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Holger Gasse

CDU 22.09.2022 Sitzungen 7/57

Die 2 700 bestehenden Studienplätze im Lehramt konnten zu Beginn des letzten Wintersemesters nicht im vollen Umfang durch Studienanfänger besetzt werden. An zu wenig Studienplätzen wird es also auch in Zukunft nicht liegen. Wenn wir uns dann noch anschauen, dass sich bei einem bundesweiten Durchschnitt von circa 10 % trotzdem circa 18 % der sächsischen Abiturienten für ein Lehramtsstudium entscheiden, dann sagt das auch etwas über die Attraktivität des Lehramtes in Sachsen aus. Daran hat es vermutlich auch nicht gelegen. Nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte. Wenn ich im Hinblick auf die letzten 10 %, die Kollegin Friedel angesprochen hat, einen Wunsch frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass sich alle am Prozess Beteiligten in die Werbung um die Gewinnung von neuen Lehrkräften einbringen. Statt die durchaus noch komfortable Lehrausstattung an Gymnasien zu beklagen, permanent über die ach so schlimmen Arbeitsbedingungen an sächsischen Schulen zu klagen und das auch noch mit einem A13-Einstiegsgehalt für alle Schularten, würde ich mich sehr freuen, wenn die GEW gemeinsam mit unserem SMK für den Lehrerberuf wirbt. Durch das ewige Klagelied werden künftige Kolleginnen und Kollegen von einem Studium und einer Betätigung in Sachsen abgehalten. (Beifall bei der CDU) Nun möchte ich noch zur Strategie und Kreativität kommen. Genau diese Strategie, darüber hat Kollegin Friedel schon gesprochen, haben wir nicht erst heute, sondern bereits 2018 mit viel Kreativität entwickelt und setzen sie seit 2019 mit dem Handlungsprogramm zur Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen mit einem Gesamtumfang von 1,7 Milliarden Euro weiterhin konsequent um. Es startete 2019 mit umfangreichen Maßnahmen im Bereich der Ausbildung, der Verbeamtung von Lehrkräften und Referendaren, Stellenanhebung zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs, Ansätzen zur Überarbeitung der Lehrpläne und Stundentafeln, Angeboten für Seiteneinsteiger und weitere Personalmaßnahmen zur Gewinnung zusätzlicher Lehrkräfte und natürlich zur Verringerung der Teilzeitquote. Ich erspare mir den Rest im Einzelnen. Wir haben all diese Maßnahmen im Hohen Haus umfassend diskutiert. Nach meinem Dafürhalten war ein wichtiger Schritt die gleiche Bezahlung in allen Schularten, insbesondere, um die Nachteile der Oberschule zu beseitigen. Leider haben wir immer noch in dieser Schulart besonders im ländlichen Raum größere Probleme, alle Leerstellen mit qualifizierten Lehrkräften zu besetzen. Aus diesem Grund ist die Entlastung der Lehrkräfte durch umfangreiche Assistenz und flächendeckende Unterstützung durch Schulsozialarbeiter eine unverzichtbare Maßnahme. Nichtsdestotrotz war die Verbeamtung von Lehrkräften und Referendaren nach meinem Dafürhalten der wichtigste Schritt, um auf dem stark umkämpften Lehrerarbeitsmarkt wettbewerbsfähig mit anderen Bundesländern zu sein, und sollte aus diesem Grund unbedingt beibehalten werden. Die Wirkung des Handlungsprogramms wird mit Blick auf die lange Studiendauer von Lehramtsstudenten in den kommenden Jahren weiter zunehmen,

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