Henning Homann
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin froh, in einem Land leben zu können, das die wirtschaftliche Stärke besitzt, Krisen wie einer Pandemie, der eine wirtschaftliche Delle folgte, durch Handlungsfähigkeit begegnen zu können. Wir leben in einem Land, das die Unternehmerinnen und Unternehmer und damit auch die Beschäftigten nicht einfach dem Coronavirus – auch ökonomisch – überlässt, sondern das handeln kann: mit Hilfen für die Unternehmen, mit Hilfen für die Beschäftigten. Das zeigt für mich einen der großen Werte, die wir in Deutschland und in Sachsen haben: Wir haben die Überzeugung, dass der Staat da ist, wenn er da sein muss, und dass er Unternehmen und Menschen hilft, die Unterstützung brauchen. In dieser Pandemie hat es unfassbar viele Menschen gegeben, die Unterstützung brauchten, auch im wirtschaftlichen Bereich. Der Tourismus war mit Sicherheit einer der am stärksten betroffenen Branchen in der Pandemie: 40 % Umsatzverlust, fast 5 % des BIP macht der Tourismus in Sachsen aus. Für mich als Sozialdemokrat natürlich immer wichtig: 200 000 Jobs hängen an diesem ganzen Bereich Tourismus in Sachsen. Deshalb ist es zu jeder Zeit richtig gewesen, dass wir da gewesen sind als Gemeinschaft. Wir haben auch gelernt, dass es ökonomisch viel sinnvoller ist, eine Branche wie den Tourismus vor der Krise zu schützen, anstatt langfristig mit den Folgen der Krise leben zu müssen. Das heißt, es war klüger, viele Unternehmen zu retten, anstatt sie jetzt wieder neu aufzubauen. Deshalb ist das gut investiertes Geld. In dieser Zeit haben viele Tourismusverbände, nicht nur der Sächsische Tourismusverband, sondern auch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen und viele regionale Tourismusverbände sehr, sehr viel getan. Sie haben nicht gemeckert, sondern die Menschen, die ich dort kennengelernt habe, mit denen ich gesprochen habe, mit denen viele meiner Kolleginnen und Kollegen gesprochen haben, die waren sich immer des Ernsts der Lage bewusst und waren immer unser konstruktiver Partner in der Frage: Wie gehen wir denn jetzt mit dieser schwierigen Situation um? Im Übrigen haben sie trotz aller Widrigkeiten konstruktiv nach vorne gearbeitet, auch in Fragen wie: Wie verknüpft man modernen Tourismus mit Nahverkehrskonzepten? Wie verbindet man modernen Tourismus mit Nachhaltigkeit? Es wurde viel im Bereich Digitalisierung getan. Es wurden Investitionen vorgenommen, etwa Renovierungen. Für all das möchte ich mich einfach einmal herzlich bedanken. Da waren Tausende von Menschen, die in dieser Krise trotz schwieriger Situationen nicht aufgesteckt haben, sondern die Ärmel hochkrempelten und jetzt wieder angreifen. Für sie ist das Programm „Neustart Tourismus“ eine Motivation und auch eine Anerkennung dafür, dass sie nach dieser Krise wieder auf die Beine kommen und unser schönes sächsisches Land nach vorne bringen wollen. In diesem Sinne: Vielen, vielen Dank! (Beifall bei der SPD sowie vereinzelt bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Mit diesen 5,6 Millionen Euro werden Betriebsausfälle finanziert, aber eben auch nach vorne gedachte Konzepte zur Wiederaufnahme des Tourismus. Es ist übrigens kein Zufall, dass am gleichen Tag, an dem der Finanzausschuss das Geld für das Programm „Neustart Tourismus“ beschlossen hat, auch zusätzliche Mittel für die Kultur beschlossen wurden. Beides gehört nämlich zusammen. Das ist auch wichtig: Kultur ist die wirtschaftliche Grundlage für den Tourismus. Da geht es nicht nur um Kulturgüter wie die Semperoper bis hin zu verschiedenen anderen großartigen Errungenschaften, sondern es geht auch um alle zeitgenössischen Fragen, um großartige Museen, die es in Sachsen gibt. An all das denken wir. Wir haben an dieser Stelle auch ein wunderschönes Projekt, das beweist, mit welcher Vehemenz die sächsische Regierung gemeinsam mit der Stadt Chemnitz Tourismus und Kultur voranbringen will: die Kulturhauptstadt Chemnitz 2025. (Beifall bei der SPD sowie vereinzelt bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Ich freue mich, dass wir hier im Freistaat Sachsen, dass wir hier im Sächsischen Landtag 81 Botschafterinnen und Botschafter für Chemnitz 2025 haben. Genau das sollte auch unser gemeinsames Projekt sein, von dem der ganze Freistaat Sachsen profitieren kann, von dem wir alle profitieren können. In diesem Sinne ist es gut, dass wir dieses Programm haben. Es unterstützt die Leute, die in diesem Land anpacken, und das ist jederzeit gut investiertes Geld. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD sowie vereinzelt bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN – Beifall bei der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Homann sprach für die SPD-Fraktion. Wir könnten jetzt in eine zweite Rednerrunde gehen. Kollege Markert von der CDUFraktion hat sich schon bereit gemacht. Bitte schön, Herr Kollege.
