Dr. Daniel Gerber
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte gern mit einer kleinen Geschichte beginnen, die mir persönlich noch einmal sehr eindrucksvoll gezeigt hat, warum es sich lohnt, für ein klimaneutrales und zukunftsgewandtes Sachsen zu kämpfen. Ich bin letzte Woche einer Einladung gefolgt und durfte mir eine Eisengießerei im Erzgebirge mit einer 150-jährigen Firmengeschichte – quasi das Herzstück der sächsischen Industriegeschichte und -kultur – von innen anschauen. Dort wird zwar mit modernster Entlüftungsanlage, aber doch noch mit einem Kupolofen Eisen auf 1400 °C verflüssigt und dann in Form gegossen. Das ist ein absolutes Spektakel. Wer das noch nicht gesehen hat, sollte sich das unbedingt einmal anschauen. (Timo Schreyer, AfD: Ich weiß, wie Arbeit aussieht!) Das Problem ist jetzt, dass bei der Verbrennung von Koks im Kupolofen natürlich CO emittiert wird. Der Geschäftsführer des KMU mit einer Personalverantwortung für 85 Menschen muss sich jetzt entscheiden, wie er seine Firma in Zukunft CO -neutral und dabei auch noch wirtschaftlich umbaut. Bisher wurden auf Bundesebene Entscheidungen immer wieder verzögert und ihm teilweise auch Steine in den Weg gelegt. Auch die Konkurrenz und der Preisdruck durch Firmen aus anderen Ländern wie der Türkei sind in dieser Branche ein sehr großes Problem. Für den Umbau hat er genau zwei Optionen: Die erste Option ist die Umstellung auf einen Induktionsofen. Dafür fehlt aber aktuell noch der starke Stromanschluss im Ort. Die zweite Option wäre die Umstellung auf Erdgas mit dem späteren Einsatz von grünem Wasserstoff. Jetzt kommt der Punkt, den ich hier machen möchte: Wir müssen es jetzt so schnell wie möglich schaffen, die richtigen Rahmenbedingungen, ja, neue Leitplanken für ambitionierten Klimaschutz bei gleichzeitigem Ankurbeln der Wirtschaft in Deutschland und in der EU zu setzen, damit hier der Aufbruch entstehen kann.
