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Andreas Nowak

CDU 10.02.2022 Sitzungen 7/45

Die Entwicklung endet nicht 2030, sie wird 2030 nicht abgeschlossen sein. An der Stelle verstehe ich die Frage nicht. Aber wir können an der Stelle weiter über die Faktoren diskutieren. Einer der Faktoren ist, dass wir 57 Millionen Bestandskraftfahrzeuge haben, davon sind 44 Millionen Pkw. Die können Sie gar nicht alle elektrifizieren, bis 2030 gleich gar nicht. Stand heute gibt es 0,5 % batterieelektrische Fahrzeuge hier in der Gegend. Selbst Spitzenreiter China hat derzeit nur einen Anteil von 1,2 %. Der Rest sind auch weltweit Verbrenner. In weiten Teilen Europas gibt es derzeit überhaupt keine Elektroinfrastruktur bzw. Kaufkraft für die teuren Elektroautos. Wenn Sie nachhaltig und weltweit die CO -Reduktion im Verkehrssektor erreichen wollen, dann kommen Sie um EFuels nicht herum, weil wir in Deutschland eben nicht auf der Insel der Glückseligen leben. (Beifall bei der CDU und der AfD) Die aktuelle Infrastruktur konzentriert sich ausschließlich auf die reichen Länder in Mittel- und Nordeuropa; auf Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Norwegen. Hier sind 70 % der öffentlich zugänglichen Ladesäulen in Europa zu finden. Wir haben aber in diesem Teil Europas 248 Millionen Verbrenner-Pkw. Es gibt noch viel mehr, wenn Sie nach Süd- und Osteuropa schauen. Die alle zu elektrifizieren, ist – Stand heute – illusorisch. Aber auch in wirtschaftlich schwächeren Regionen können Sie mit E-Fuels Beiträge zum Klimaschutz leisten. Herr Böhme, Sie haben gerade versucht, uns glauben zu machen, dass man auch aus Biomasse und Biogas E-Fuels machen könne. Das widerspricht aber der Definition von E-Fuels. E-Fuels werden ausschließlich aus erneuerbaren Energien im Rahmen von Wasserstoff hergestellt. Alles andere sind keine reinen E-Fuels. Weltweit gibt es circa 1,3 Milliarden Kraftfahrzeuge. Wenn Sie an dieser Stelle einen nachhaltigen Beitrag leisten wollen, (Zuruf des Abg. Dr. Daniel Gerber, BÜNDNISGRÜNE) landen wir wieder bei der Frage, wie wir diese entsprechend dekarbonisieren können. Statt eine amerikanische Greenpeace-Lobbyistin zur deutschen Staatssekretärin im Auswärtigen Amt zu machen, sollte sich die Bundesregierung lieber mal mit den Umständen auseinandersetzen, die an dieser Stelle gelten. (Beifall bei der CDU und der AfD) E-Fuels sind unverzichtbar für Wohlstand und Beschäftigung. Deutschland hat einen Anteil von 19 % am Weltmarkt im Bereich der Elektrolyseure. Beim Maschinenund Anlagenbau hat Deutschland einen Anteil von 16 % am weltweiten Export von Investitionsgütern und steht damit an der Spitze; vom Motorenbau ganz zu schweigen. Für Europa ist das übrigens auch volkswirtschaftlich von großer Relevanz: Experten erwarten eine Investitionsnachfrage von über 215 Milliarden Euro. Darin sind 80 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung pro Jahr enthalten, wenn es um Power-to-Liquid geht. Das ist gut für 1,2 Millionen neue Arbeitsplätze. Das kann man alles nicht wegwischen. Außerdem lassen sich die E-Fuels mit den bestehenden Infrastrukturen – damit sind wir bei einer zentralen Frage – einfach und gut transportieren. Sie lassen sich auch handeln. Die Infrastruktur ist ja schon vorhanden. Man kann auch mit entsprechenden Beimischungen operieren; damit kann man sofort entsprechende Reduktionen erzielen. Damit sind wir bei der Frage: E-Fuels nur für Flugzeuge? Das offenbart offensichtlich auch eine gewisse Ahnungslosigkeit. Kraft- und Brennstoffe sind nämlich Koppelprodukte. Sie müssen wirtschaftlich vermarktbar sein. Wenn man sich einmal anschaut, was im Jahr 2019 in deutschen Raffinerien aus Erdöl oder anderen synthetischen Kraftstoffen hergestellt wurde, dann kommen wir auf 30 Millionen Tonnen Diesel, 12 Millionen Tonnen Heizöl, 19 Millionen Tonnen Benzin und nur 5,1 Millionen Tonnen Kerosin. Wer also Sustainable Aviation Fuel – kurz: SAF – für die Flugwirtschaft haben möchte, der kommt nicht drum herum, E-Fuels auch im Bereich der Landkraftfahrzeuge entsprechend einzusetzen. Ansonsten blockieren Sie nämlich eher diesen Ausbau, der aber wichtig ist. Herr Böhme möchte individuelle Autos abschaffen, die anderen wollen nicht mehr fliegen. Vielleicht steckt an dieser Stelle auch ein Grund dahinter. Wir sind der Meinung, dass die Flugverkehre und die Landverkehre Hand in Hand zu betrachten sind. E-Fuels ermöglichen eine neue kooperative Geopolitik. Sie bieten Zukunftsperspektiven für die Umwelt und Arbeitsplätze. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Bitte zum Ende kommen!

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