René Hein
Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Als ich den Namen der Debatte las, bin ich fast vom Glauben abgefallen, weil dort stand: „Dem Wolf ausgeliefert? Wolfsschutz in Deutschland und Europa endlich den Realitäten vor Ort anpassen – Fundiertes Wildmanagement zum Ausgleich in der Kultur- und Naturlandschaft nutzen.“ Das „endlich“ fand ich schon erstaunlich, weil die Wolfsproblematik für mich, wenn ich ehrlich bin, politisches Versagen mit Ansage ist. (Beifall bei der AfD) Die ganze Wolfsproblematik und die Probleme, die damit auftreten, kommen nicht von ungefähr, sondern waren vorhersehbar. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Die kommen vom Wolf!) – Richtig. Herr Gebhardt, das ist nicht unbedingt Ihr Thema. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Das wissen Sie doch gar nicht!) – Wir wollen nicht weiter darüber reden. Ist in Ordnung. – Die Schäden durch die Ausbreitung des Wolfs haben – und nicht erst jetzt – das vertretbare Maß bei Weitem überschritten. Eine Debatte darüber ist der Anfang. Ich freue mich, dass die CDU das angeregt hat. Wir werden sehen, ob es die CDU auch ernst meint; denn es ist immer so: Die realen Lösungsansätze kommen meistens dann, wenn man sie nicht mehr beeinflussen kann. (Zurufe von der CDU) Wir haben hier eine sehr komplexe Thematik vor uns. Wir haben die EU mit der FFH-Richtlinie und den entsprechenden Anhängen. (Heiterkeit bei den LINKEN) – Ich weiß, das ist ländlicher Raum; dieser ist bei den LINKEN nicht unbedingt das Thema. Ist in Ordnung, kein Problem. Deshalb können Sie gern lachen. Ich halte das aus. (Kerstin Köditz, DIE LINKE: Den Wolf von Frau Köpping habe ich auch schon getroffen! – Heiterkeit) Es ist eine recht ernste Thematik, die man nicht unterschätzen darf. Wir haben das Problem, dass sich das im ländlichen Raum langsam zu einem Ausmaß entwickelt, das aus unserer Sicht wirklich – – (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Bedenklich ist?) – Nicht nur bedenklich, sondern auch – – Okay. Ich glaube, ich diskutiere nicht mehr mit den LINKEN, weil sie nicht sonderlich konstruktiv sind. Ich möchte kurz einen „SZ“-Artikel vorbringen, der die Problematik noch einmal richtig verdeutlicht. Und zwar meldeten die Einwohner in Gablenz eine Sichtung. Dennoch läuft der Wolf bei denen komplett durch den Ort, und sie haben massiv Angst, überhaupt noch rauszugehen. (Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Deshalb, muss ich sagen, ist das nicht nur eine Frage der Weidetierhaltung, sondern auch der Lebensqualität im ländlichen Raum. Ich muss es hier einmal sagen: Der Wolf ist ein Thema in der Gesellschaft, das sehr komplex ist, weil die Leute in der Stadt, deren Wählerschaft mehr oder weniger bei den GRÜNEN und den LINKEN oder auch bei der SPD liegt – – (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Die Wählerschaft des Wolfes? – Heiterkeit – Glocke des Präsidenten) – Herr Lippmann! –
