Norbert Mayer
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Eine Mutter hat eine sportliche Tochter. Das ist sehr gut, möchte man sagen. Kinder und Jugendliche mit sportlichem Interesse und Fleiß können gar nicht genug gefördert werden. Die Tochter schwimmt gern. Sie betreibt den Sport nicht als Freizeitspaß, sondern bereits als Leistungssport. Dafür ist ein regelmäßiges Training unerlässlich. Das sollte jeder verstehen. (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Erfolg bei dieser Sportart Schwimmen kann nur durch hartes Training erreicht werden. Zu Hause vor dem Bildschirm geht überhaupt nichts. Nun war die Tochter aufgrund ihrer Jugend noch nicht im Landeskadersystem aufgenommen. Dies hatte zur Folge, dass durch die Corona-Schutz-Verordnung vom Mai 2021, § 20, die Nutzung von Schwimmhallen untersagt wurde. Schwimmen dürfen unter anderem die Sportler des Landeskaders und Schüler im Schwimmunterricht. Beides traf auf die Tochter nicht zu. Wie soll eine Leistungsschwimmerin trainieren, wenn sie nicht schwimmen darf? Die Mutter wendet sich in ihrer Sorge an ihre Volksvertreter im Sächsischen Landtag. Man könnte nun davon ausgehen, dass die Volksvertreter diese Situation als Schwachstelle in der Corona-SchutzVerordnung erkennen und zumindest versuchen, Abhilfe zu schaffen. Vielleicht hätte schon ein Gespräch mit dem zuständigen Ministerium für Verständnis und Veränderung sorgen können. Weit gefehlt! Die heute zum Beschluss vorliegende Antwort begründet wortreich, wie notwendig die Schließung der Schwimmhallen für den Freizeit- und Amateursport war. Mit keinem Wort wird auf die Belange von Leistungssportlern eingegangen. Seit Mitte Juni sind die Schwimmhallen wieder benutzbar, solange es nicht erneut zu höheren Inzidenzen kommt. Die Mehrheit im Petitionsausschuss beschloss, diese Petition für erledigt zu erklären, aber die Sorge der Mutter um ihre Tochter besteht fort – gerade auch im Blick auf den kommenden Herbst und angesichts dessen, dass bereits über die nächsten Corona-Wellen gesprochen wird. (Sabine Friedel, SPD, steht am Mikrofon.)
