Jörg Markert
Herr Präsident! Meine Damen und Fraktionen und der Staatsregierung können auf diese Tagesordnungspunkte je nach Bedarf verteilt werden. Die Gesamtredezeit je fraktionslosem Abgeordneten beträgt 5 Minuten; es wurde jedoch angezeigt, dass auch heute kein Redebedarf besteht. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Tagesordnungspunkt 9, Kleine Anfragen, ist zu streichen. Es gab und ich sehe keine weiteren Änderungsvorschläge oder Widerspruch gegen die Tagesordnung. Die Tagesordnung Meine Damen und Herren! Ich rufe auf Stunde Neustart Tourismus – jetzt nachhaltig unterstützen! Fraktion CDU Mit Volldampf in Nahrungsmittelkrise voraus? Fraktion AfD Leben zu wenig … – steigende ausgleichen: Sozialleistungen. Jetzt! DIE LINKE 21 Minuten, SPD 18 Minuten und Staatsregierung drei Mal 10 Minuten, wenn gewünscht. Wir kommen nun zu Debatte wichtigen Wirtschaftszweig unterstützen! Fraktion CDU und wir befassen uns in TOP 1 mit dem Tourismus in Sachsen. Das muss ein gutes Zeichen sein. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, zu Beginn die touristische Fachöffentlichkeit zu begrüßen, die hier von der Besuchertribüne die Debatte verfolgt. Seien Sie uns herzlich willkommen. Meine Damen und Herren! Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Sachsen. Die Bedeutung und die Vielfalt der Tourismusbranche sind uns vielleicht erst in den letzten zwei Jahren deutlich bewusst geworden. Schauen wir, woher wir kommen: Das Referenzjahr 2019 war das beste Tourismus-Jahr in Sachsen bisher. Wir hatten 8,5 Millionen Gästeankünfte, 20,7 Millionen Übernachtungen, circa 8,1 Milliarden Euro Umsatz, und circa 194 000 Menschen haben im Tourismus ihre Beschäftigung gefunden. Dann kam der Tourismus weltweit zum Erliegen, die weltweiten Ankünfte sanken um 73 % – so hat es die Welttourismusorganisation festgestellt. Die Frage ist: Welche Unterstützung hat die Branche erfahren? Ich möchte einen kurzen Rückblick geben: Wichtig war vor allen Dingen, dass es diesen Gesprächsfaden zwischen Parlament, Regierung und Tourismusakteuren gab. Wir haben alle die vielen Aktionen, Demonstrationen, aber auch die vielen Punkte, mit denen man auf sich aufmerksam gemacht hat, miterlebt. Ich glaube, es war von der Branche richtig und wichtig, auf sich aufmerksam zu machen. Dadurch hat man erst die Vielfalt der Branche deutlich erkannt. Ich rede jetzt nicht von großen Veranstaltungen, sondern von den kleinen Gästeführern, den Reisebüros, den Mitarbeiter in den Museen, den ehrenamtlichen Wander- oder Pilgerführern, den vielen Menschen, die in Sachsen im Tourismus aktiv sind und sich in ihrer Freizeit einbringen und damit den Tourismus in unserem Land stärken. Aber auch die Beschlüsse des Sächsischen Landtags im aktuellen Doppelhaushalt haben dazu beigetragen, dass der Tourismus in der Krise Unterstützung erfahren hat. Wir sind dem Sächsischen Landtag dankbar, dass wir gemeinsam hier in diesem Hohen Hause diese Beschlüsse fassen konnten. Die Corona-Hilfen von Bund und Land waren wichtig; sie haben ihre Wirkung entfaltet und insbesondere bei Kleinstunternehmen wirksam geholfen. Wir haben mit Unterstützung dieses Hauses Ideenwettbewerbe ausgebracht, wie „Denkzeit Event“ oder „Sachsen geht weiter.“ Es sind viele Ideen auf den Tisch gelegt worden, die auch online zur Verfügung stehen und von denen man Dinge nachahmen kann. Wir haben einen Ideenpool, aus dem wir auch in Zukunft noch schöpfen können. Vielen Dank an die Bürgerinnen und Bürger, die sich dort beteiligt haben, die sich in der Krise hingesetzt und Mut geschöpft haben und Dinge zu Papier und letztendlich auf den Weg gebracht haben. (Beifall bei der CDU und der Staatsregierung) Wichtig ist: Die Hilfe kommt an. Das macht Mut und Hoffnung. Was sind die Ziele? Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass die Resilienz im Tourismus, also die Widerstandsfähigkeit, zunimmt. Wir müssen Digitalisierung und Nachhaltigkeit beachten, aber auch Innovation und Investitionen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle Danke sagen an alle, die hier aktiv sind, die auf sich aufmerksam gemacht, die den Mut nicht verloren haben, die nach vorne schauen. Wir wissen alle, dass es eine schwere Zeit war. Wir haben es irgendwie geschafft, gemeinsam durch diese Krise zu kommen. Vielen Dank für Ihre Ideen, Ihren Mut, Ihre Vorschläge, Ihre Innovationen und Ihr Tun für unser Land im Tourismus. (Beifall bei der CDU, der SPD und der Staatsregierung) Vor Kurzem wurde bekannt, dass die Gästezufriedenheit im Jahr 2021 trotz Krise mit 86,5 von 100 Punkten auf einem neuen Höchstwert in Sachsen ist. Das ist ein neuer Bestwert. Wir stehen damit an der Spitze in Ostdeutschland und an vierter Stelle in Deutschland. Man muss sagen, dass unsere Gastgeber in Sachsen – trotz Krise und der vielseitigen Belastungen – gegenüber ihren Gästen ihre beste Seite gezeigt haben, die das dann entsprechend bewertet haben. Zum Neustart des Tourismus in diesem Jahr: Die Rahmenbedingungen verbessern sich langsam, die Lage bleibt aber angespannt. Wir sind optimistisch, aber nicht euphorisch. Das Konsumklima stabilisiert sich seit Januar etwas, aber die Sparneigung, die vorhanden ist, bremst das. Die Krisen, die leider hier hineinspielen – ob das der Ukraine-Krieg, die Inflation, die gesunkene Eigenkapitaldecke, Fach- und Arbeitskräftemangel, aber auch Energiepreise sind –, sind Faktoren, die den Neustart im Tourismus beeinflussen. Es gibt auch positive Dinge: Die Sehnsucht nach Reisen und der Wert des Reisens steigt, und wir hatten Ostern eine gute Buchungslage. Alles Weitere würde ich dann in einer zweiten Runde ausführen, Herr Präsident. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Markert sprach für die CDU-Fraktion. – Nun übergebe ich an die AfD-Fraktion, an Herrn Kollegen Teichmann.
