Jörg Dornau
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Um es gleich am Anfang klarzustellen: Wir halten nichts von Bilderstürmerei. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha! Aber?) Es geht uns bei der vorliegenden Petition 07/00923/4, die sich unter anderem für die Anbringung einer Aufklärungstafel am Karl-Marx-Denkmal, genannt dem Michel, in – Wer stimmt dagegen? – Stimmenthaltungen? – Bei vielen Stimmen dagegen und dennoch einer Mehrheit von Stimmen dafür ist der Beschlussempfehlung demnach zugestimmt. Ich komme jetzt zur Abstimmung über die komplette Sammeldrucksache 7/8135. Wer dieser Sammeldrucksache und den Beschlussempfehlungen der Ausschüsse – – (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Feststellung entsprechend Stimmverhalten im Ausschuss!) Na gut. – Es gab hier kleinere Unstimmigkeiten. – Gemäß § 102 Abs. 7 der Geschäftsordnung stelle ich hiermit zu den Beschlussempfehlungen jenseits der Einzelabstimmungen die Zustimmung des Plenums fest. Damit gilt Tagesordnungspunkt 10 als beendet. Meine Damen und Herren, ich rufe jetzt auf und Berichte zu Petitionen – 7/8136 Chemnitz einsetzt, auch nicht um die Beschlussempfehlung. Mit diesem Anliegen soll sich richtigerweise die Stadt Chemnitz auseinandersetzen. Was wir nicht mittragen können, ist das vollkommen unkritische Loblied, das hier über 30 Jahre nach dem Mauerfall auf Karl Marx gesungen wird. Damit hat offenbar keine andere Fraktion als die AfD ein Problem. Sie haben richtig gehört: Keine andere Fraktion, auch nicht die CDU, meine Damen und Herren. Marx pflegte eine elitäre Lebensführung der Bourgeoisie in Trier und als Philosoph in London. Hier ließ sich Marx von dem steinreichen Kapitalisten Engels finanzieren, ja, von einem Kapitalisten, (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Umverteilung!) der in seinen Fabriken einfache Arbeiter ausbeutete. Ich nehme an, die Fraktion BÜNDNISGRÜNE findet an Marx berauschend, dass er ein gnadenloser Patriarch war. Seine Tochter Tussi wie auch seine Ehefrau litten ein Leben lang an dem Machogehabe des Vaters und Ehemanns, die Ehefrau Jenny auch daran, dass der Göttergatte nicht nur ein regelmäßiger Besucher von Bordellen war, sondern auch die Haushälterin schwängerte. (Zuruf von der AfD: Oi! – Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Marx erkannte seinen eigenen Sohn aus dieser skandalösen Verbindung nie an. Der angebliche Beglücker der Menschheit behandelte seine Nächsten wie Parasiten. Die Positionierung der CDU-Fraktion erstaunt mich nicht minder. Marx war ein Atheist, Gottesleugner und Kirchenfeind, auch ein Verleugner der jüdischen Religion. (Stephan Hösl, CDU: Was hat denn das mit der Petition zu tun? Kommen Sie doch mal zur Petition!) Er polemisierte gegen die Väter der christlich-sozialen Bewegung und nannte die Geistlichen – ich zitiere – einfach „Hunde“. (Stephan Hösl, CDU: Populismus ist das! – Unruhe) Religion war für ihn „Opium für das Volk“. Ist das ein Gedanke, der tatsächlich im Sachsen des 21. Jahrhunderts einfach so stehen bleibt? Das ist die Frage. Dass Marx aber Werten wie Menschen gegenüber nicht zimperlich war, sollte der SPD-Fraktion bekannt sein. Als die SPD noch für die kleinen Menschen und die Betrogenen der Gesellschaft eingetreten war, verunglimpfte er Ferdinand Lasalle als – ich zitiere – „jüdischen Nigger“. In seinem Brief an Engels glaubte Marx mitteilen zu müssen – ich zitiere –: „Es ist mir jetzt völlig klar, dass er“ – also Lasalle – „wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von Negern abstammt und sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschloss. Nun, diese Verbindung vom Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz [müsse] ein sonderbares Produkt hervorbringen.“ (Alexander Dierks, CDU, steht am Saalmikrofon.) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Herr Dornau, gestatten Sie eine Zwischenfrage?
