Dr. Daniel Gerber
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Zitat: „Um eine verantwortungsvolle KI zu fördern, ist die Regierung für die Entwicklung von Strategien zur Lösung ethischer, sozialer und rechtlicher Fragen zuständig, einschließlich der Forschung und Entwicklung von KI-Technologien und der Regulierungsaufsicht.“ Das, was Sie soeben gehört haben, habe ich durch eine künstliche Intelligenz erzeugt. Ich habe lediglich den Satz „Die neue sächsische KI-Strategie ist eine der besten“ in ein GPT-3-Modell eingegeben und danach auf Generieren geklickt. Da die KI nur englische Texte generieren kann, habe ich das Ganze noch mit einem KI-gestützten Übersetzungstool ins Deutsche übersetzt. – Keine Angst, der Rest meiner Rede ist von mir. (Sören Voigt, CDU: Nicht abgeschrieben!) – Ja, man weiß nicht, was besser ist. (Heiterkeit bei den LINKEN) KI schleicht sich langsam, aber sicher immer mehr in unseren Alltag ein – sei es im Privaten beim Sprechen mit Alexa, Siri und Co., in der Wirtschaft bei der Optimierung von Produktions- und Lieferketten oder in der Forschung, wo KI eingesetzt wird, beispielsweise in Dresden bei Beatmungsgeräten, um sie an die persönliche Gegebenheit der Patientin oder des Patienten anzupassen. Laut dem AI Indexreport von 2021 der Stanford University kommen nach China die meisten wissenschaftlichen Publikationen zu KI aus der Europäischen Union. Innerhalb der EU ist Deutschland Spitzenreiter. Umso wichtiger ist es, dass sich Sachsen verstärkt diesem Thema widmet; denn als einer der bedeutendsten IT- und Halbleiterstandorte in Europa sollte Sachsen auch bei diesem Thema ganz vorn mit dabei sein, um damit die Bedeutung als Softwarebzw. Halbleiterstandort zu erhalten und weiter auszubauen. Ohne Chips keine KI – genau das hat Kommissionspräsidentin von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union vor Kurzem dargestellt. Von daher freue ich mich, dass wir uns mit der KI-Strategie des Freistaates Sachsen vorgenommen haben, Sachsen in den nächsten Jahren zu einem der führenden deutschen Forschungs- und Innovationsstandorte für künstliche Intelligenz zu machen. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. KI hat auch ihre Schattenseiten. Beispielsweise hat eine von Facebook eingesetzte KI kürzlich schwarze Menschen wieder fälschlicherweise als Affen bezeichnet. Das ist auch nicht der erste Fall dieser Art. Es kommt immer wieder zu Diskriminierungen, vor allem bei Frauen und People of Color. So hat zum Beispiel eine von Amazon bei Bewerbungen eingesetzte KI Frauen diskriminiert. Das ist alles dort besonders verheerend, wo mithilfe von künstlicher Intelligenz sensible Entscheidungen getroffen werden, zum Beispiel bei den Berechnungen, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand, der straffällig geworden ist, wieder rückfällig wird. Das sagt übrigens auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. So sind derzeit positive Beispiele für den Einsatz von KI noch rar gesät. Die überwiegende Mehrheit der Anwendungen setzt die Menschen eher einem Risiko aus. Genau deshalb war es für uns BÜNDNISGRÜNE bei der Erstellung der KI-Strategie besonders wichtig, dass die verantwortungsvolle Nutzung von KI in den Mittelpunkt gestellt wird. Nur so kann man Sicherheit und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in KI-Anwendungen sicherstellen, indem man auf die in der EU geltenden Standards für Datenschutz, Datensicherheit, Gleichberechtigung – Kollege Meyer hat es gerade gesagt –, Diskriminierungsfreiheit, Diversität und Teilhabe setzt. Das wiederum gelingt am besten, indem wir bei der Entwicklung und Anwendung auf volle Transparenz setzen, den Einsatz von Open-Source-Software und Open Data hier in Sachsen konsequent begünstigen und die Nutzung in der sächsischen Verwaltung konsequent vorantreiben. Und eines ist auch klar: Keine KI darf über Leben und Tod entscheiden. Autonome Waffensysteme sollten meiner Meinung nach genauso verboten werden wie atomare, chemische oder biologische Waffen. In der zweiten Runde gehe ich dann auf die Probleme bezüglich des Beirats Digitale Ethik ein. Vielen Dank. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung)
