolf ist heute hier und morgen da. Die Zuordnung, welcher Wolf wirklich der Problemwolf ist, ist sehr schwer. Ich kann schlecht eine Genprobe nehmen und herausfinden, ob er es ist oder nicht. Meiner Ansicht nach ist diese Entnahmegeschichte nicht realisierbar. Es müssen wie bei anderen Tierarten Wolfskernzonen erarbeitet werden. Es muss ein ordentliches Monitoring passieren, wo man den Erhaltungszustand prüft. (Marco Böhme, DIE LINKE: Das gibt es doch alles!) Es muss einen Bejagungsplan geben mit den entsprechenden Abschusszahlen. Nur so ist das Problem zu lösen. Wir stehen als AfD-Fraktion selbstverständlich dafür bereit, dort der Realität Rechnung zu tragen und würden uns freuen, wenn gerade von der CDU-Fraktion entsprechende Vorschläge kämen, die Sinn machen. Wie gesagt, es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes. Das ist ein wunderschönes Tier, das seine Lebensberechtigung hat. Es geht hier einfach darum, einen vernünftigen Umgang mit diesen Tieren zu erreichen, um der Realität Rechnung zu tragen. Ich wünsche allen Kollegen ein frohes Weihnachtsfest. Danke schön. (Beifall bei der AfD – Andreas Heinz, CDU, steht am Mikrofon.)

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