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Holger Mann

SPD 24.06.2021 Sitzungen 7/33

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin dankbar für den Antrag der LINKEN, da wir in den letzten Wochen oft über Schule, aber viel zu selten über frühkindliche Bildung, über Ausbildung oder – wie hier – über die akademische Bildung in unserem Land gesprochen haben. Erst vor einer Woche erreichte uns der Hilferuf der Landesstudierendenvertretung KSS, die forderte, dass ein viertes, rein digitales Semester zu verhindern sei. Ich sage zu Recht: Wir dürfen Studierende und Lehrende nicht weiter vergessen und müssen auch der Wissenschaft wieder eine Perspektive geben. Dabei darf nicht nur die Forschung im Fokus stehen, sondern vor allen Dingen auch die Lehre. Ein gutes Studium kann, nein, es muss digitale Elemente enthalten, aber es sollte eben aus mehr bestehen. Wenn Kommilitonen und Kommilitoninnen sich aber seit mehr als drei Semestern nicht im richtigen Leben gesehen haben, dann ist das für ein Studium nicht förderlich. Viele wissen, dass Studium mehr ist, als dem Professor in der Vorlesung zu lauschen. Diverse Studien und Berichte zum Beispiel der Studierendenwerke zeigen, dass gerade der psychische Druck steigt und insbesondere Einsamkeit wächst, auch die Suizidraten steigen. Unter den Studierenden wächst ferner die Chancenungleichheit. Dass wir auf ein inzwischen viertes digitales Semester zusteuern, ist absolut unbefriedigend und eine wachsende Hypothek. Ich sage es deshalb hier einmal sehr deutlich: Sowohl Hochschulleitungen als auch Wissenschaftsministerien haben sich in den letzten Wochen zu sehr hinter der Vokabel „Hochschulautonomie“ versteckt. Während in der Schule aller drei bis vier Wochen neue Verordnungen debattiert und erlassen werden, schaffen wir das an den Hochschulen zum Teil nicht und wissen schon am Beginn des Semesters, wie das Ende sein wird. Das muss sich ändern. Wir sind der Meinung, wir brauchen less and learned aus den letzten Semestern. Wir können eine Öffnungsperspektive beschreiben, auch mit einem Test- und Impfregime, woran Petra Köpping und Sebastian Gemkow arbeiten, aber wir müssen jetzt handeln, weil, ein viertes digitales Semester verlorene Zeit wäre für die Studierenden, ihre Lebenszeit, für die Perspektive von Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt, aber vor allen Dingen auch für Bildungschancen. Danke schön. (Beifall bei der SPD und vereinzelt bei den BÜNDNISGRÜNEN) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Holger Mann für die SPD-Fraktion. Gibt es jetzt das Bedürfnis nach einer zweiten Runde? – Das sehe ich nicht. Jetzt könnte Herr Staatsminister Gemkow das Wort ergreifen – und das tut er auch.

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