Antje Feiks
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Das war eine sehr spannende Einlassung, Herr Gahler. Sie haben hier zusammenhanglos Schlagzeilen verlesen; ich finde aber, dass das Thema sehr ernst ist, auch wenn Sie das noch nicht durchschaut haben. Sie wollten über Prunkfunk sprechen. Das kann man an bestimmten Stellen tun. Wenn es zum Beispiel um stundenlange Berichte zur Beerdigung der Queen geht, kann man das als Prunkfunk bezeichnen. Aber Sie bezeichnen auch als Prunkfunk, dass 88 feste Stellen im Hauptstadtstudio zu viel sind. Sie hinterfragen zum Beispiel, warum jede Landesrundfunkanstalt in Berlin vertreten sein muss. Das ist in Ihrer Welt Prunkfunk; aber Beschlüsse im Bundestag haben nun einmal unterschiedliche Folgen für die Bundesländer. Wer berichtet denn nach Ihrem Rundfunkmodell über regionale Bundestagsabgeordnete? Sie sind dann die Ersten, die auf der Matte stehen und schreien, dass Sie sich ungerecht behandelt fühlen. Weitere Frage: Würde denn ein Grundfunk für Sachsen ausreichen, den Sie gern wollen? Der MDR würde damit nur noch ein Radioprogramm anbieten. Das MDR-Fernsehen müsste dann 21 Stunden am Tag eigene Sendungen anbieten. Haben Sie einmal berechnet, wie viel das zusätzlich kosten würde? Es sei denn, Sie wollen Wiederholungen in Dauerschleife. Kann man machen. Letztendlich bleiben Sie die Antwort schuldig, wie ein erfolgreicher regionaler Kanal aussehen kann, und eines wird deutlich: Die Debatte der AfD ist an dieser Stelle kleinlich. Die AfD gibt keine Antworten, wie eine zukunftsfähige Medienlandschaft in der Bundesrepublik aussehen kann. (Beifall bei den LINKEN –
