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Jörg Markert

CDU 05.05.2022 Sitzungen 7/50

Vielen Dank, Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Das Reiseverhalten der Menschen hat sich verändert. Wir wissen aus der Marktforschung, dass man bereit ist, höhere Reiseausgaben zu akzeptieren, dass man längere Reiseaufenthalte wählt, aber auch Mietunterkünfte mit weniger Kontaktpunkten. Das heißt, die Reisenden werden selbstbewusster und auch erfahrener im Umgang mit Krisen. Das führt auch dazu, dass das Reiseverhalten zum Binnentourismus tendiert. Wir stehen auch immer innerhalb Deutschlands ein Stück weit in Konkurrenz mit anderen Reiseregionen; ganz an der Spitze stehen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Wir schauen also auch schon genau hin, was dort passiert und schauen natürlich auch, welche Schlüsse wir für Sachsen daraus ziehen müssen, damit wir dort auch Trends erkennen, mithalten können und ein attraktives Reiseland bleiben. Der Wunsch nach Städtereisen steigt, das Bedürfnis nach Mobilität und genau das, was gerade Herr Homann gesagt hat: Auch das Interesse an kulturellen Erlebnissen und Sehenswürdigkeiten ist ganz hoch einzuordnen. Deshalb wollen wir auch die Verzahnung von Kultur und Tourismus vorantreiben. Damit kann Sachsen insbesondere punkten. Was heißt das Ganze für die Zukunft? Wir wollen an das Jahr 2019 wieder anschließen, also an das Vorkrisenniveau. Wir wissen aber auch, dass das eine längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Branche geht davon aus, dass es noch drei Jahre dauern wird, ehe wir das Niveau von 2019 erreichen. Das heißt für uns konkret, dass es auch in diesem Zeitraum Hilfsangebote geben muss, um die Branche dort zu unterstützen. Damit brauchen wir auch ein Bekenntnis zum Tourismus. Dieses Hohe Haus hat die wunderbare Möglichkeit, das über das Tourismusbudget auch auszudrücken. Wenn wir über den Staatshaushalt reden, wünschen wir uns natürlich, dass wir das Tourismusbudget stabil halten und hier weiter Unterstützung gewähren können. Die Arbeit in den Regionen ist wichtig und natürlich auch die Herausforderungen im Marketing. Ich denke, die Dinge sind dort auch klar erkannt, und es wird entsprechend gehandelt. Wir brauchen Investitionen in die Arbeits- und Fachkräfte, also in das Humankapital. Wir brauchen Unterstützung im Bereich Digitalisierung. Wir haben in der Krise gemerkt, dass wir dort noch stärker werden und dass wir die Unternehmen beraten müssen. Diese Angebote gibt es. Wir müssen an der Qualitätsentwicklung arbeiten, aber auch ehrenamtliche Strukturen unterstützen, wie im Bereich Wandern undPilgern, aber auch im Bereich der Kur- und Erholungsorte. Nun komme ich zur schon angekündigten Richtlinie „Neustart Tourismus“, die der HFA letzte Woche mehrheitlich beschlossen hat. Vielen herzlichen Dank an die Kollegen. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Hier geht es um bis zu 5,6 Millionen Euro für die Förderung zur Wiederaufnahme des Betriebes, für die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten. Natürlich, Herr Kollege Liebscher, ist es für einen Unternehmer, der ein nachhaltiges Konzept hat, möglich, dort Fördermittel zu beantragen, sein Konzept dort umzusetzen. Wir unterscheiden hier nicht. Das ist auch richtig. Ich halte es nicht für angebracht, mit unterschiedlichen Fördersätzen zu arbeiten, sondern ich glaube, dass der Unternehmer selbst sehr wohl weiß, was für ihn das richtige Konzept vor Ort ist, was sich am Markt realisieren lässt. Dafür stehen diese Mittel zur Verfügung. Deshalb ist meine Bitte an die Tourismusöffentlichkeit, an die Unternehmen: Nutzen Sie diese Möglichkeit und beantragen Sie diese Unterstützung für Ihren Neustart vor Ort! (Beifall bei der CDU und der Staatsregierung) Wir haben in Sachsen im Tourismus von der Struktur her zwei wesentliche Säulen. Das ist zum einen die Tourismus Marketing Gesellschaft, die auch während der Krise eine sehr gute Arbeit gemacht hat, die beim Kunden präsent war, die den Kontakt vor allen Dingen auch zu den Auslandskunden gehalten hat, die auch neue Märkte erkennt, neue Quellenmärkte beobachtet und dann für uns auch akquiriert. Das sind gute und wichtige Maßnahmen. Die zweite Säule ist der Landestourismusverband, der im Bereich Beratung und Stärkung des Destinationsmanagements den Tourismusakteuren vor Ort wesentliche Unterstützung bietet, denen er Beratungen anbietet, auch im Bereich Qualitätssicherung und Digitalisierung, der aber auch den Bereich Wandern und Pilgern steuert. Wir haben letztes Jahr eine Wander- und Pilgerakademie in KohrenSahlis im ländlichen Raum gegründet, die entsprechende Bildungsangebote für die Ehrenamtler bereithält. Das, was sehr gut angenommen wird, ist eine gute Sache; das sollten wir auf jeden Fall fortführen. Ich möchte noch kurz zu den Wettbewerben sprechen. Momentan ist der Wettbewerb „Sachsen geht weiter.“ aktiv. Die Jury arbeitet fleißig. Wir sind sehr gespannt, welche Ergebnisse vorgelegt, welche Ideen dort prämiert werden. Das werden wir in Kürze sicherlich erfahren. Die Wanderund Pilgerakademie – ich habe gerade darüber gesprochen – ist eine gute Sache, bei der man auch mit einem Kleinstprojektefonds wirksam die Arbeit vor Ort unterstützen kann, meine Damen und Herren. Ich möchte noch kurz darauf hinweisen, dass es auch im Bereich des SMWA die Richtlinie „Regionales Wachstum“ gibt, in der Mittel für Investitionen im Gastrobereich beantragt werden können. Nutzen Sie auch diese Möglichkeit! In der dritten Runde habe ich noch ein Schlusswort. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Das war Kollege Markert von der CDU-Fraktion. Vielen Dank. – Nun übergebe ich das Wort an die AfD-Fraktion, an Herrn Kollegen Peschel; bitte schön.

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