René Hein
Vielen Dank. Herr Präsident! Werte Kollegen Abgeordnete! Ich würde gern einen Blick auf andere europäische Länder lenken, zum Beispiel auf Schweden. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Das ist aber Ausland, es ist nicht Sachsen!) Schweden hat 350 Wölfe, Sachsen hat ungefähr 250 Wölfe. Sachsen ist aber zwölf Mal kleiner und wesentlich dichter besiedelt. Die schwedische Regierung hat angekündigt, die Anzahl auf 170 bis 270 Tiere zu reduzieren. Hierbei stelle ich Folgendes fest: eine wesentlich niedrigere Bestandsdichte. Das Land Schweden – das wird sogar Herr Gebhardt als solches zugeben – ist wesentlicher größer als Sachsen, wobei Sie es ja im linken Bereich mit der Realität nicht ganz so haben. Warum handeln andere Regierung pragmatisch und warum wir nicht? Deutschland ist das Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte, aber auch der höchsten Wolfsdichte. Irgendwo ist das eine Sache, die meiner Ansicht nach Konflikte so sicher werden lässt, dass man nur noch sagen kann: Das ist Irrsinn, was hier läuft. Ich komme noch einmal auf den Kollegen Böhme mit seinen 1 700 Wolfsterritorien zurück. Ich muss natürlich lachen, da ich mich frage, wo er diese haben möchte. Connewitz wäre eine Idee. Ich weiß aber nicht, ob die Wölfe damit klarkommen – oder die Bewohner, je nachdem, aber egal. (Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE) Hier soll der Erhaltungszustand des Wolfs ungünstig sein und die Bejagung wird mit Verweis auf EU-Recht verboten. Das ist eine Sache, die uns hier schon seit Jahren begleitet. Ich frage mich auch hier wieder Folgendes: Wieso gelten innerhalb der EU andere Gesetze als in Deutschland? In Frankreich wird der Wolf gejagt und in Spanien teilweise, dort gibt es zwei verschiedene Populationen. (Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) – Ja. Die Grünen haben wahrscheinlich in Spanien und Frankreich weniger zu sagen. Deswegen kommt man dort sie in dieser Hinsicht mit der ganzen Sache klar. (Beifall bei der AfD) Deutschland hat bereits 1 200 Wölfe. Die Wolfslobby – das sind die Umweltverbände, und, man muss es hier auch sagen, die Staatsforstbetriebe – stellt natürlich ihre eigenen Interessen in den Vordergrund. Ich möchte auch noch etwas zu den Hintergründen sagen. Natürlich gibt es beim Wolf Gewinner und Verlierer. Natürlich gibt es hier Interessengemengelagen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Forstbetriebe – die großen Forstbetriebe; der Staatsforst ist in Sachsen der größte – natürlich schon Interesse am Wolf haben. Warum ist das so? Die Linken werden das nicht wissen, das ist klar. Der Wolf hält den Rehwildbestand oder generell den Schalenwildbestand in den Wäldern gering. Das führt, was sicherlich auch sinnvoll ist, zu geringerem Verbiss. „Wo der Wolf jagt, dort wächst der Wald“ ist ein Försterspruch. Nun ist es in Sachsen und ganz Deutschland größtenteils so, dass die Staatsforstbetriebe – hier: der Sachsenforst – das Wolfsmanagement stellen und teilweise mit den Ministerien verwoben sind. Wenn die Interessengemengelage aus wirtschaftlicher Sicht pro Wolf steht, dann ist es so, dass man nicht unbedingt geneigt ist, eine Lösung für die anderen Interessen – ich meine die der Schafhalter oder generell der Weidetierhalter, aber auch die der ländlichen Bevölkerung – zu finden. Aus meiner Sicht ist das logisch. Wenn man die Frösche beauftragt, den Sumpf trockenzulegen, dann wird das schwerlich funktionieren. Schutz braucht aus unserer Sicht nicht der Wolf. Schutz brauchen die Tierhalter und die Landbevölkerung. (Zuruf des Abg. Marco Böhme, DIE LINKE) Herdenschutz, wie angestrebt, kann aus unserer Sicht nicht die Lösung sein. Zwei Meter hohe Zäune werden untergraben, übersprungen und auch teilweise zerbissen; diese Beispiele gibt es. Kaum eine Woche ohne Wolfssichtung in Dörfern und Siedlungen vergeht. Aus unserer Sicht ist der strenge Schutz des Wolfs nicht mehr gerechtfertigt. Der Wolfsbestand als solcher muss reduziert werden. Ich sage es noch einmal: Es geht nicht darum, den Wolf auszurotten. Der Wolf hat seine Lebensberechtigung wie alle anderen Tiere auch. Wir leben aber in einer mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Wenn ich den Wolf strengstens schütze und er seine Nahrung im Bereich der anderen Tiere sucht, dann ist es unserer Sicht nach logisch, dass das Auswirkungen auf alle anderen hat. Deswegen muss der Wolf reguliert werden. Das ist schon immer unsere Forderung gewesen, und die wird auch bestehen bleiben. Vielen Dank. Mehr sage ich dazu in der nächsten Runde. (Beifall bei der AfD)
