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Holger Gasse

CDU 14.07.2022 Sitzungen 7/54

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Dr. Weigand, Sie haben gerade angesprochen, dass wir einen faulen Kompromiss gemacht hätten. Ich glaube, Ihr größtes Problem ist, dass in Ihrem Vokabular „Kompromiss“ überhaupt nicht vorkommt. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Ja, es gibt Eltern, die sich bewusst für eine Gemeinschaftsschule entscheiden. Entscheidend ist, dass diese Schulart unter gewissen Qualitätskriterien geführt und eingeführt wurde. Nein, Frau Neuhaus-Wartenberg, wir haben keine Hürden eingezogen, wir haben Qualitätskriterien für diese Gemeinschaftsschule festgelegt. (Zuruf der Abg. Luise Neuhaus-Wartenberg, DIE LINKE – Heiterkeit bei den LINKEN) Liebe Kollegin Friedel, zum Thema „nach vorne blicken“: Die CDU hat sich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen – wir haben lange darüber diskutiert – auch für die Entwicklung von Schulen in Form von Campusmodellen ausgesprochen. Nach unserer Ansicht bieten diese die Möglichkeit, mehrere Schularten an einem Standort zu vereinen und durch die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und Organisation, gemeinsames Lernen und den Austausch in den Altersgruppen zu intensivieren. Dies stellt aus unserer Sicht einen zielführenderen Beitrag zum längeren gemeinsamen Lernen dar. (Zuruf der Abg. Sabine Friedel, SPD) Auch vor dem Hintergrund der schwankenden Schülerzahlen bieten Campuslösungen eine höhere Flexibilität in der Nutzung unserer Bildungsinfrastruktur. Das soziale Miteinander, das angesprochen wurde, und das Verständnis, zum Beispiel von Oberschülern und Gymnasiasten, wird durch das Lernen an einem Standort – aber ich betone, nicht in derselben Klasse – durch die Nutzung eines gemeinsamen Schulhofes, der Sporteinrichtung und Gemeinschaftsräumen gestärkt. Selbst der Wechsel von der Oberschule auf das Gymnasium und umgekehrt bedeutet nur den Wechsel in eine andere Klasse. Gemeinsame Kulturveranstaltungen, Feiern, Exkursionen oder der Besuch außerschulischer Lernorte können das Wir-Gefühl steigern, ohne den Schülern die Individualität ihres Bildungsganges und deren individuelle Unterstützung und Leistungsentfaltung sowie ihre individuelle Förderung zu verwehren. Letztlich bleibt noch einmal festzustellen: Es gibt verschiedene Ansätze, wie gute Bildung gelingen kann. Allerdings ist es unsere Aufgabe, ein gutes Angebot für die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Dieses sehen wir im gegliederten sächsischen Schulsystem und selbstverständlich auch in einer qualitativen Weiterentwicklung dessen. Ich danke recht herzlich für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU, der SPD und der Staatsregierung)

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