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Henning Homann

SPD 01.06.2022 Sitzungen 7/51

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sophia Kiefl vom S.U.B.kultur Coaching Dresden hat im Rahmen der Dialogreihe „Sozial.Innovativ.Sächsisch“, die das Sächsische Sozialministerium veranstaltet hat, die Frage von Sozialunternehmen auf den Punkt gebracht. Zitat: „Das Besondere an Social Entrepreneuren ist, dass sie neben einem Geschäftsmodell ein Wirkungsmodell haben. Das heißt, all ihre Aktivitäten zielen darauf ab, ein gesellschaftliches, soziales oder ökologisches Problem zu lösen.“ Genau solche Unternehmerinnen und Unternehmer werden wir in Zukunft noch mehr brauchen, weil wir in Sachsen wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken wollen. Das Besondere daran ist, dass es in einer sich ausdifferenzierenden Gesellschaft immer mehr Leute gibt, die genau darauf Lust haben. Sie sagen, ich habe die Fähigkeiten, ich habe das Wissen, ich habe Lust darauf, unternehmerisch tätig zu sein, aber mit dem, was ich tue, mehr zu machen, als Geld zu verdienen und Menschen anzustellen, damit diese Geld verdienen, sondern lassen Sie uns – und das finde ich einen großartigen Ansatz – unsere Arbeit im Rahmen eines Unternehmens dafür nutzen, gleichzeitig höhere gesellschaftliche Ziele zu erreichen. Ich habe es eben erwähnt: Das Sozialministerium hat mit seiner Dialogreihe und dem für Ende 2022 geplanten Start der Zukunftsplattform für soziale Innovationen bereits wichtige Schritte unternommen, um soziale Unternehmen und deren innovative Ideen einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und den Austausch zu fördern. Aber dort dürfen wir nicht stehen bleiben, meine sehr geehrten Damen und Herren; denn die Förderung von Sozialunternehmen ist Teil aktiver Wirtschaftspolitik. Hier wollen wir mit unserem Antrag ansetzen. Wir wollen, dass sich auch im Wirtschaftsministerium stärker mit diesem Thema befasst wird. Wir wollen, dass analog zu dem bundesweiten Monitor, der seit 2018 über die Entwicklung im Deutschen Social-Entrepreneur-Ökosystem informiert, ein sächsischer Social-Entrepreneur-Monitor erstellt wird. Sachsen, so zeigt der aktuelle Bericht, liegt dabei im Bundesvergleich in einem guten Mittelfeld. Das hat viel Potenzial. Es gibt hierzulande gleich fünf Unterstützungsorganisationen, die als Anlauf- und Beratungsstelle für Social Entrepreneure zur Verfügung stehen, und das ist wichtig. Einige davon befinden sich auch im ländlichen Raum, zum Beispiel das Ahoj in Görlitz. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen Sachsen als Standort für Social Entrepreneure weiter stärken. Deshalb soll aus dem Ergebnis des Monitorings eine Strategie zur Unterstützung von Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmern erstellt werden, um deren wirtschaftliche Entwicklung noch besser unterstützen zu können. Dazu gehört, sich die entsprechenden Wirtschaftsförderprogramme anzuschauen und zu prüfen, ob diese auch solchen Unternehmensformen zugänglich gemacht werden können, und wenn es Hürden und Hindernisse gibt, diese abzubauen. Dazu gehört ebenso, dass wir bei der Gründungsförderung und Beratung genau hinschauen, ob es dort noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt, um Social Entrepreneuren die entsprechende Unterstützung zukommen zu lassen. Ich möchte in dem Zusammenhang gern mit dem Vorurteil aufräumen, dass das Sozialromantik sei, dass dieser Teilbereich im Grunde genommen Idealismus sei, der nicht zu einer wirtschaftlichen Wertschöpfung beitrage. Ich halte das schlichtweg für Quatsch. Ich will darauf hinweisen: Wir haben in Deutschland große Wohlfahrtsorganisationen, denen immer wieder vorgeworfen wird, sie würden zum Beispiel den Bereich der Kranken- oder Altenpflege dafür nutzen, Geld zu verdienen. Ja, da wird Geld verdient, aber dies wird einer gemeinnützigen Organisationsstruktur zur Verfügung gestellt. Damit wird jeder Euro, der verdient wird, am Ende der Gemeinschaft, dem Gemeinwesen und damit auch dem Gemeinwohl wieder zugeführt. Deshalb, finde ich, ist soziale Verantwortung gesellschaftliche Verantwortung. Das Verfolgen größerer Ziele und Wirtschaftlichkeit bzw. das Erzielen von Gewinnen sind kein Widerspruch, sondern die Frage ist, in welchen Kontext wir es stellen, und wir sollten froh sein, dass immer mehr Menschen bereit sind, ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten einem größeren Wohl unterzuordnen. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir stehen für eine erfolgreiche Wirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sozialunternehmerinnen und Sozialunternehmer verbinden Ökonomie mit gesellschaftlichem Nutzen. Das hat nicht nur unseren Respekt, sondern auch unsere volle Unterstützung verdient. Deshalb bitte ich Sie, diesem Antrag zuzustimmen. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Homann sprach für die SPD-Fraktion. Nun übergebe ich an die AfDFraktion, an Herrn Kollegen Thumm.

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