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Iris Firmenich

CDU 21.12.2021 Sitzungen 7/41

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ganztagsangebote in Sachsen gehören inzwischen an unseren Schulen selbstverständlich zum Bildungsangebot dazu. Die Vielfalt der Angebote ist groß. Die Schülerinnen und Schüler lieben es, nach dem Unterricht Dinge zu tun, die ihnen Spaß machen, die ihren Neigungen und Interessen entsprechen und ihren Begabungen und Bedürfnissen in besonderer Weise nachkommen. Auch weil das Prozedere der Antragstellung und beim Verwendungsnachweis so unbürokratisch und einfach ist, hat sich die Zahl der Schulen, die Ganztagsangebote im Programm haben, deutlich erhöht. Immerhin 92 % der allgemeinbildenden Schulen nutzen GTA. 533 von ihnen setzen es in teil- oder in vollgebundener Form um. Von den 370 000 Schülerinnen und Schülern an den geförderten Schulen beteiligen sich 317 000. Davon kommen circa 16 000 aus der Sekundarstufe 2. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Corona-Pandemie natürlich auch nachteilig auf GTA ausgewirkt. Aber das soll uns nicht daran hindern, Ganztagsangebote weiterzuentwickeln und vorhandene Potenziale zu erschließen. Genau darauf zielt unser Antrag ab. Wir haben uns in den Koalitionsverhandlungen sehr intensiv über den Weg dahin Gedanken gemacht. Wir haben dabei zum einen festgehalten, wo die Knackpunkte im Alltag bei der Umsetzung von GTA liegen, und zum anderen überlegt, wie man Modelle für die Zukunft gestalten könnte. Mit Blick auf den Grundschulsektor ist eine bessere Verzahnung von Schule und Hort unbedingt notwendig. Dort haben wir die meisten Baustellen, die sich einfach aus dem Zusammentreffen zweier Einrichtungen ergeben, die unterschiedlichen Rechtskreisen unterliegen. Schule am Vormittag und Hort am Nachmittag – so war es früher. Mit Einführung der GTA hat sich das zunehmend überlappt. Das führt zu Problemen. Der Hort hat eigentlich einen eigenen Bildungsauftrag, den er aber wegen der GTA, die in der Regel am Nachmittag während der Hortzeit stattfinden, kaum umsetzen kann. So wird der Hort zum Erfüllungsgehilfen der Schule degradiert. Das ist aber Ich rufe auf Betreuung weiterentwickeln CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD weder sinnvoll noch gewollt. Hier brauchen wir die Überarbeitung des Bildungsauftrages von Schulen mit Primarstufe und deren Horten, um diesen Konflikt aufzulösen. Lehrkräfte und Hortpädagogen sollen auf Augenhöhe, abgestimmt und gemeinsam den Schulalltag organisieren und umsetzen. Der Rechtsrahmen für dieses Zusammenwachsen von Schule und Hort muss deshalb entsprechend angepasst werden. Im laufenden Haushalt des SMK stehen jährlich 45 Millionen Euro für GTA zur Verfügung. Mit diesem Geld kann man viel Gutes und Nützliches auf den Weg bringen. Die Vielfalt der Angebote ist riesig, und die Schulen haben freie Hand in der Erstellung ihrer GTA-Konzeption. Die Richtschnur dafür ist im Qualitätsrahmen „Ganztagsangebote“ formuliert. Ein wesentlicher Faktor für die Qualität sind geeignete Partner bzw. Kursleiter. Wir streben an, dass GTA noch mehr als bisher genutzt werden, um mit externen Partnern zu kooperieren. Mit den Kooperationsvereinbarungen zwischen dem SMK und dem Sächsischen Musikrat sowie dem Landessportbund ist ein guter Anfang gemacht, den man sicherlich noch weiter ausbauen kann. Eine Aufgabe dieser Kooperation ist es, Schulen und geeignete externe Partner zusammenzubringen und qualifizierte Kursleiter zu finden, die dann auch eine gewisse Kontinuität bei der Durchführung des Angebots garantieren können. Wenn man an einer Schule zum Beispiel