Iris Firmenich
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bildung ist eines der wichtigsten Themen, vor allem, wenn es darum geht, unsere Zukunft zu sichern. Uns liegt am Herzen, dass wir Sachsen als Bildungsland so gut aufstellen und auch für die Zukunft mit gut ausgebildeten Lehrern versorgen, um unsere Schulstandorte zu stabilisieren, und dass alles weiterhin so gut bleibt, wie es bisher war. Denn Sachsen hat in vielen Bildungsrankings immer den ersten, den oberen Platz. Das ist unser Ziel. Wir haben Lehrgeld gezahlt in einer Zeit, als wir vielleicht nicht so genau geschaut haben, wie sich die Schülerzahlen entwickeln. Daraufhin haben wir im Schulgesetz diese Statistik – die Regionalisierten Schüler- und Absolventenprognosen – verankert. Die uns jetzt vorliegende schreibt die 1. Schüler- und Absolventenprognose fort und zeigt, dass die Schüler- und Absolventenzahlen höher sind, als sie in vorangegangenen Prognosen dargestellt wurden. Daraus folgt natürlich ein Anpassungsbedarf. Sabine, du hast schon sehr detailliert gezeigt, in welchen Bereichen wir nachsteuern und sehr in die Tiefe gehen müssen. Denn es ist differenziert und fordert uns zuallererst bei den Grundschulen, mehr Lehrer zur Verfügung zu stellen. Wir müssen die regionale Differenzierung so aussteuern, dass wir den Aufwuchs in den urbanen Zentren unter anderem nicht nur mit Lehrkräften, sondern auch mit Investitionen in Schulhäusern absichern und die Schulstandorte in den ländlichen Räumen, in denen es nach 2027/2028 zum Rückgang kommen wird, erhalten. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass unsere Lehrkräfte auf gutem Niveau ausgebildet sind und dass wir bedarfsgerecht ausbilden. Das ist ein sehr kompliziertes System, und wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wie man damit umgeht. Die Stichworte jahrgangsübergreifender Unterricht bzw. Schulstufenausbildung sind ja bei uns in den Koalitionsvertrag eingeflossen. Wir haben uns dazu verständigt, dass es Modellstudiengänge geben soll. Ich habe nur etwas Sorge, ob das die Probleme löst oder ob wir damit nicht vielleicht zu spät kommen. Wir denken, dass wir sehr viel Wert darauf legen müssen zu schauen: Reichen die Studienplätze aus, die wir zur Verfügung stellen? Können wir die Studienerfolgsquote weiter erhöhen? Wie gelingt es uns, diejenigen, die in Sachsen Lehramt studieren, auch in Sachsen zu behalten? Wir haben extra die zweite Phase der Lehramtsausbildung regionalisiert. Das war ein sehr wichtiger Punkt. Dort müssen wir weitermachen, damit wir unsere gut ausgebildeten jungen Lehrer in Sachsen halten. Flexibilisierung ist wichtig. Wir haben jetzt schon diejenigen, die im Gymnasiallehramt abgeschlossen und keine Stelle bekommen haben, in Oberschulen eingesetzt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Lehrkräfteabsicherung, die Unterrichtsabsicherung gut zu realisieren. Wir müssen jetzt Folgendes machen: Das Kultusministerium muss diese neue Prognose mit der vorhandenen Lehrerbedarfsplanung abgleichen, und im nächsten Doppelhaushalt – das halte ich für wichtig – müssen wir die entsprechenden Stellen verankern. Für die Lehrer, die wir brauchen, müssen wir dann eine Stelle haben. Dabei schaue ich nicht nur auf die Lehrkräfte, sondern auch auf die Assistenzkräfte, die uns helfen, die Qualität sicherzustellen. Darin waren wir uns alle einig. Mir ist auch daran gelegen, dass wir nicht nur den allgemeinbildenden Schulbereich in den Blick nehmen, sondern auch die Berufsschulen, die dieses Problem zeitversetzt ebenfalls erreicht. Dort haben wir ein Modell der kooperativen Ausbildung mit der TU Dresden auf den Weg gebracht, das OptLA, bei dem die Fachhochschulen mit im Boot sind. Auch dort muss man schauen, dass das auf die Beine kommt und dass es läuft. Wir sind uns im Ziel einig, dass wir eine gute Qualität in der Lehrerausbildung wollen, dass wir Unterrichtsversorgung absichern wollen, dass wir das ganze Schulnetz, wenn es geht, so erhalten wollen, dass wir die rechtlichen Möglichkeiten, die wir hinsichtlich des jahrgangsübergreifenden Unterrichts, Oberschule Plus oder Gemeinschaftsschule haben, dort nutzen, wo es sinnvoll ist, aber dass für uns die flächendeckende Ausdehnung nicht das Mittel der Wahl ist. Wenn wir heute sehen, wie sehr uns die Schülerzahlen zwingen, um jeden Lehrer zu kämpfen, wollen wir – und dazu stehen wir als CDU-Fraktion – die Verbeamtung auf alle Fälle beibehalten. Da werden wir vielleicht nicht beieinander sein, aber das ist für uns der wichtigste Schlüssel, um Lehrkräfte in dem Umfang zu erhalten, wie wir sie in Sachsen brauchen. Danke. (Beifall bei der CDU)
