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Holger Gasse

CDU 19.11.2021 Sitzungen 7/39

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Verehrte Kollegen der LINKEN! In Ihrem Antrag „Medienkompetenz der Schüler*innen nachhaltig stärken – Einführung eines Unterrichtsfaches Medienkunde an Schulen in Sachsen wissenschaftlich untersuchen und erproben!“ – ein sehr langer Titel – geht es letztendlich um die Klärung der Frage, ob es notwendig ist, für die Vermittlung von Medienkompetenz ein neues Schulfach einzuführen oder nicht. Wir hier in Sachsen gehen seit dem Jahr 2017 einen klar definierten Weg, der etwas anders ist. Wie Sie der Stellungnahme der Staatsregierung entnehmen konnten, basiert unsere Vorgehensweise auf der Strategie der Kultusministerkonferenz, die schon im Jahr 2016 sich darauf verständigt hat, die Medienbildung und Medienkompetenz in den Fachcurricula aller Fächer integrativ zu vermitteln. Mit der Konzeption „Medienbildung und Digitalisierung in der Schule“ setzt der Freistaat Sachsen diese Strategie der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2016 mit dem Titel „Bildung in der digitalen Welt“ in sieben verschiedenen Handlungsfeldern umfassend um. Mit unserem sächsischen Ansatz der digitalen Bildung haben wir die Grundlage für die Überarbeitung der Lehrpläne in allen Schulfächern und Schularten geschaffen und ab dem Jahr 2019/2020 auch umgesetzt. Ganz persönlich denke ich – im Gegensatz zu Ihrem Ansatz, Frau Kollegin Neuhaus-Wartenberg –, dass eine angemessene Mediennutzung die Reflexion des Gelesenen und Gesehenen sowie die Gefahren, die zum Beispiel von fehlendem Datenschutz ausgehen, nicht in einer Stunde pro Woche erklärt werden können. Das alles muss an Beispielen verdeutlicht und oft wiederholt werden. Medienkompetenz kann daher auch nicht in einem eigenen Fach unterrichtet werden, sondern es muss eben eine Querschnittsaufgabe sein. Allerdings genügt es dabei nicht, wenn nur einzelne Lehrer Kompetenzen im Umgang mit Medien mitbringen. Alle Lehrer müssen darin geschult werden, dass sie nicht nur im persönlichen Umgang sicher, sondern auch in der Mediendidaktik ihres Fachs gut sind. Um das zu erreichen, hat die Koalition im November des vergangenen Jahres einen Antrag mit der Drucksache 7/4651 eingebracht, der auch die aktuellen Entwicklungen der Medienbildung unter Pandemiebedingungen berücksichtigt. Damit wollten wir die konsequente Umsetzung des Digitalpakts Schule in all seinen Facetten forcieren. Mit dem Antrag haben wir das Kultusministerium dazu aufgefordert, Aus- und Fortbildungsangebote für Lehrer fortzuentwickeln und bedarfsgerecht anzubieten. Unser Ziel war es, die Lehrkräfte im Umgang mit digitalen Medien und den entsprechenden Unterrichtsformaten noch besser zu qualifizieren. Außerdem haben wir beantragt, ab dem Schuljahr 2022/2023 die sächsische Schul-Cloud einzurichten. Dabei sollte auf eine leicht anpassbare, auf offenen Standards basierende erweiterbare Softwareinfrastruktur, sogenannte Open-Source-Software, geachtet werden. Unser Ziel war es dabei, eine personalisierte Zugangsstruktur, funktionale Lernumgebungen, Schulverwaltungsfunktionen sowie ein elektronisches Klassenbuch integrieren zu können. Hinsichtlich der besonderen Anforderungen an die Medienkompetenz beim selbstständigen Lernen zu Hause und mit Blick auf die hohe Zahl an Fake News wollten wir natürlich auch der Vermittlung von Medienkompetenz an Schüler, Eltern und Lehrer erhöhte Aufmerksamkeit zukommen lassen. Sie sollten mit einem Informationsportal zu aktuellen Themen unterstützt werden, wobei wir die Landeskoordinierungsstelle Medienbildung – bei der Vernetzung vorhandener Kompetenzen mit Aus- und Weiterbildung – sowie die medienpädagogischen Zentren stärker einbinden wollten. Der Antrag der Fraktion DIE LINKE wird den tatsächlichen Anforderungen an die Entwicklung einer breiten und fachlich fundierten Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften nicht gerecht. Er hinkt der Realität ein wenig hinterher. Deshalb bitte ich um Ablehnung des Antrags. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU und des Staatsministers Christian Piwarz) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollege Gasse sprach für die CDU-Fraktion. Nun übergebe ich das Wort an die AfD-Fraktion, Herrn Kollegen Dr. Weigand.

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