ein musikalisches Angebot etablieren will, sollte der Kursleiter nicht nur Musiker sein, sondern idealerweise auch eine pädagogische Ausbildung, zumindest aber pädagogische Fähigkeiten mitbringen. Ziel muss sein, solche Angebote kontinuierlich über mehrere Jahre vorzuhalten. Im Idealfall belegen die Kinder dann am Gymnasium oder der Oberschule eine Bläser- oder Bandklasse und entscheiden sich für eine Instrumentalausbildung an einer Musikschule. Das wäre super. So baut man neue Orchester auf. Allerdings ist die Voraussetzung für Qualität und Kontinuität nicht allein die Qualifikation. Man muss die Kursleiter auch entsprechend honorieren, denn ein freiberuflicher Künstler muss mit dem, was er verdient, seinen Lebensunterhalt bestreiten. Dabei sind 20 Euro für eine Unterrichtsstunde nicht ausreichend. Hier benötigen die Schulen mindestens Empfehlungen für Honorare als Orientierung. Ein anderes Problem ist die Schülerbeförderung. Zurzeit bestimmt der Fahrplan des Schulbusses, ob Kinder an GTA teilnehmen können oder nicht. Dort, wo sich der Hort nicht am Standort der Schule befindet, fahren die Schüler nach dem Unterrichtsschluss mit dem Bus in ihre Heimatorte und werden am Nachmittag in der Hortgruppe der örtlichen Kita betreut. Das ist für die Einführung von GTA an manch einer Schule hinderlich. Hier wollen wir die Möglichkeiten zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote nutzen, um eine Hortbetreuung am Standort der Schule zu schaffen. Darüber hinaus sehen wir Bedarf, mit diesen Mitteln die Ausstattung an Schulen für Lerngruppenräume, für Werkstätten, für Schülerküchen oder auch für Schulgärten im Sinne von GTA zu ermöglichen. Optimal wäre es, wenn sich noch mehr Schulen an eine Rhythmisierung des Schultages heranwagen würden. Neben einem offenen Ankommen am Morgen, einem gemeinsamen Frühstück und Blockunterricht richtet sich der Rhythmus des Schultages nach dem Biorhythmus der Schüler aus. Es gibt Leistungsphasen und es gibt Erholungsphasen. Dementsprechend wird der Stundenplan gestaltet, beispielsweise das Fach Mathematik in den ersten Block gelegt und zur Mittagszeit ein GTA-Band eingeplant, bei dem sich die Schüler selbst entscheiden können, welchen Kurs sie verbindlich belegen wollen – vielleicht etwas Kreatives oder Sportliches. Das Leistungshoch am Nachmittag bietet sich dann noch einmal an, Unterrichtsfächer einzuplanen, die einen hohen Konzentrationsbedarf haben. Es gibt Schulen, die dieses rhythmisierte Modell bereits in unterschiedlichen Ausprägungen praktizieren. Im Primarbereich funktioniert es nur in der Verzahnung von Schule und Hort, und dafür ist, wie gesagt, eine Anpassung der Rechtskreise von Schule und Hort, zum Beispiel im Hinblick auf die Betriebserlaubnis und den Einsatz der Hortmitarbeiter auch am Vormittag, notwendig. Darüber hinaus müssen die Lehrkräfte der Schule und die Mitarbeiter des Hortes lernen, als Team auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Hier brauchen wir noch mehr Erfahrungen und Vorbilder. Deshalb haben wir uns in der Koalition auf das Modellprojekt „Ganztagspiloten“ verständigt, bei dem sich Schulen bewerben können, ein Projekt für einen rhythmisierten Schultag im Sinne einer Ganztagsschule zu erproben. Das werden wir wissenschaftlich begleiten, die Erfahrungen auswerten und die Ergebnisse dann dem Fachausschuss vorstellen. Darauf bin ich gespannt. Meine Kollegin Sabine Friedel wird dazu, wie ich sie kenne, ganz bestimmt noch mehr Details ausführen. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Für die BÜNDNISGRÜNEN Frau Abg. Melcher, bitte.

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